Lisa-Marie Unger • 9. Juni 2026

Google Ads - Neuer Prospects-Modus für Neukunden

Google führt in Google Ads einen neuen Prospects-Modus ein, mit dem du gezielt Menschen erreichst, die deine Marke noch gar nicht kennen. Was hinter dem Modus steckt und wie du ihn sinnvoll für echtes Neukundenwachstum nutzt, liest du in diesem Beitrag.


Was neu ist

Google bringt einen neuen Targeting-Modus mit dem Namen "new prospects" in Google Ads. Damit kannst du Menschen ansprechen, die noch nie mit deiner Marke in Berührung gekommen sind. Der Modus ist Teil der New-Customer-Acquisition-Werkzeuge und soll noch in diesem Jahr starten.


Der Unterschied zum bisherigen Neukunden-Targeting ist wichtig. Klassisches Neukunden-Targeting richtet sich an Personen, die bei dir noch nicht gekauft haben. Der neue Modus geht einen Schritt weiter und zielt auf Menschen, die deine Marke überhaupt nicht kennen. Es geht also nicht um Interessenten, die schon einmal in deine Nähe gekommen sind, sondern um komplett kalte Zielgruppen in der frühen Entdeckungsphase.


Dafür schliesst das System bestimmte Nutzer automatisch aus. Ausgenommen werden Personen, die bereits gekauft haben, die nach deinen Markenbegriffen gesucht haben, die deine Website oder App besucht haben oder die sich über Google und YouTube mit deinen Markeninhalten beschäftigt haben. Übrig bleibt damit genau die Gruppe, die dich noch gar nicht auf dem Schirm hat. Genau dorthin fliesst dann dein Werbebudget.

Weisse Figuren in einer Reihe, auf die ein roter Pfeil zeigt, der auf eine einzelne rote Figur auf blauem Hintergrund verweist.

Warum das wichtig ist

Viele Werbekonten geben einen erheblichen Teil ihres Budgets immer wieder für dieselben Zielgruppen aus. Bestandskunden und Personen, die ohnehin schon Interesse zeigen, werden erneut und erneut angesprochen. Das bringt zwar Conversions, aber oft kein echtes Wachstum. Es ist Nachfrage, die du sowieso hattest.


Der neue Prospects-Modus gibt dir mehr Kontrolle darüber, wie aggressiv du auf zusätzliches Wachstum setzt, statt deine vorhandenen Zielgruppen ständig neu zu bearbeiten. Du erreichst neue Menschen früher im Kaufprozess und kannst deine Neukundengewinnung effizienter gestalten, weil die KI die unpassenden Nutzer automatisch ausschliesst.


Das ist besonders dann interessant, wenn du wachsen willst und nicht nur den bestehenden Kundenstamm abschöpfen möchtest. Wer neue Märkte erschliesst, ein neues Angebot bekannt machen will oder den Bekanntheitsgrad gezielt steigern möchte, findet hier ein passendes Werkzeug.


Wachstum und Effizienz im Gleichgewicht

Hinter der Neuerung steckt ein grösserer Gedanke. Google positioniert KI-gestütztes Zielgruppen-Targeting zunehmend als Weg, um Wachstum und Effizienz in Einklang zu bringen. Statt nur auf möglichst viele Conversions zu optimieren, sollst du steuern können, wie viel Wert ein neuer Kunde für dich hat.


Dazu nennt Google eine Zahl aus dem verwandten New Customer Acquisition Value Mode, bei dem neue Käufer höher bewertet werden, bestehende Kunden aber weiterhin erreichbar bleiben. Laut Google verzeichneten Werbetreibende, die diesen Modus nutzten, eine Verbesserung des ROAS um neun Prozent, wenn sie neue Kunden mit dem doppelten durchschnittlichen Bestellwert bewerteten. Diese Angabe stammt von Google selbst und sollte vor einer Entscheidung kritisch eingeordnet werden, weil sich solche Werte je nach Branche und Konto stark unterscheiden.


Der Trend dahinter ist klar erkennbar. Plattformen nutzen immer stärker Verhaltenssignale, First-Party-Daten und automatisierte Ausschlüsse, um Nutzer früher im Kaufprozess zu erkennen und gezielt anzusprechen.


Was du dabei beachten solltest

So nützlich der Modus klingt, es gibt auch Punkte, die du im Blick behalten solltest. Der Erfolg hängt stark davon ab, wie genau Google markenunbekannte Nutzer überhaupt erkennen kann. Dabei muss die Plattform Reichweite, Effizienz und die Einschränkungen beim Tracking gegeneinander abwägen. Je strenger der Datenschutz, desto schwieriger ist die saubere Identifikation kalter Zielgruppen.


Für dich bedeutet das: Erwarte keine sofortigen Wunder. Kalte Zielgruppen brauchen in der Regel mehr Berührungspunkte, bis sie konvertieren. Die Conversion-Rate liegt zu Beginn oft tiefer als bei warmen Zielgruppen, dafür gewinnst du echte Neukunden statt, nur vorhandene Nachfrage abzuschöpfen. Du solltest den Modus deshalb mit realistischen Erwartungen und einem passenden Zeithorizont angehen.


Auch beim Datenschutz lohnt sich ein Blick. Wenn du mit First-Party-Daten und Ausschlusslogiken arbeitest, sollten Erfassung und Nutzung mit dem revidierten Datenschutzgesetz vereinbar sein.


So gehst du jetzt vor

Überlege zuerst, ob echtes Neukundenwachstum aktuell überhaupt dein Ziel ist. Wenn du primär bestehende Nachfrage abschöpfen willst, ist der Modus nicht der richtige Hebel. Geht es dir dagegen um Wachstum und Bekanntheit, passt er gut.


Bereite als Nächstes deine Daten vor. Saubere Kundenlisten und gut gepflegte First-Party-Daten helfen Google, die richtigen Ausschlüsse vorzunehmen und kalte Zielgruppen besser zu erkennen. Definiere ausserdem, was dir ein neuer Kunde wirklich wert ist, damit du den Wert neuer Käufer im Konto sinnvoll abbilden kannst.


Plane das Ganze als Test mit eigenem Budget und klaren Erfolgskriterien. Trenne die Prospecting-Kampagne sauber von deinen Kampagnen für warme Zielgruppen, damit du den Effekt ehrlich bewerten kannst. Beobachte dabei nicht nur die kurzfristige Conversion-Rate, sondern den langfristigen Wert der gewonnenen Kunden.


Behalte zum Schluss den Rollout im Blick. Sobald der Modus in deinem Konto verfügbar ist, kannst du mit einem kontrollierten Test starten und schrittweise ausbauen, wenn die Ergebnisse stimmen.


Fazit

Mit dem neuen Prospects-Modus gibt Google dir ein Werkzeug, um gezielt Menschen zu erreichen, die deine Marke noch nicht kennen. Das ist ein klarer Schritt weg vom reinen Abschöpfen vorhandener Nachfrage hin zu echtem Neukundenwachstum.


Der grösste Hebel liegt in der richtigen Erwartung und einer sauberen Datenbasis. Wer den Modus als langfristiges Wachstumsinstrument versteht, den Wert neuer Kunden klar definiert und die Ergebnisse geduldig auswertet, kann damit neue Zielgruppen erschliessen. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, hilft dir die netpulse AG, deine Neukundenstrategie aufzusetzen und Wachstum und Effizienz in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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