Lisa-Marie Unger • 2. Juli 2026

Maximize Conversion Value - Jetzt für Standard Shopping

Google macht Standard Shopping flexibler: Maximize Conversion Value Bidding funktioniert neu auch ohne Target ROAS. Wir zeigen dir, was das für deine Google-Ads-Strategie bedeutet.


Wenn du Google-Ads-Kampagnen für einen Onlineshop betreust, kennst du vermutlich das Dilemma zwischen Standard Shopping und Performance Max. Standard Shopping bietet dir mehr Kontrolle und Transparenz, Performance Max dafür automatisierte, wertbasierte Gebotsstrategien. Genau diese Lücke schliesst Google jetzt ein Stück weit. Ab sofort lässt sich Maximize Conversion Value Bidding auch in Standard Shopping Kampagnen nutzen, und zwar ohne, dass du dafür ein Target ROAS festlegen musst.


Was sich konkret ändert

Bisher war es so: Wollte man in Google Ads auf den Conversion-Wert hin optimieren, war das in der Regel an eine Ziel-ROAS-Strategie gekoppelt. Das heisst, du musstest Google ein konkretes Verhältnis zwischen Werbeausgaben und Umsatz vorgeben, etwa einen ROAS von 400 Prozent. Diese Vorgabe ist für viele Werbetreibende sinnvoll, kann das System aber auch einschränken, vor allem wenn historische Daten fehlen oder sich die Performance noch einpendeln muss.


Mit der neuen Option können Standard Shopping Kampagnen jetzt direkt auf Maximize Conversion Value setzen, ganz ohne Zielvorgabe. Das bedeutet: Google optimiert automatisch auf den höchstmöglichen Conversion-Wert innerhalb deines Budgets, ohne dass eine feste ROAS-Grenze die Gebote einschränkt. Das gibt dem Algorithmus mehr Spielraum, gleichzeitig behältst du als Werbetreibender weiterhin die Struktur und Kontrolle, die Standard Shopping gegenüber Performance Max auszeichnet.


Entdeckt wurde diese neue Möglichkeit übrigens vom Performance-Marketer Yash Mandlesha, der seinen Fund auf LinkedIn geteilt hat. Offizielle Ankündigungen seitens Google gibt es bislang noch keine, was bei stillen Rollouts dieser Art nicht ungewöhnlich ist.

Laptop auf einem Schreibtisch, auf dessen Bildschirm ein Online-Shop mit Produkten, einem Warenkorb und einem Diagramm mit steigenden Verkaufszahlen zu sehen ist

Warum das für dich relevant ist

Viele Werbetreibende sind bislang bei Standard Shopping geblieben, gerade weil sie die Transparenz schätzen: Man sieht genauer, welche Produkte wie performen, kann Kampagnenstrukturen feiner steuern und hat mehr Einblick in die Daten als bei Performance Max, wo vieles in einer Blackbox abläuft.


Wer aber trotzdem von wertbasiertem Bidding profitieren wollte, ohne sich an eine feste ROAS-Vorgabe zu binden, musste bisher oft einen Umweg gehen: die Einrichtung einer sogenannten Feed-only Performance Max Kampagne. Das ist im Prinzip eine Performance-Max-Kampagne, die nur auf den Produktfeed zugreift, ohne die übrigen Performance-Max-Funktionen wirklich zu nutzen. Dieser Umweg diente einzig dazu, Zugriff auf Maximize Conversion Value Bidding zu erhalten.


Mit dem neuen Update fällt dieser Umweg für viele Konten weg. Du kannst direkt in deiner gewohnten Standard Shopping Kampagne auf diese Gebotsstrategie umstellen, ohne den Komplexitätsgrad einer zusätzlichen Performance-Max-Struktur in Kauf nehmen zu müssen.


Was das für deine Kampagnenstruktur bedeutet

Für viele Schweizer Onlineshops, die wir bei netpulse betreuen, ist das eine willkommene Vereinfachung. Statt zwei parallele Kampagnentypen zu pflegen, nur um an verschiedene Gebotsstrategien heranzukommen, lässt sich die Struktur jetzt schlanker halten. Das spart nicht nur Verwaltungsaufwand, sondern reduziert auch das Risiko von internen Budget- und Auktionskonflikten zwischen mehreren Kampagnen, die um dieselben Produkte und Suchanfragen konkurrieren.


Trotzdem lohnt sich ein differenzierter Blick, bevor du jetzt alle Kampagnen umstellst. Folgende Punkte solltest du beachten:


Wenn deine bisherige Ziel-ROAS-Strategie bereits stabil und profitabel läuft, ist ein Wechsel nicht zwingend notwendig. Ändere bewährte Strategien nicht vorschnell, nur weil eine neue Option verfügbar ist. Wenn du bislang aus reiner Notwendigkeit eine Feed-only Performance Max Kampagne betrieben hast, lohnt sich jetzt eine Migration zurück zu Standard Shopping, sofern die übrigen Vorteile von Performance Max für dich nicht entscheidend waren. Teste die neue Option idealerweise zunächst in einer kleineren Kampagne oder einem A/B-Test, bevor du sie auf dein gesamtes Konto ausrollst. Behalte deine Margenstruktur im Blick. Ohne ROAS-Vorgabe optimiert das System rein auf Wert, nicht zwingend auf Profitabilität. Bei Produkten mit stark unterschiedlichen Margen kann das zu unerwünschten Verschiebungen führen.


