Lisa-Marie Unger • 6. Juli 2026

Demand Gen - Neue KI-Tools von Google

Die neue Version der Google Ads API bringt mehr Kontosicherheit, Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte und bessere Performance-Max-Auswertungen. Wir erklären dir, was hinter v24.2 steckt und warum es auch dich betrifft.


Auch wenn du selbst keine eigene Software entwickelst, die direkt auf die Google Ads API zugreift, lohnt sich ein Blick auf das jüngste Update. Google hat Version 24.2 der Google Ads API veröffentlicht, und einige der neuen Funktionen wirken sich direkt auf deinen Google Ads Alltag aus, sei es über deine Agentur, dein Tool-Stack oder über zusätzliche Sicherheitsmechanismen in deinem Konto. Wir ordnen die wichtigsten Neuerungen für dich ein.


Mehr Sicherheit für Konten mit mehreren Nutzern

Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Kontosicherheit. Mit der sogenannten Multi-Party Approval, kurz MPA, führt Google eine zusätzliche Kontrollebene ein. Sensible Aktionen in einem Google-Ads-Konto, etwa das Einladen neuer Nutzerinnen und Nutzer oder das Ändern von Zugriffsrechten, müssen künftig von einer zweiten administrierenden Person bestätigt werden.


Für Unternehmen, die mehrere Personen oder eine Agentur mit Zugriff auf ihr Google-Ads-Konto haben, ist das eine sinnvolle zusätzliche Sicherheitsmassnahme. Versehentliche oder unautorisierte Änderungen an Nutzerrechten lassen sich damit deutlich besser verhindern. Gerade bei grösseren Konten mit mehreren Verantwortlichen oder bei der Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern reduziert das Risiko, etwa durch kompromittierte Logins oder menschliche Fehler.

Moderner Laptop auf einem Schreibtisch mit schwebenden Analyse-Dashboards in einer hellen Büroumgebung

Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte

Ein zweiter wichtiger Punkt betrifft den Umgang mit künstlich generierten Werbemitteln. Die API führt neue Felder ein, mit denen sich KI-generierte Inhalte technisch kennzeichnen lassen, sogenannte SyntheticContentInfo und SyntheticContentAttestation. Damit können Werbetreibende und Agenturen künftig programmatisch erfassen und ausweisen, welche Assets mithilfe von KI erstellt wurden.


Der Hintergrund dafür ist der EU AI Act, der am 2. August 2026 in Kraft tritt und Unternehmen zu mehr Transparenz bei KI-generierten Inhalten verpflichtet. Auch wenn die Schweiz nicht direkt der EU-Gesetzgebung unterliegt, lohnt sich diese Entwicklung im Auge zu behalten. Viele Schweizer Unternehmen sind wirtschaftlich eng mit der EU verflochten, und Plattformen wie Google setzen entsprechende Standards häufig global um, nicht nur regional begrenzt auf den EU-Raum.


Wichtig zu wissen: Die Felder für die Bestätigung durch Werbetreibende sind aktuell noch schreibgeschützt und werden erst mit Version 25 vollständig nutzbar sein. Entwicklerinnen und Entwickler können aber schon jetzt damit beginnen, ihre Integrationen entsprechend vorzubereiten.


Bessere Einblicke in Performance Max

Für viele unserer Kundinnen und Kunden besonders relevant: Version 24.2 bringt mehrere lang erwartete Verbesserungen bei der Auswertung von Performance Max Kampagnen. Neu lässt sich der Bericht zu Platzierungen, der sogenannte performance_max_placement_view, nach Netzwerktyp aufschlüsseln. Das bedeutet, du erhältst einen klareren Überblick darüber, ob deine Anzeigen eher in der Suche, im Displaynetzwerk oder bei Partnerseiten ausgespielt werden.


Zusätzlich ermöglicht die neue Version eine Verknüpfung von YouTube-Markenkanälen direkt über die API, was stärkere Integrationen für Videokampagnen erlaubt. Ausserdem gibt es eine neue Funktion zur automatischen Texterstellung auf Basis der Landingpage einer Website, mit der sich Textassets schneller generieren lassen.


Neue Testmöglichkeiten für Werbetreibende

Auch im Bereich Experimente hat Google nachgelegt. Mit dem neuen COMPARE_CAMPAIGNS Workflow lassen sich künftig mehrere Kampagnen oder Kampagnentypen gleichzeitig vergleichen, mit bis zu fünf verschiedenen Testvarianten, einschliesslich individuell konfigurierter Performance-Max-Experimente.


