Lisa-Marie Unger • 10. Juni 2026

Google Search-Profile - Neue Chance in Discover

Google rollt in den USA neue Search-Profile für Publisher und Creator aus. Sie erscheinen direkt in Google Discover und bündeln Artikel, Videos und Social Posts. Wir zeigen dir, was dahintersteckt und warum das Feature auch deine Sichtbarkeit betrifft.


Was Search-Profile sind

Google führt mit den Search-Profilen eine neue Art von Landingpage für Publisher und Creator ein. Statt nur einzelne Artikel in den Suchergebnissen oder in Discover zu zeigen, erhältst du als Anbieter eine eigene, zentrale Seite. Dort laufen deine neusten Artikel, Videos und Social-Media-Beiträge an einem Ort zusammen. Nutzerinnen und Nutzer können dieser Seite mit einem Klick folgen und sehen deine Inhalte danach häufiger in Discover, also auf dem Startbildschirm der Google-App.


Google beschreibt die Funktion als zentralen, teilbaren Ort, an dem du deine Präsenz in der Suche aktiv gestalten kannst. Das Ziel: Das Publikum soll korrekte und aktuelle Informationen über eine Quelle finden und Inhalte plattformübergreifend an einer Stelle entdecken. Damit geht Google einen Schritt weiter als bisher, denn es geht nicht mehr nur um einzelne Treffer, sondern um deine Marke als Ganzes.

Zwei Personen betrachten eine Suchseite mit einem grossen Lupensymbol auf blauem Hintergrund.

So sieht das Profil aus

Das Search-Profil ist optisch klar als Markenseite aufgebaut. Es gibt ein grosses Header-Bild, einen Folgen-Button und einen Bereich, in dem deine aktuellsten Inhalte präsentiert werden. Besucher können also direkt erkennen, wer hinter den Inhalten steht, und entscheiden, ob sie dir folgen möchten.


Google testet dieses Format bereits seit mehreren Monaten und hat es laufend angepasst. Zuletzt kamen sogar kurze, sprechende Profil-URLs (Shortnames) dazu, mit denen sich ein Profil einfacher teilen lässt. Das zeigt, dass Google die Funktion ernst meint und sie nicht als kurzes Experiment versteht.


Wer aktuell Zugang erhält

Hier liegt der entscheidende Haken: Search-Profile sind vorerst nur in den USA verfügbar und richten sich an Publisher und Creator mit einer relevanten Reichweite. Google rollt die Funktion zuerst für Anbieter aus, die auf mindestens einer grossen Social- oder Video-Plattform ein nennenswertes Publikum haben.


Konkret nennt Google folgende Mindestschwellen auf mindestens einer Plattform:


  • TikTok: 300'000 Follower
  • YouTube: 100'000 Abonnenten
  • Instagram: 100'000 Follower
  • X: 100'000 Follower


Wer diese Hürden erreicht, kann sein Profil beanspruchen und mit Avatar, Bio, Website sowie Verknüpfungen zu Social- und Video-Plattformen anpassen. Google hat angekündigt, den Zugang mit der Zeit auszuweiten. Für den Schweizer Markt heisst das: Das Feature ist heute noch nicht verfügbar, dürfte aber früher oder später auch hier ankommen. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema jetzt schon auf dem Radar zu haben.


Die Verbindung zum Knowledge Panel

Spannend ist, was beim Beanspruchen eines Profils im Hintergrund passiert. Laut Google kann das Anlegen eines Search-Profils bei berechtigten Anbietern die Erstellung eines Knowledge Panels auslösen. Hast du bereits ein Knowledge Panel, wird dieses mit deinem aktualisierten Avatar, deinen neusten Inhalten und einem direkten Link zum Profil angereichert.


Das ist aus SEO-Sicht ein wichtiger Punkt. Das Knowledge Panel ist jene prominente Infobox, die Google rechts neben oder über den Suchergebnissen einblendet. Wer hier Kontrolle gewinnt, prägt aktiv, wie die eigene Marke in der Suche wahrgenommen wird. Search-Profile werden so zu einem weiteren Baustein, um deine Entitätsdaten und damit dein Auftreten bei Google sauber zu steuern.


Für Publisher und Creator ergibt sich daraus ein doppelter Hebel. Einerseits steuerst du die Inhalte, die im Profil erscheinen, andererseits verbesserst du indirekt die Datengrundlage, auf die Google für deine Marke zurückgreift. Je klarer und vollständiger diese Informationen sind, desto verlässlicher kann Google sie ausspielen, sei es im Knowledge Panel, in Discover oder zunehmend auch in KI-gestützten Antworten. Genau dieser Zusammenhang macht das Thema relevant, lange bevor das Feature offiziell bei uns startet.


So verwaltest du dein Profil

Google stellt dafür eigene Hilfeseiten bereit. Du kannst ein neues Search-Profil erstellen, ein bestehendes Profil beanspruchen oder ein vorhandenes Profil verwalten. Beim Einrichten hinterlegst du Avatar, Kurzbeschreibung, Website sowie deine Social- und Video-Kanäle. So entsteht ein konsistentes Bild deiner Marke über alle Berührungspunkte hinweg.


Auch wenn die Funktion bei uns noch nicht aktiv ist, gilt der Grundgedanke schon heute: Wer seine Online-Präsenz strukturiert pflegt, ist im Vorteil, sobald Google neue Features ausrollt. Eine gepflegte Website, klare Markeninformationen und aktive Social-Kanäle sind die Basis, auf der solche Profile später aufbauen.


Warum das wichtig ist

Google baut sein Angebot für Publisher und Creator kontinuierlich aus und versucht damit, mehr Aufmerksamkeit über Suche und Discover zu generieren. Search-Profile sind ein neuer Weg, um auf Google ein grösseres Publikum aufzubauen und gleichzeitig auf die eigenen anderen Plattformen aufmerksam zu machen. Im Zentrum steht dabei immer das Ziel, deine aktuellsten Inhalte stärker hervorzuheben.


Die grosse offene Frage bleibt allerdings, ob das ausreicht, während KI-Antworten und AI Overviews einen wachsenden Teil der klassischen Google-Suche übernehmen. Genau hier zeigt sich der eigentliche Wert des Features: Wenn klassische Klicks seltener werden, gewinnt jede Möglichkeit an Bedeutung, die direkte Beziehung zwischen Marke und Publikum zu stärken. Ein Follower-Klick auf dein Profil ist eine solche Beziehung, die nicht von jedem Algorithmus-Update  neu verhandelt wird.


Was das für dich bedeutet

Auch wenn Search-Profile vorerst US-Publishern mit grosser Reichweite vorbehalten sind, lohnt sich der Blick darauf. Der Trend ist klar: Google bewegt sich von einzelnen Treffern hin zu markenzentrierten, plattformübergreifenden Auftritten. Für Schweizer Unternehmen heisst das, die eigene digitale Präsenz so aufzustellen, dass sie auf solche Entwicklungen vorbereitet ist.


Konkret heisst das für dich:


  • Pflege deine Entitätsdaten und sorge für konsistente Marken- und Kontaktinformationen über alle Kanäle hinweg.
  • Halte deine Social- und Content-Kanäle aktiv, denn Reichweite wird zur Eintrittskarte für neue Google-Features.
  • Setze auf eine technisch saubere, gut strukturierte Website als stabiles Fundament für deine gesamte Sichtbarkeit.


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Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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