Lisa-Marie Unger • 3. Juli 2026

Demand Gen - Neue KI-Tools von Google

Google rüstet Demand Gen mit Gemini-gestützten Kreativ-Empfehlungen, flexiblerem Video-Resizing und neuen Messmöglichkeiten auf. Wir zeigen dir, was die Neuerungen für deine YouTube- und Discovery-Kampagnen bedeuten.


Wenn du in Google Ads bereits mit Demand Gen Kampagnen arbeitest oder darüber nachdenkst, in YouTube und visuelle Werbeflächen zu investieren, lohnt sich ein genauer Blick auf das jüngste Update. Google hat eine neue Reihe von Funktionen für Demand Gen ausgerollt, die sich auf drei Bereiche konzentrieren: bessere Creative-Performance, einfachere Anpassung von Videomaterial und präzisere Erfolgsmessung. Wir erklären dir, was sich konkret ändert und worauf du als Schweizer Werbetreibender achten solltest.


Was Demand Gen überhaupt ist

Demand Gen Kampagnen sind darauf ausgelegt, Nutzerinnen und Nutzer auf den visuell geprägten Plattformen von Google zu erreichen, allen voran YouTube, Discover und Gmail. Im Gegensatz zu klassischen Suchkampagnen geht es hier weniger um die direkte Reaktion auf eine konkrete Suchanfrage, sondern darum, Nachfrage zu wecken und potenzielle Kundinnen und Kunden frühzeitig im Kaufprozess anzusprechen. Gerade für Marken mit starkem visuellem Auftritt oder erklärungsbedürftigen Produkten ist das ein wichtiger Kanal.

Moderner Laptop auf einem Schreibtisch mit schwebenden Analyse-Dashboards in einer hellen Büroumgebung

Die drei wichtigsten Neuerungen

  • Flexibleres Video-Resizing. Bisher mussten Werbetreibende für unterschiedliche YouTube-Platzierungen oft mehrere Versionen desselben Videos in verschiedenen Formaten bereitstellen. Mit dem Update unterstützt Demand Gen jetzt eine erweiterte automatische Umwandlung zwischen Seitenverhältnissen, etwa von Hochformat auf Quadrat, von Hochformat auf Querformat und von Quadrat auf Querformat. Das bedeutet für dich: weniger manueller Aufwand bei der Erstellung von Werbemitteln, da ein bestehendes Video automatisch für mehr Platzierungen passend gemacht wird.


  • Gemini-gestützte Kreativ-Empfehlungen. Google integriert seine KI Gemini direkt in den Erstellungsprozess von Demand-Gen-Kampagnen. Wenn du Bild- und Videomaterial für eine Kampagne auswählst, liefert Gemini automatisierte Vorschläge dazu, wie sich die Assets (Link: https://www.netpulse.ch/blog/google-ads-automatische-assets-fuer-werbetreibende) für YouTube optimieren lassen. Das soll dir helfen, schon vor dem Kampagnenstart bessere Entscheidungen bei der Auswahl deiner Werbemittel zu treffen, ohne dass du selbst jedes Detail manuell prüfen musst.


  • Neue App-Messung. Mit dem sogenannten Web to App Acquisition Measurement lässt sich neu nachvollziehen, wann eine Webkampagne dazu führt, dass jemand eine App installiert. Für Unternehmen, die sowohl eine Website als auch eine App betreiben, schliesst das eine wichtige Messlücke. Bisher war es schwierig zu erkennen, welchen Anteil Demand Gen Kampagnen tatsächlich an App-Installationen hatten. Mit der neuen Funktion lässt sich der Return on Ad Spend deutlich vollständiger abbilden.


Warum Google diesen Schritt jetzt macht

Google begründet die Erweiterungen unter anderem mit dem wachsenden Stellenwert von YouTube für die Kundengewinnung. Laut einer von Google zitierten Studie des Marktforschungsunternehmens Measured stammen 72 Prozent der inkrementellen Conversions auf YouTube von Neukunden. Das unterstreicht, wie wichtig die Plattform mittlerweile nicht nur für Markenbekanntheit, sondern auch für die direkte Neukundengewinnung geworden ist. Mit den neuen Tools will Google die Hürden für Werbetreibende senken, professionelle, plattformgerechte Creatives effizienter zu produzieren und einzusetzen.


Was das für deine Kampagnen bedeutet


Für Schweizer KMU, die bislang vor Demand Gen zurückgeschreckt sind, weil die Erstellung von mehreren Videoformaten als zu aufwendig galt, wird der Einstieg jetzt einfacher. Du kannst mit einem einzigen gut produzierten Video starten und musst dir weniger Gedanken über die technische Anpassung an verschiedene Platzierungen machen. Das senkt die Eintrittshürde insbesondere für kleinere Marketingteams ohne grosse Inhouse-Videoproduktion.