Ein zweiter neuer Experimenttyp erlaubt es, innerhalb einer einzigen Performance Max Kampagne unterschiedliche Textanpassungen und die Erweiterung finaler URLs gegeneinander zu testen, indem der Traffic auf verschiedene Varianten aufgeteilt wird. Für Werbetreibende, die datenbasierte Entscheidungen treffen wollen, eröffnet das deutlich präzisere Testmöglichkeiten, gerade im sonst eher intransparenten Performance-Max-Umfeld.


Übersichtlichere Dokumentation

Eher technischer Natur, aber für Entwicklerteams trotzdem relevant: Google hat die Release Notes der API neu strukturiert. Breaking Changes, also Änderungen, die bestehende Integrationen beeinträchtigen können, werden jetzt klar von regulären Funktions-Updates getrennt. Zusätzlich gibt es einen eigenen Leitfaden für Deprecations und unversionierte Änderungen, was zukünftige Upgrades einfacher und planbarer macht.


Was das für dich bedeutet

Wenn du Google Ads über eine Agentur oder ein Drittanbieter-Tool verwaltest, wirst du die meisten dieser Änderungen nicht direkt selbst konfigurieren müssen. Trotzdem lohnt es sich, folgende Punkte im Blick zu behalten:


Frage bei deiner Agentur oder deinem internen Team nach, ob und wann Multi-Party Approval für euer Konto aktiviert werden soll, vor allem wenn mehrere Personen Zugriff auf sensible Einstellungen haben. Falls du mit KI-generierten Werbemitteln arbeitest, beobachte die Entwicklung rund um die Kennzeichnungspflicht, auch wenn die volle Funktionalität erst mit Version 25 kommt. Wenn deine Kampagnen stark auf Performance Max setzen, lohnt sich ein Blick auf die neuen, granulareren Auswertungsmöglichkeiten nach Netzwerktyp, um besser zu verstehen, wo dein Budget tatsächlich wirkt.


Einordnung: API-Updates als unterschätzter Erfolgsfaktor

Updates an der Google Ads API erhalten in der breiten Öffentlichkeit selten viel Aufmerksamkeit, weil sie nicht direkt sichtbar im Werbeanzeigenmanager auftauchen. Trotzdem bilden sie oft die technische Grundlage für viele Funktionen, die später in Tools von Drittanbietern, in Agentur-Dashboards oder in automatisierten Reportings landen. Wenn deine Agentur beispielsweise individuelle Auswertungen für dich erstellt oder automatisierte Regeln für deine Kampagnen einsetzt, basiert das in der Regel direkt oder indirekt auf genau solchen API-Funktionen.


Das bedeutet: Auch wenn du selbst nie eine Zeile Code für die Google Ads API schreibst, profitierst du indirekt von Verbesserungen wie der granulareren Performance-Max-Auswertung oder den neuen Testmöglichkeiten, sobald deine Agentur oder dein Marketing-Tool diese Funktionen in der Praxis einsetzt.


Warum Transparenz bei KI-Inhalten wichtig wird

Die Einführung von Kennzeichnungsfeldern für KI-generierte Inhalte ist Teil eines grösseren Trends. Plattformen wie Google, aber auch Meta und andere grosse Werbenetzwerke, bauen zunehmend Mechanismen ein, um künstlich erzeugte Inhalte nachvollziehbar zu machen. Für Werbetreibende, die heute schon mit KI-generierten Bildern, Videos oder Texten arbeiten, lohnt es sich, frühzeitig eine saubere interne Dokumentation zu führen: Welche Assets wurden mit welchem Tool erstellt, und in welchem Umfang ist menschliche Nachbearbeitung erfolgt? Das erleichtert die spätere Einhaltung von Kennzeichnungspflichten erheblich, unabhängig davon, ob diese letztlich auch direkt in der Schweiz greifen.


Unsere Einschätzung

Auch wenn dieses Update auf den ersten Blick technisch wirkt, sind die Auswirkungen für Werbetreibende durchaus spürbar. Mehr Kontosicherheit schützt vor menschlichen Fehlern und unautorisierten Zugriffen, die Vorbereitung auf KI-Kennzeichnungspflichten zeigt, wohin sich die regulatorische Reise bewegt, und die verbesserten Performance-Max-Reportings geben dir mehr Kontrolle über eine Kampagnenform, die bislang oft als Blackbox kritisiert wurde. Wer langfristig erfolgreich mit Google Ads arbeiten will, sollte solche strukturellen Updates nicht unterschätzen, auch wenn sie selten Schlagzeilen machen.

Möchtest du wissen, wie sich die neuen Sicherheits- und Reporting-Funktionen für dein Google-Ads-Konto nutzen lassen? Wir bei der netpulse AG haben solche technischen Updates für dich im Blick und sorgen dafür, dass deine Kampagnen jederzeit auf dem neuesten Stand laufen.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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