Lisa-Marie Unger • 24. August 2026

PMax - Local Customer Optimization

Google bringt Local Customer Optimization in Performance Max: Kampagnen mit Ladenzielen priorisieren damit Menschen in der Nähe, die kurz vor dem Besuch stehen. Wo die Anzeigen erscheinen, welche Einschränkung du kennen musst und wie du das Feature aktivierst, erfährst du hier.


Was hinter dem neuen Feature steckt

Google hat ein neues Hilfedokument zu Local Customer Optimization für Performance-Max-Kampagnen mit Ladenzielen veröffentlicht. Angekündigt wurde die Verlagerung dieser Ausspielung in Performance Max bereits im Vormonat – jetzt liegen die Details vor.


Die Idee ist schnell erklärt: Deine Kampagne soll gezielt Menschen erreichen, die gerade eine Fahrt planen, navigieren oder nach Geschäften in ihrer Umgebung suchen. Also genau jene Momente, in denen aus einer Suchanfrage kurzfristig ein Ladenbesuch, eine Wegbeschreibung oder ein Anruf werden kann.


Ausgespielt wird über Google Maps, Waze und lokale Formate in der Google-Suche. Laut Google zielt das Feature darauf ab, lokale Kundschaft mit hoher Kaufabsicht genau in dem Moment abzuholen, in dem ein Besuch am wahrscheinlichsten ist.

Eine Navigationskarte auf dem Smartphone, die eine Person mithilfe von Standortmarkierungen und Routenmarkierungen zu einem Geschäft führt.

Warum das eine relevante Lücke schliesst

Bisher liess sich Performance Max nicht gezielt auf diese Nutzungssituationen optimieren. Wer navigierte, eine Route plante oder mit unmittelbarer lokaler Absicht in der Umgebung suchte, war für PMax-Kampagnen nicht separat ansteuerbar.


Genau das ändert sich. Für stationäre Betriebe bedeutet das: Diese Platzierungen sind jetzt aus einer einzigen Kampagne heraus erreichbar, statt über getrennte Kampagnentypen und Konstruktionen. Wer Filialen betreibt – Gastronomie, Werkstätten, Fachhandel, Praxen, Fitnessstudios – bekommt damit einen zusätzlichen Hebel für Laufkundschaft.


Die entscheidende Einschränkung: kein Merchant Center

Hier lohnt sich genaues Lesen, denn die Voraussetzung schliesst viele Setups aus: Local Customer Optimization ist nicht mit dem Merchant Center kompatibel.


Performance-Max-Kampagnen, die Produkte aus dem Merchant Center nutzen, oder Kampagnen mit Online-Conversion-Zielen können das Feature nicht verwenden. Wer es einsetzen will, muss entweder den Produktfeed aus der Kampagne entfernen oder eine separate Kampagne mit Ladenzielen aufsetzen.


In der Praxis heisst das für die meisten Händler mit Onlineshop: Es läuft auf eine zusätzliche Kampagne hinaus. Und das ist keine triviale Entscheidung. Eine weitere PMax-Kampagne bedeutet ein weiteres Budget, eine eigene Lernphase und potenziellen Wettbewerb um dieselben Nutzenden innerhalb deines eigenen Kontos. Rechne vorher durch, ob dein Filialgeschäft genug Volumen hat, um eine separate Kampagne sinnvoll zu füttern – sonst zerfasert dein Budget über zu viele Kampagnen mit zu wenig Signal.


So aktivierst du Local Customer Optimization

Legst du eine neue Performance-Max-Kampagne mit Ladenzielen an, erscheint während der Einrichtung ein neuer Schalter für Local Customer Optimization. Voraussetzung ist, dass du zuvor Offline-Conversion-Ziele ausgewählt hast – etwa Ladenbesuche, Wegbeschreibungen oder Umsätze im Geschäft.


Bei bestehenden Kampagnen findest du die Einstellung in den Kampagneneinstellungen unter «Budget- und Gebotsoptimierung». Sobald du sie aktivierst und speicherst, richtet Google die Auslieferung auf Nutzende in der Nähe mit hoher Kaufabsicht aus.


Beruhigend: Du kannst das Feature jederzeit wieder deaktivieren. Die Kampagne kehrt dann zum normalen Performance-Max-Verhalten zurück. Das macht einen Test vergleichsweise risikoarm – vorausgesetzt, du weisst, woran du den Erfolg misst.


Für wen sich der Test lohnt

Sinnvoll ist das Feature vor allem dann, wenn drei Bedingungen zusammenkommen.