Gleichzeitig solltest du die Gemini-Empfehlungen als Unterstützung verstehen, nicht als Ersatz für eine durchdachte Kreativstrategie. Automatisierte Vorschläge können dir helfen, offensichtliche Schwächen in deinem Material zu erkennen, etwa eine ungünstige Bildkomposition oder fehlende Textüberlagerungen. Die grundsätzliche Markenbotschaft, der Ton und die Story hinter deinem Content bleiben aber weiterhin deine Aufgabe.


Auch die neue App-Messung lohnt sich vor allem für Unternehmen, die wirklich eine eigene App im Einsatz haben, etwa im E-Commerce, im Bereich Kundenbindung oder bei Buchungsplattformen. Falls das auf dein Geschäftsmodell zutrifft, solltest du die Einrichtung der Web-to-App-Messung zeitnah prüfen, um ein vollständigeres Bild deiner Kampagnenleistung zu erhalten.


Worauf du jetzt achten solltest

Bevor du die neuen Funktionen aktiv nutzt, lohnt sich ein strukturierter Check. Prüfe zunächst, ob dein Konto bereits Zugriff auf die erweiterten Resizing-Optionen sowie die Gemini-Empfehlungen hat, da Google solche Funktionen oft schrittweise ausrollt. Stelle sicher, dass dein Conversion-Tracking sauber eingerichtet ist, damit die neuen Messmöglichkeiten auch verlässliche Daten liefern. Wenn du mit App-Installationen arbeitest, richte die Web-to-App-Messung möglichst frühzeitig ein, damit du auf eine aussagekräftige Datenbasis zurückgreifen kannst, sobald du Optimierungsentscheidungen triffst.


Nutze die automatisierten Kreativ-Vorschläge als Ausgangspunkt für eigene Tests, statt sie unreflektiert zu übernehmen. Gerade bei der Markenkommunikation lohnt sich weiterhin der menschliche Blick.


Demand Gen im Vergleich zu anderen Kampagnentypen

Wer bislang nur mit Suchkampagnen oder Performance Max gearbeitet hat, fragt sich vielleicht, wo genau sich Demand Gen einordnet. Während Suchkampagnen auf bereits vorhandene Kaufabsicht reagieren und Performance Max alle Kanäle gleichzeitig automatisiert bespielt, liegt der Fokus von Demand Gen klar auf den visuellen Plattformen von Google: YouTube In-Stream und In-Feed, Discover sowie Gmail. Du hast dabei mehr Kontrolle über die eingesetzten Creatives und Zielgruppen als bei Performance Max, gleichzeitig aber auch mehr gestalterischen Aufwand als bei reinen Textanzeigen.


Mit den neuen Funktionen rückt Demand Gen ein Stück näher an den Komfort von Performance Max heran, ohne die Kontrolle über die einzelnen Werbemittel komplett aus der Hand zu geben. Das macht den Kampagnentyp besonders interessant für Marken, die ihre visuelle Identität bewusst steuern wollen, aber trotzdem von KI-gestützter Effizienz profitieren möchten.


Erste Schritte für Einsteiger

Falls du noch keine Erfahrung mit Demand Gen hast, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um einzusteigen. Beginne mit einem klar abgegrenzten Budget und einem überschaubaren Set an Creatives, idealerweise ein bis zwei gut produzierte Videos sowie ergänzende Bildmotive. Definiere vorab eine Zielgruppe, die auf deinen bestehenden Daten basiert, etwa Website-Besucherinnen und -Besucher oder Kundinnen und Kunden mit ähnlichem Profil. Nutze die neuen automatischen Resizing-Funktionen, um dein Ausgangsmaterial für verschiedene Platzierungen nutzbar zu machen, statt von Anfang an mehrere Formate produzieren zu lassen.


Beobachte die Performance über mindestens zwei bis drei Wochen, bevor du grössere Anpassungen vornimmst, da Demand Gen Kampagnen wie viele automatisierte Formate eine gewisse Lernphase benötigen, um stabile Ergebnisse zu liefern.


Unsere Einschätzung

Die neuen Demand-Gen-Funktionen zeigen einmal mehr, wie stark Google auf KI-gestützte Automatisierung im gesamten Werbeprozess setzt, von der Erstellung der Werbemittel bis zur Erfolgsmessung. Für Werbetreibende bedeutet das vor allem eines: weniger technischer Aufwand, mehr Fokus auf Strategie und Inhalte. Gleichzeitig bleibt es wichtig, die Ergebnisse der Automatisierung kritisch zu prüfen und nicht blind zu übernehmen.


Möchtest du herausfinden, ob sich Demand Gen für dein Unternehmen lohnt, oder brauchst du Unterstützung bei der Umsetzung deiner YouTube-Strategie? Als Google Premier Partner begleitet dich die netpulse AG gerne von der Kreativplanung bis zur Erfolgsmessung deiner Kampagnen.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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