Lisa-Marie Unger • 29. Juli 2026

Google – Kennzeichnung von KI-generierten Anzeigen

Nutzt du KI, um Anzeigen zu erstellen? Dann wird das künftig sichtbar. Google führt neue Transparenzhinweise ein: Über "How this ad was made" im My Ad Center erfahren Nutzer, ob eine Anzeige mit KI erstellt oder bearbeitet wurde. Wir zeigen dir, wie das funktioniert und was du beachten musst.


Was Google einführt

Google führt einen neuen Transparenzhinweis für Werbung ein. In der Übersicht My Ad Center gibt es neu den Abschnitt "How this ad was made", also "Wie diese Anzeige entstanden ist". Dort erfahren Nutzer, ob eine Anzeige mit KI erstellt oder bearbeitet wurde.


Der Hinweis erscheint bei Anzeigen in der Google-Suche, auf YouTube und in Discover. Aufrufen lässt er sich über das Drei-Punkte-Menü oder das Info-Symbol bei einer Anzeige. Der Rollout ist weltweit angelegt und wird laut Google im Juli schrittweise über die Werbeprodukte wie Google Ads, Display & Video 360, Campaign Manager 360, Merchant Center und den Ads Editor ausgespielt.


Das My Ad Center ist dabei kein neuer Ort. Nutzer konnten dort schon bisher Anzeigen blockieren, melden oder nachvollziehen, warum ihnen eine bestimmte Werbung gezeigt wird und wer dahintersteckt. Der neue Abschnitt zur KI-Nutzung reiht sich also in bestehende Transparenzfunktionen ein, statt eine völlig neue Oberfläche zu schaffen. Für dich bedeutet das: Interessierte Nutzer finden die Information genau dort, wo sie ohnehin schon nach Hintergründen zu einer Anzeige suchen.

Laptop-Bildschirm, auf dem die Google-Startseite zu sehen ist, mit sichtbaren App-Symbolen und der Taskleiste

Wer die KI-Nutzung offenlegt

Entscheidend ist, wie die Offenlegung zustande kommt, denn das hängt davon ab, womit du deine Anzeige erstellst.


Nutzt du Googles eigene KI-Werbetools, übernimmt Google die Kennzeichnung automatisch. Du musst nichts tun, der Hinweis erscheint von selbst im My Ad Center der Anzeige.


Erstellst du deine Anzeige dagegen mit KI-Tools ausserhalb von Google, liegt es an dir. Google stellt dafür eine neue Steuerung bereit, mit der du angibst, dass KI im Spiel war. Wichtig: Google prüft das nicht selbst nach. Bei Drittanbieter-Tools verlässt sich der Konzern also auf deine ehrliche Angabe. Die entsprechenden Assets kennzeichnest du über den Verwaltungsprozess in Asset Studio.


Wann ein Label direkt auf der Anzeige steht

In den meisten Fällen steht der Hinweis nur im My Ad Center, also einen Klick entfernt. In manchen Regionen kann jedoch zusätzlich ein Label direkt auf der Anzeige erscheinen, wenn das lokale Recht das verlangt. Google nennt hier ausdrücklich die Europäische Union, Indien und den US-Bundesstaat New York.


Für dich als Schweizer Unternehmen ist dieser Punkt relevant, sobald du Kampagnen ausspielst, die sich an ein EU-Publikum richten. Auch wenn in der Schweiz selbst keine solche Pflicht besteht, greifen die Vorgaben, sobald deine Anzeigen in einem regulierten Markt ausgeliefert werden.


Zu beachten ist ausserdem, dass die Hinweise nicht nur auf Googles eigenen Flächen erscheinen. Sie gelten auch für Anzeigen, die Google auf Websites von Drittanbietern ausliefert. Dort finden Nutzer dieselbe Information über das AdChoices-Symbol oder das Drei-Punkte-Menü. Die Kennzeichnung folgt deiner Anzeige also über verschiedene Umfelder hinweg und lässt sich nicht dadurch umgehen, dass die Werbung ausserhalb von Suche, YouTube oder Discover erscheint.