Die grössere strategische Perspektive

Dieses Update ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Google die Funktionslücke zwischen Standard Shopping und Performance Max Stück für Stück verkleinert. Für Werbetreibende, die aus guten Gründen bei der klassischeren, kontrollierbareren Kampagnenform bleiben wollten, ist das eine positive Entwicklung. Du musst nicht mehr zwingend auf Performance Max wechseln, nur um Zugang zu fortschrittlicheren, automatisierten Gebotsstrategien zu erhalten.


Gleichzeitig zeigt sich ein klarer Trend: Google investiert kontinuierlich in automatisiertes, wertbasiertes Bidding, unabhängig vom gewählten Kampagnentyp. Wer langfristig erfolgreich Google Shopping betreiben will, kommt um eine saubere Datenbasis für Conversion-Werte kaum herum. Das bedeutet konkret: korrektes Conversion-Tracking, verlässliche Produktdaten im Merchant Center und eine durchdachte Margenlogik, falls du mit unterschiedlichen Produktkategorien arbeitest.


Standard Shopping vs. Performance Max: ein kurzer Vergleich


Um die Tragweite dieses Updates besser einzuordnen, lohnt sich ein kurzer Blick auf die grundsätzlichen Unterschiede zwischen den beiden Kampagnentypen. Standard Shopping basiert auf deinem Produktfeed und zeigt deine Anzeigen primär im Shopping-Tab sowie in den klassischen Suchergebnissen. Du siehst genau, welche Suchanfragen zu welchen Klicks und Conversions geführt haben, und kannst auf dieser Basis gezielt optimieren, etwa durch Ausschlüsse, Gebotsanpassungen auf Produktebene oder eigene Produktgruppen.


Performance Max hingegen bespielt automatisch alle verfügbaren Google-Kanäle gleichzeitig, von der Suche über YouTube und das Displaynetzwerk bis hin zu Gmail und Discover. Das kann zu zusätzlicher Reichweite führen, bringt aber auch deutlich weniger Einblick in die Daten. Welche Suchanfragen genau zu einer Conversion geführt haben, bleibt oft im Dunkeln. Für Werbetreibende, die ihre Kampagnen feingranular steuern und verstehen wollen, war das bisher ein echter Zielkonflikt: entweder Kontrolle oder Zugang zu den fortschrittlichsten Gebotsstrategien.


Mit der Erweiterung von Maximize Conversion Value auf Standard Shopping verschiebt sich dieser Zielkonflikt zugunsten der Werbetreibenden, die Kontrolle bevorzugen. Du musst nicht länger zwischen Transparenz und Automatisierung wählen, sondern kannst beides in einer einzigen, vertrauten Kampagnenstruktur kombinieren.


So gehst du die Umstellung praktisch an

Falls du dich für einen Wechsel entscheidest, empfiehlt sich ein strukturiertes Vorgehen. Prüfe zuerst, ob die neue Gebotsoption in deinem Konto bereits sichtbar ist, da es sich um einen schrittweisen Rollout handelt und nicht alle Konten gleichzeitig Zugriff erhalten. Sichere dir anschliessend eine Vergleichsbasis, indem du die aktuelle Performance deiner bestehenden Strategie für mindestens vier bis sechs Wochen dokumentierst, bevor du etwas änderst. So kannst du den Effekt der Umstellung später sauber beurteilen.


Aktiviere die neue Strategie wenn möglich zunächst nur in einer Testkampagne oder einem klar abgegrenzten Produktsegment. Beobachte danach engmaschig, wie sich Klicks, Conversion-Rate, durchschnittlicher Bestellwert und letztlich die Marge entwickeln. Erst wenn sich ein stabiles, positives Bild zeigt, lohnt sich eine breitere Ausrollung auf weitere Kampagnen oder das gesamte Konto.


Unsere Einschätzung

Für die meisten Schweizer KMU mit Onlineshops ist diese Neuerung eine echte Erleichterung. Sie reduziert unnötige Kampagnenkomplexität und macht Standard Shopping als bewährte, transparente Kampagnenform noch attraktiver. Wichtig ist trotzdem, die Umstellung nicht blind vorzunehmen, sondern im Kontext deiner individuellen Margensituation und Zielsetzung zu prüfen.


Möchtest du wissen, ob sich diese neue Gebotsstrategie für deinen Google Ads Account lohnt, oder benötigst du generell eine Überprüfung deiner Shopping-Kampagnenstruktur? Als Google Premier Partner unterstützen wir dich bei netpulse gerne mit einer fundierten Analyse und einer Strategie, die zu deinem Geschäftsmodell passt.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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