Lisa-Marie Unger • 12. August 2026

ChatGPT Ads - oCPC, AAM und Produkt-Karussells

OpenAI baut ChatGPT Ads konsequent zur Performance-Plattform aus. Neu sind conversion-optimierte oCPC-Kampagnen, zusätzliche Mess-Integrationen und ein Karussell für mehrere Produkte. Dazu kommt eine Pixel-Änderung, die auch bestehende Konten betrifft. Wir zeigen dir, worauf es jetzt ankommt.


Von der Reichweite zur Conversion

Als ChatGPT Ads startete, war die Plattform vor allem eines: ein neuer Kanal mit viel Aufmerksamkeit und wenig Steuerung. Genau das ändert sich gerade. OpenAI hat ein Bündel an Neuerungen ausgerollt, das sich klar an Performance-Werbetreibende richtet. Es geht um Conversion-Tracking, um Automatisierung beim Kampagnen-Setup und darum, E-Commerce-Werbung überhaupt skalieren zu können.


Wer bisher abgewartet hat, weil sich die Ergebnisse nicht sauber messen liessen, sollte jetzt genauer hinschauen. Die Lücke zwischen ChatGPT Ads und etablierten Kanälen wie Google Ads oder Microsoft Advertising wird kleiner.

Blauer Roboter, der einen Einkaufswagen mit Paketen schiebt, leuchtender digitaler Hintergrund.

oCPC: optimieren auf Conversions, zahlen pro Klick

Die wichtigste Neuerung betrifft Produktfeed-Kampagnen. Diese unterstützen neu conversion-optimierte Cost-per-Click -Kampagnen, kurz oCPC, aktuell noch im Beta-Status. Das Prinzip: Du bezahlst weiterhin pro Klick, der Algorithmus steuert die Auslieferung aber in Richtung Conversions statt nur in Richtung Klickvolumen.


Für dich als Werbetreibender ist das ein angenehmer Zwischenschritt. Du gibst nicht die volle Gebotskontrolle ab, wie es bei reinen Conversion-Geboten der Fall wäre, profitierst aber trotzdem vom maschinellen Lernen im Hintergrund. Gerade in einem jungen Kanal mit dünner Datenlage ist das ein sinnvoller Kompromiss.


Praktisch ist auch der Migrationsweg: Bestehende CPC-Kampagnen lassen sich in oCPC-Kampagnen klonen oder gleich als Bulk-Vorgang erstellen. Du musst also nicht bei null anfangen und kannst sauber gegeneinander testen.


Ergänzend führt OpenAI dynamische URL-Parameter ein. Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigen-IDs werden automatisch an die Landingpage-URL angehängt. Klingt unspektakulär, ist aber die Grundlage für jede saubere Auswertung in GA4 oder in deinem BI-Tool. Ohne diese Parameter landet ein Grossteil des Traffics in der Direktzugriff-Schublade und du hast keine Chance, den Kanal fair zu bewerten.


Messung: neue Integrationen und bessere Pixel-Diagnose

OpenAI erweitert das Mess-Ökosystem gleich an mehreren Stellen. Triple Whale lässt sich neu anbinden, um die Performance von ChatGPT Ads neben anderen Marketingkanälen zu bewerten. Sonar Optimize kann stärkere Conversion-Signale an OpenAI zurückspielen. Und Hightouch unterstützt jetzt das direkte Senden von Conversion-Events in ChatGPT Ads, sowohl für die Messung als auch für die Optimierung.


Dahinter steckt ein bekanntes Muster: Eine Plattform wird erst dann ernsthaft budgetfähig, wenn sie sich in die bestehende Datenlandschaft einfügt. Solange ein Kanal nur seine eigenen Zahlen liefert, bleibt er ein Testbudget.


Zusätzlich hat der Ads Manager detailliertere Diagnosen für die Pixel-Validierung bekommen. Du siehst nun genauer, warum Conversion-Events abgelehnt wurden, und erhältst Empfehlungen, wie du die Implementierung reparierst. Wer schon einmal einen halben Tag mit der Fehlersuche bei einem stillen Tracking-Ausfall verbracht hat, weiss, wie viel Zeit das spart.


AAM wird zum Standard: hier musst du aktiv werden

Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er auch ohne dein Zutun greift. Automatic Advanced Matching, kurz AAM, wird ab sofort zur Voreinstellung für alle neuen Web-Pixel. Für bestehende Pixel wird die Funktion am 17. August automatisch aktiviert, sofern du dich nicht vorher aktiv dagegen entscheidest.