Warum Google diesen Schritt geht

Der Hintergrund ist der rasante Einzug von KI in die Werbung. Google selbst bietet Tools zum Erzeugen von Texten, Bildern und Videos an, setzt seine Gemini-Modelle über die Plattform hinweg ein und nutzt KI-Kreatives in Produkten wie AI Max und Performance Max. Je mehr Werbung teils oder ganz maschinell entsteht, desto grösser wird der Druck, synthetische Inhalte klar erkennbar zu machen.


Diese Entwicklung betrifft die ganze Branche. Meta kennzeichnet Anzeigen, die mit den eigenen KI-Tools entstehen, bereits automatisch und verlangt eine Offenlegung für KI-Werbung von Drittanbietern. In der EU dürfte der AI Act Transparenz für realistische synthetische Medien vorschreiben. Für Google ist es das erste Mal, dass eine KI-Offenlegungspflicht über politische Werbung hinausgeht. Bisher galt eine solche Regel nur für Wahlwerbung, eingeführt 2023.


Google verweist zudem auf bestehende Schutzmechanismen. In Inhalte aus den eigenen KI-Tools bettet der Konzern bereits unsichtbare Signale wie SynthID ein, mit denen sich maschinell erzeugte Inhalte später erkennen lassen.


Bestehende Werberegeln gelten weiter

Wichtig zu verstehen: Die neuen Hinweise ändern nichts an den übrigen Regeln. Irreführende oder täuschende Anzeigen bleiben verboten, egal ob KI im Spiel war oder nicht. Und die Kennzeichnung entbindet dich nicht davon, klar auszuweisen, wer du bist und was du bewirbst. Die KI-Offenlegung kommt also obendrauf, sie ersetzt keine der bisherigen Pflichten.


Was das für dich bedeutet

Wenn du KI in deinem Werbeprozess nutzt, und sei es nur zum Generieren eines Bildes oder zum Umschreiben eines Textes, solltest du das künftig dokumentieren. Baue die Offenlegung fest in deinen Ablauf ein, damit kein Asset ungekennzeichnet durchrutscht.


Konkret heisst das dreierlei. Erstens: Verschaffe dir einen Überblick, an welchen Stellen in deiner Anzeigenproduktion KI zum Einsatz kommt. Zweitens: Nutzt du Drittanbieter-Tools, denke aktiv daran, die Kennzeichnung über die neue Steuerung zu setzen, da Google das nicht für dich erledigt. Drittens: Prüfe bei Anzeigen, die mit Googles Tools entstanden sind, stichprobenartig im My Ad Center, ob das automatische Label korrekt gesetzt wurde. Und erkläre deinen Kunden am besten vorab, was dieser Hinweis bedeutet, bevor sie ihn selbst entdecken.

Du nutzt KI für Google-Anzeigen und möchtest die neuen Kennzeichnungspflichten korrekt umsetzen?

Als Google Premier Partner unterstützt dich netpulse dabei, deine Kampagnen transparent und regelkonform aufzusetzen. Melde dich bei uns, wir prüfen deine Anzeigen gemeinsam.

Fazit

Die Kennzeichnung von KI-Werbung ist ein weiterer Schritt weg von der stillen, unmarkierten Nutzung generativer KI. Für seriöse Werbetreibende ist das keine Bedrohung, sondern eine Gelegenheit, Transparenz zu zeigen. Wer offen mit dem Einsatz von KI umgeht, wirkt glaubwürdiger als jemand, der ihn zu verbergen versucht.


Unser Rat: Warte nicht, bis Vorschriften dich dazu zwingen. Dokumentiere schon heute, wo du KI einsetzt, und mach die Offenlegung zum festen Bestandteil deiner Werbearbeit. Wenn du deine Kampagnen sauber und regelkonform aufsetzen willst, unterstützen wir dich gern dabei.



Quelle. Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


Mehr über Lisa