Lisa-Marie Unger • 24. Juni 2026

Google Ads - Target CPA und Target ROAS sind zurück

Google bringt Target CPA und Target ROAS als eigenständige Smart-Bidding-Strategien zurück. Wir zeigen dir, was hinter der Umbenennung steckt, warum sie dir die Kampagnensteuerung erleichtert und worauf du als Werbetreibender jetzt achten solltest.


Smart Bidding wird endlich wieder übersichtlich

Wer regelmässig mit Google Ads arbeitet, kennt das Problem: Die Namen der Smart-Bidding-Strategien sind in den letzten Jahren immer länger und verschachtelter geworden. Aus dem einfachen "Target CPA" wurde irgendwann "Conversions maximieren mit einem Ziel-CPA". Das klingt nicht nur sperrig, sondern hat im Arbeitsalltag auch für Verwirrung gesorgt. Genau hier setzt Google jetzt an und macht einen Schritt zurück in Richtung Klarheit.


Was sich konkret ändert

Ab diesem Monat trennt Google in Google Ads die zielbasierten Gebotsstrategien wieder klar von den volumenbasierten. In der Praxis bedeutet das: Aus "Conversions maximieren mit einem Ziel-CPA" wird wieder schlicht Target CPA. Und aus "Conversion-Wert maximieren mit einem Ziel-ROAS" wird wieder Target ROAS.


Damit kehren zwei vertraute Bezeichnungen zurück, die viele Werbetreibende seit Jahren im Kopf haben. Die beiden Strategien stehen wieder als eigenständige Optionen in deinem Konto, statt als Unterpunkt einer übergeordneten Strategie versteckt zu sein.

Ein orangefarbener Dart trifft eine Papierscheibe an einem Baumstamm.

Warum diese Unterscheidung so wichtig ist

Der Kern der Anpassung liegt in einer einfachen, aber zentralen Frage: Optimiert deine Kampagne auf maximales Volumen oder auf ein konkretes Leistungsziel? Genau diese Unterscheidung wurde durch die alten, langen Namen verwischt.


  • Zielbasierte Strategien (Target CPA und Target ROAS) richten sich danach, einen bestimmten Wert zu erreichen. Du gibst vor, was eine Conversion maximal kosten darf oder welchen Return du auf deine Werbeausgaben erwartest, und das System versucht, dieses Ziel einzuhalten.
  • Volumenbasierte Strategien verfolgen ein anderes Ziel: möglichst viele Conversions oder möglichst viel Conversion-Wert innerhalb deines Budgets, ganz ohne festen Zielwert.


Diese beiden Logiken sind grundverschieden. Wer sie verwechselt, steuert seine Kampagnen schnell in die falsche Richtung. Die klare Benennung hilft dir also, schon auf den ersten Blick zu erkennen, worauf eine Kampagne gerade ausgerichtet ist.


Ein praktisches Beispiel: Stell dir vor, du betreibst einen Onlineshop und führst zwei Kampagnen parallel. Die eine soll möglichst viel Umsatz innerhalb eines fixen Werbebudgets generieren, die andere soll jeden Franken Werbeausgaben mit mindestens dem vierfachen Umsatz zurückbringen. Mit den alten, langen Namen war kaum auf einen Blick zu erkennen, welche Kampagne welcher Logik folgt. Mit Target ROAS auf der einen und Conversion-Wert maximieren auf der anderen Seite ist die Sache sofort klar. Das spart Zeit, reduziert Fehler und macht die Zusammenarbeit im Team einfacher.


Was unverändert bleibt

Die volumenbasierten Strategien bleiben dir selbstverständlich erhalten:


  • Conversions maximieren ist weiterhin die richtige Wahl, wenn du innerhalb deines Budgets so viele Conversions wie möglich erzielen willst.
  • Conversion-Wert maximieren bleibt die Option für alle, die den höchstmöglichen Conversion-Wert aus ihrem Budget herausholen möchten.