AAM erkennt und übermittelt zusätzliche Identifikatoren wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern aus Formularen, um Conversions besser zuordnen zu können. Technisch verbessert das die Attribution spürbar. Datenschutzrechtlich ist es aber ein Thema, das du nicht einfach durchwinken solltest.


Für Schweizer Unternehmen heisst das konkret: Prüfe vor dem Stichtag, ob deine Datenschutzerklärung diese Verarbeitung abdeckt und ob dein Consent-Management den Pixel überhaupt erst nach einer Einwilligung lädt. Das revidierte Datenschutzgesetz und, bei Kundinnen und Kunden im EU-Raum, die DSGVO setzen hier klare Anforderungen. Wenn die Grundlage fehlt, ist Opt-out vor dem 17. August der sichere Weg.


Neue Märkte und ein Karussell für mehrere Produkte

Zwei weitere Punkte zeigen, wohin die Reise geht. ChatGPT Ads startet laut OpenAI in den kommenden Tagen in Brasilien und Mexiko, was den Werbezugang in Lateinamerika deutlich erweitert. Die geografische Expansion läuft also weiter, und es ist absehbar, dass nach und nach weitere Märkte dazukommen.


Ausserdem testet OpenAI ein Multi-Produkt-Karussell für Produktfeed-Kampagnen. Damit lassen sich mehrere Produkte innerhalb einer einzigen Anzeigeneinheit darstellen. Für Onlineshops ist das ein vertrautes Format aus Google Shopping und Meta, und es funktioniert dort aus gutem Grund: Mehr Auswahl in derselben Fläche erhöht die Chance, dass etwas Passendes dabei ist.


Für dich bedeutet das vor allem eines: Die Qualität deines Produktfeeds gewinnt an Gewicht. Wenn mehrere Produkte gleichzeitig sichtbar sind, fallen uneinheitliche Bilder, fehlende Attribute oder abweichende Preisangaben sofort auf. Ein Feed, der bei einer einzelnen Anzeige noch durchgeht, wirkt im Karussell schnell unsauber.


Was das für Schweizer KMU bedeutet

ChatGPT Ads ist in der Schweiz noch nicht der Kanal, über den du dein Hauptbudget steuerst. Trotzdem lohnt sich ein wacher Blick, und zwar aus drei Gründen.

Erstens verschiebt sich ein Teil der Produktrecherche messbar von der klassischen Suche in KI-Assistenten. Wer dort früh Erfahrung sammelt, kennt die Mechanik, wenn das Volumen kommt. Zweitens ist die Datengrundlage entscheidend. Sauber gesetzte Pixel, korrekte URL-Parameter und ein gepflegter Produktfeed sind die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt beurteilen kannst, ob sich ein Test lohnt. Diese Hausaufgaben zahlen ohnehin auf Google Ads und Microsoft Advertising ein.


Drittens gilt der Stichtag beim Pixel auch dann, wenn du ChatGPT Ads nur testweise nutzt. Eine automatisch aktivierte Funktion, die personenbezogene Daten verarbeitet, gehört auf deine Checkliste und nicht in die Kategorie «schauen wir später an». Der Aufwand dafür beträgt wenige Minuten, das Risiko bei einer Beanstandung deutlich mehr.


Dein nächster Schritt

Wenn du bereits mit Produktfeed-Kampagnen arbeitest, ist der Ablauf klar: bestehende CPC-Kampagne klonen, als oCPC aufsetzen, dynamische URL-Parameter aktivieren und beide Varianten mindestens zwei bis drei Wochen parallel laufen lassen. Erst danach hast du eine Datenbasis, die eine Entscheidung trägt.


Wenn du noch nicht gestartet bist, beginne beim Fundament. Prüfe den Produktfeed auf Vollständigkeit, kläre den Consent-Fall für AAM und stelle sicher, dass deine Conversion-Messung über alle Kanäle hinweg dieselbe Sprache spricht. Der Kanal ist neu, die Grundregeln von Performance Marketing sind es nicht.


Du bist unsicher, wie dein Setup dasteht? Melde dich bei uns. Wir schauen uns dein Tracking und deine Feeds an und sagen dir ehrlich, ob ein Test in ChatGPT Ads für dich schon Sinn ergibt.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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