KI-Assistenten in der Suche – 56% des Suchvolumen
Die Art und Weise, wie Menschen im Internet nach Informationen suchen, verändert sich immer mehr. Eine neue Studie von Graphite.io-CEO Ethan Smith liefert dazu eine Zahl, die aufhorchen lässt: KI-Assistenten generieren weltweit bereits 45 Milliarden monatliche Sitzungen.
Die Zahlen im Detail
Die Analyse umfasst die fünf grössten KI-Plattformen – ChatGPT, Gemini, Perplexity, Grok und Claude und vergleicht deren Nutzung mit den sechs grössten Suchmaschinen weltweit. Die Ergebnisse sind eindrücklich:
Weltweit kommen KI-Tools auf 45 Milliarden monatliche Sitzungen. In den USA allein sind es 5,4 Milliarden. Besonders auffällig: 83 % der globalen KI-Nutzung findet in mobilen Apps statt, in den USA sind es immer noch 75 %. Das zeigt, dass viele bisherige Vergleiche zwischen Google und ChatGPT ein völlig verzerrtes Bild gezeichnet haben, weil sie sich ausschliesslich auf Web-Traffic stützten und den weitaus grösseren App-Anteil ignorierten. Laut der Studie führt das dazu, dass die tatsächliche KI-Nutzung um das 4- bis 5-fache unterschätzt wird.
Einen besonderen Blick verdient ChatGPT: Die OpenAI-Plattform macht allein
89 % aller globalen KI-Sitzungen aus und dominiert den Markt nach wie vor klar.
KI ersetzt Suche nicht – sie ergänzt sie
Eine häufige Fehlannahme ist, dass KI-Tools die klassische Suche kannibalisieren. Die Studie widerlegt das. Die Gesamtnutzung von Suchmaschinen und KI-Assistenten zusammen ist seit 2023 um 26 % gewachsen. Es handelt sich also nicht um ein Nullsummenspiel, die KI erweitert das Informationssuche-Verhalten, sie ersetzt es nicht vollständig.
Interessant ist dabei die Unterscheidung nach Nutzungstyp. Nicht jede KI-Interaktion ist mit einer Suchanfrage vergleichbar. Rechnet man nur jene Prompts, bei denen Nutzerinnen und Nutzer aktiv nach Informationen fragen, also die klassische «Suchintention», entspricht die KI-Nutzung weltweit rund 28 % des Suchvolumens, in den USA etwa 17 %. Laut OpenAI-Forschung sind ca. 52 % aller Prompts informationssuchend, was dem klassischen Search-Verhalten am nächsten kommt.
Google verliert Marktanteile – aber langsam
Auch wenn Google nach wie vor klar die Nummer eins bei der Informationsfindung ist, zeigt die Studie einen deutlichen Trend: Der Anteil von Google am gesamten suchbezogenen Aktivitätsvolumen ist von 89 % im Jahr 2023 auf 71 % im vierten Quartal 2025 gesunken. Das ist ein spürbarer Rückgang innerhalb von nur zwei Jahren.
Gleichzeitig zeigt die globale KI-Nutzung seit Juli 2025 eine Wachstumsabflachung, während die USA weiter stark zulegen: Im Dezember 2025 lag das jährliche Wachstum in den USA bei rund 300 %.
Was das für deine Strategie bedeutet
Die Botschaft aus dieser Studie ist klar: SEO allein reicht nicht mehr aus. Wer heute in der digitalen Suche sichtbar sein will, muss auch dort präsent sein, wo KI-Modelle ihre Antworten beziehen. Das Stichwort lautet GEO, Generative Engine Optimization: die Optimierung von Inhalten für KI-Sprachmodelle, damit diese deine Marke, deine Produkte oder deine Dienstleistungen in ihren Antworten berücksichtigen.
Das bedeutet konkret: Hochwertiger, klar strukturierter und faktenbasierter Content ist wichtiger denn je. KI-Modelle bevorzugen Quellen, die Expertise ausstrahlen, gut verlinkt sind und klar beantworten, was Nutzer wissen wollen.
Fazit
Die Suche ist nicht tot. Sie wird grösser und vielfältiger. Statt zwischen SEO und KI-Optimierung zu wählen, solltest du beides denken. Wer frühzeitig versteht, wie KI-Assistenten Inhalte bewerten und weiterempfehlen, verschafft sich einen echten Wettbewerbsvorteil.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