An diesen beiden Strategien ändert sich inhaltlich nichts. Sie sind jetzt nur klarer von den zielbasierten Varianten abgegrenzt.


Das Wichtigste: Es ist nur eine Umbenennung

Bevor du dir Sorgen über Auswirkungen auf deine laufenden Kampagnen machst, hier die Entwarnung: Die Änderung ist rein organisatorischer Natur. Google stellt ausdrücklich klar, dass es


  • keine Änderungen am Gebotsverhalten,
  • keine Änderungen an der Kampagnenleistung und
  • keinen Handlungsbedarf für Werbetreibende


gibt. Deine Kampagnen bieten also genau so weiter wie bisher. Es handelt sich ausschliesslich um eine neue, klarere Beschriftung in der Oberfläche. Die Algorithmen dahinter arbeiten unverändert.


Für Entwickler und API-Nutzer

Etwas mehr Aufmerksamkeit ist gefragt, wenn du mit der Google Ads API arbeitest oder eigene Reporting-Tools im Einsatz hast. Google gleicht die Oberfläche nämlich stärker an die Art und Weise an, wie Gebotsstrategien in der API dargestellt werden.

Wenn du Skripte, Integrationen oder automatisierte Workflows betreibst, solltest du folgende Punkte prüfen:


  • Erkennen deine Tools die eigenständigen Strategietypen TARGET_CPA und TARGET_ROAS korrekt?
  • Funktionieren deine Reporting-Logiken und deine Kampagnenerstellung weiterhin wie erwartet?


Google empfiehlt ausserdem, künftige Updates rund um den BiddingStrategyType-Enum, die eigenständigen TargetCpa- und TargetRoas-Objekte sowie die optionalen Zielwerte innerhalb von MaximizeConversions und MaximizeConversionValue im Blick zu behalten. Wer hier sauber arbeitet, vermeidet böse Überraschungen bei automatisierten Prozessen und verhindert, dass Reportings plötzlich falsche oder leere Werte ausspielen.


Was das für dich bedeutet

Unter dem Strich ändert sich an der Funktionsweise von Smart Bidding nichts. Was sich ändert, ist die Klarheit. Die Einrichtung neuer Kampagnen und das Lesen deiner Reportings werden einfacher, weil Target CPA und Target ROAS wieder als eindeutig definierte Strategien auftauchen.


Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen, die nicht täglich tief im Google-Ads-Konto stecken, ist das eine willkommene Vereinfachung. Du erkennst schneller, ob eine Kampagne auf Effizienz (festes Ziel) oder auf Reichweite (maximales Volumen) ausgelegt ist, und kannst entsprechend bessere Entscheidungen treffen.


Ein guter Moment, um die Umstellung zu nutzen, ist jetzt: Geh deine aktiven Kampagnen einmal durch und prüfe, ob die gewählte Gebotsstrategie wirklich zu deinem Geschäftsziel passt. Verkaufst du Produkte mit klarer Marge, ist eine zielbasierte Strategie wie Target ROAS oft die bessere Wahl. Geht es dir hingegen darum, einen neuen Markt zu erschliessen oder schnell Reichweite aufzubauen, kann eine volumenbasierte Strategie sinnvoller sein. Die neue, klare Benennung macht es dir leichter, diesen Abgleich überhaupt erst vorzunehmen.


Trotzdem lohnt sich ein kritischer Blick. Nur weil eine Strategie einen vertrauten Namen trägt, heisst das nicht, dass sie auch optimal für dein Ziel eingestellt ist. Ein zu ambitionierter Ziel-CPA kann dein Volumen abwürgen, ein zu lockerer Ziel-ROAS verschenkt wertvolle Marge. Die Wahl der richtigen Gebotsstrategie und vor allem der passenden Zielwerte bleibt eine der wichtigsten Stellschrauben für den Erfolg deiner Kampagnen. Die neuen Namen nehmen dir diese Entscheidung nicht ab, sie machen sie nur sichtbarer.


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Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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