Lisa-Marie Unger • 8. Juni 2026

Merchant Center - Neue KI-Insights fürs Shopping

Google bringt neue KI-Shopping-Insights ins Merchant Center und zeigt Händlern, wie ihre Produkte in den KI-gestützten Shopping-Ergebnissen abschneiden. Was die Berichte können und wie du deinen Produktfeed schon heute darauf vorbereitest, liest du in diesem Beitrag.


Was bei Merchant Center passiert

Google führt neue KI-Performance-Insights im Merchant Center ein. Damit kannst du als Händler verfolgen, wie deine Produkte in den KI-gestützten Shopping-Ergebnissen von Google auftauchen. Bisher war weitgehend unklar, was mit deinen Produkten passiert, sobald sie in KI-Antworten und Suchergebnissen landen. Genau diese Lücke sollen die neuen Berichte schliessen.


Vier Arten von Insights stehen im Mittelpunkt. Erstens der Share of Voice, der deine Markensichtbarkeit mit der, vergleichbarer Händler ins Verhältnis setzt. Du siehst also nicht nur deine eigene Leistung, sondern auch, wie du im Vergleich zum Wettbewerb dastehst. Zweitens die Shopping-Funnel-Leistung über die Phasen Entdeckung, Bewertung und Kauf hinweg. Du erkennst damit, an welcher Stelle des Kaufprozesses Interessenten abspringen.


Drittens die Produktbegriff-Insights, die dir zeigen, welche Shopping-Anfragen gerade beliebt sind. Du verstehst dadurch besser, in welcher Sprache Kundinnen und Kunden tatsächlich nach deinen Produkten fragen. Und viertens die Produktattribut-Insights, die fehlende Produktangaben sichtbar machen. Laut Google kannst du damit erkennen, welche strukturierten Attribute wie Farbe, Material oder Stil in deinem Feed unvollständig sind.

Verkaufstaschen mit den Aufschriften „50 %“, „SALE“ und „30 %“ sowie drei Geschenkboxen auf blauem Hintergrund.

Warum das wichtig ist

KI-gestützte Shopping-Erlebnisse verändern, wie Menschen Produkte entdecken, sei es in der Suche oder in Gemini. Die Sichtbarkeit innerhalb Ergebnisse wird damit immer wichtiger. Wenn deine Produkte dort nicht sauber auftauchen, verlierst du potenzielle Käufer, ohne es überhaupt zu merken.


Die neuen Insights geben dir einen frühen Zugang zu genau diesen Leistungsdaten. Du kannst die Qualität deines Produktfeeds verbessern, die Auffindbarkeit gezielt optimieren und besser verstehen, wie Googles KI-Oberflächen deine Produkte einordnen und empfehlen. Das ist ein deutlicher Schritt weg vom blossen Raten hin zu echten Daten.


Besonders nützlich ist der Blick auf fehlende Attribute. In klassischen Produktlisten konnte ein lückenhafter Feed lange unbemerkt bleiben. In konversationellen Ergebnissen wird er schnell zum Problem, weil die KI auf vollständige, gut strukturierte Informationen angewiesen ist, um dein Produkt überhaupt passend vorzuschlagen.


Vom Feed-Tool zur KI-Commerce-Plattform

Hinter der Neuerung steckt eine grössere Entwicklung. Merchant Center verwandelt sich Schritt für Schritt von einem reinen Werkzeug zur Verwaltung von Produktfeeds in eine Plattform zur Optimierung für den KI-gestützten Handel.


Je Suche, Gemini und AI Overviews werden, desto mehr musst du deinen Produktfeed wie SEO-Content behandeln. Es geht nicht mehr nur um korrekte Pflichtfelder, sondern um Vollständigkeit, Kontext und eine natürliche, sprachlich gut auffindbare Beschreibung. Ein Produkt, das in natürlicher Sprache klar und umfassend beschrieben ist, hat bessere Chancen, in einer KI-Antwort empfohlen zu werden.


Das verbindet zwei Welten, die früher getrennt waren. Wer im klassischen Shopping erfolgreich war, hat oft auf möglichst günstige Gebote und einen technisch sauberen Feed gesetzt. Im KI-Handel kommt die inhaltliche Qualität deiner Produktdaten als zusätzlicher Hebel dazu. Das passt zu dem, was unter GEO und AEO ohnehin schon für Websites gilt: Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass KI-Systeme sie verstehen und zitieren können.


Wichtig für Schweizer Händler

Ein Punkt zur Einordnung, der gerade für dich in der Schweiz relevant ist: Die neuen KI-Performance-Insights werden in den kommenden Monaten zunächst in den USA, Kanada, Australien, Indien und Neuseeland ausgerollt. Die Schweiz ist in dieser ersten Welle nicht dabei.


Verfügbar ist die Funktion für dich also voraussichtlich noch nicht direkt. Trotzdem lohnt es sich, das Thema jetzt auf dem Schirm zu haben. Solche Funktionen werden erfahrungsgemäss nach und nach auf weitere Märkte ausgeweitet. Wer die Grundlagen vorbereitet, kann die Insights sofort nutzen, sobald sie hier verfügbar sind. Und die zugrundeliegende Logik, also ein vollständiger und gut beschriebener Produktfeed, zahlt sich ohnehin schon heute aus.


So gehst du jetzt vor

Auch ohne Zugang zu den neuen Berichten kannst du deinen Feed bereits vorbereiten. Geh als Erstes deine strukturierten Attribute durch und prüfe, wo Angaben fehlen. Farbe, Material und Stil sind typische Felder, die in vielen Feeds unvollständig sind, aber für die KI-Auffindbarkeit eine wichtige Rolle spielen.


Schau dir dann an, wie deine Produktbeschreibungen formuliert sind. Statt reiner Stichworte solltest du auf klare, natürliche Sprache setzen, die beschreibt, was das Produkt ist, für wen es gedacht ist und in welchem Zusammenhang es genutzt wird. Genau so fragen Menschen in Suchen nach Produkten.


Überlege ausserdem, welche Fragen deine Kundinnen und Kunden rund um deine Produkte stellen. Diese Fragen kannst du in deine Produktdaten und auf deine Produktseiten einarbeiten. Das verbessert nicht nur die Chancen im KI-Shopping, sondern auch deine klassische Auffindbarkeit.


Behalte zum Schluss die Verfügbarkeit im Blick. Sobald die Insights in der Schweiz ausgerollt werden, solltest du als Erstes deinen Share of Voice und die Funnel-Leistung prüfen, um zu sehen, wo du im Vergleich zum Wettbewerb stehst und an welcher Stelle im Kaufprozess noch Potenzial liegt.


Fazit

Mit den neuen KI-Shopping-Insights macht Google sichtbar, was bisher im Verborgenen lag: wie deine Produkte in den KI-gestützten Ergebnissen tatsächlich abschneiden. Für Händler ist das ein wertvoller Einblick, um Feed-Qualität, Auffindbarkeit und Wettbewerbsposition gezielt zu verbessern.


Auch wenn die Funktion in der Schweiz noch nicht startet, ist die Richtung klar. Der Produktfeed wird zur inhaltlichen Visitenkarte deiner Produkte im KI-Handel. Wer ihn vollständig, kontextreich und in natürlicher Sprache aufbereitet, ist bestens vorbereitet. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, hilft dir ein erfahrenes Team, deinen Feed sauber aufzustellen und deine Produkte fit für die Suche zu machen.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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