Erstens: Du hast physische Standorte, deren Umsatz messbar von Laufkundschaft abhängt. Zweitens: Du kannst Offline-Conversions überhaupt erfassen – also Ladenbesuche, Klicks auf Wegbeschreibungen, Anrufe oder Umsätze im Geschäft. Drittens: Dein Filialgeschäft trägt genug Volumen, um eine eigene Kampagne zu rechtfertigen.


Weniger geeignet ist der Ansatz für reine Onlineshops, für Unternehmen mit sehr wenigen oder sehr abgelegenen Standorten und für Marken, deren Kaufentscheidung ohnehin lange vor dem Besuch fällt.


Ein Sonderfall sind Filialnetze mit stark unterschiedlicher Standortqualität. Eine Filiale in einer belebten Innenstadt und eine im Gewerbegebiet am Stadtrand profitieren völlig unterschiedlich von Navigations- und Umgebungssignalen. Wenn deine Standorte weit auseinanderliegen, lohnt es sich, die Ergebnisse nach Standort auszuwerten, statt nur den Kampagnendurchschnitt zu betrachten.


Was du vor dem Start prüfen solltest

Local Customer Optimization steht und fällt mit deinen Standortdaten. Bevor du den Schalter umlegst, lohnt sich eine kurze Grundreinigung:


Unternehmensprofil. Prüfe für jeden Standort Adresse, Kategorie, Telefonnummer und vor allem die Öffnungszeiten, inklusive Feiertage. Wer Menschen in die Filiale schickt, die vor verschlossener Tür stehen, verbrennt Budget und Reputation gleichzeitig.


Standortverknüpfung. Stelle sicher, dass die richtigen Standorte mit dem Konto verknüpft und in der Kampagne aktiv sind. Alte, geschlossene oder doppelt erfasste Filialen gehören raus.


Conversion-Messung. Kläre vorab, welche Offline-Signale du wirklich zuverlässig erfasst. Ladenbesuchsmessungen unterliegen Schwellenwerten und stehen nicht jedem Konto zur Verfügung. Wenn dir diese Daten fehlen, ziehe messbare Ersatzsignale wie Wegbeschreibungen und Anrufe heran und lege vorher fest, welchen Wert du ihnen zuweist.


Assets. Denke daran, wo die Anzeigen erscheinen. In Maps und Waze werden Inhalte oft unterwegs auf dem Smartphone konsumiert, häufig mit begrenzter Aufmerksamkeit. Kurze, klare Botschaften mit lokalem Bezug funktionieren dort besser als erklärungsbedürftige Kampagnenclaims.


So bewertest du den Test sauber

Setze dir vor dem Start einen Zeitrahmen und eine Vergleichsbasis. Sinnvoll sind mindestens vier Wochen, damit die Kampagne die Lernphase hinter sich lässt und du saisonale Ausreisser einordnen kannst.


Dokumentiere deine Ausgangswerte: Kosten pro Ladenbesuch beziehungsweise pro Wegbeschreibung, Anteil mobiler Impressionen, Anzahl der Anrufe. Achte zusätzlich darauf, ob deine bestehenden Kampagnen Volumen verlieren, gerade wenn du parallel eine feedbasierte PMax-Kampagne betreibst, ist Kannibalisierung ein realistisches Szenario.


Und behalte im Blick, dass lokale Wirkung oft verzögert eintritt. Ein Klick auf eine Wegbeschreibung am Donnerstag kann zum Besuch am Samstag führen. Wer nur die Tageswerte anschaut, unterschätzt den Effekt systematisch.


Fazit

Local Customer Optimization ist kein Umbruch, aber eine sinnvolle Ergänzung: Performance Max kann jetzt gezielt Menschen ansprechen, die sich ohnehin gerade in Bewegung Richtung Geschäft befinden, über Maps, Waze und lokale Suchformate.


Der Haken ist die fehlende Merchant-Center-Kompatibilität. Sie zwingt viele Händler zu einer strukturellen Entscheidung, statt einfach einen Schalter umzulegen. Genau deshalb solltest du vorher klären, wie viel Umsatz an deinen Standorten hängt und ob du diesen Beitrag überhaupt messen kannst.


Wenn dein stationäres Geschäft relevant zum Umsatz beiträgt und du Offline-Conversions verlässlich erfasst, ist ein sauber aufgesetzter Test die Sache wert. Und falls es nicht funktioniert, ist die Rückkehr zum Standardverhalten nur einen Klick entfernt.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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