Search Console - Deine Social-Daten
Google hat die Plattform-Properties in der Search Console weltweit für alle freigegeben. Damit siehst du erstmals, welche Google-Suchanfragen Menschen zu deinen Instagram-, TikTok-, X- oder YouTube-Beiträgen führen. Dazu gibt es einen neuen Leitfaden, wie du diese Daten liest.
Was Plattform-Properties können
Der Property-Typ wurde am 7. Juli eingeführt und drei Wochen lang schrittweise ausgerollt. Seit Ende Juli ist er für alle Konten weltweit verfügbar.
Vorausgegangen war ein Experiment mit Social-Kanälen im Dezember 2025.
Das Prinzip: Du verknüpfst deinen Instagram-, TikTok-, X- oder YouTube-Account mit der Search Console und erhältst danach für jeden verbundenen Kanal die Berichte Leistung, Insights und Achievements. Angezeigt wird, über welche Google-Suchanfragen Nutzer auf deine Beiträge gelangen, und zwar aus der Suche, aus Discover und aus Google News.
Das Entscheidende daran: Du bekommst Auswertungen auf Anfrageebene für Inhalte, die gar nicht auf deiner eigenen Website liegen. Bisher war die Search Console ein reines Website-Werkzeug. Jetzt berichtet sie auch über das, was du ausserhalb deiner Domain publizierst.
Warum diese Daten neu sind
Instagram, TikTok und Co. zeigen dir, wie ein Beitrag innerhalb ihrer App oder Website läuft. Reichweite, Interaktionen, Verweildauer, all das kennst du aus den bordeigenen Statistiken.
Was diese Plattformen dir nicht sagen können: Wonach jemand bei Google gesucht hat, bevor er in den Suchergebnissen auf deinen Beitrag geklickt hat. Genau diese Lücke schliesst die Search Console jetzt. Und das für alle Konten auf den vier unterstützten Plattformen, nicht mehr nur für jene, die der schrittweise Rollout bereits erreicht hatte.
Für dich ist das eine ziemlich direkte Verbindung zwischen Social Content und Suchintention. Ein Reel, das intern nur mittelmässig performt, kann trotzdem regelmässig über die Google-Suche gefunden werden. Ohne diese Daten hättest du es womöglich aussortiert.
Sechs Wege, die Daten zu nutzen
Googles Leitfaden nennt sechs konkrete Ansätze:
- Query Groups im Insights-Bericht. Sie zeigen dir deine stärksten Anfragegruppen sowie jene mit steigendem und sinkendem Trend. Google schlägt vor, diese Themen direkt als Ideen für das nächste Video, die nächste Bildunterschrift oder passende Hashtags zu verwenden.
- Der 24-Stunden-Filter. Damit erkennst du plötzliche Traffic-Spitzen bei frischen Beiträgen, solange noch Zeit bleibt, sie auf anderen Kanälen zusätzlich zu bewerben.
- Plattformübergreifende Exporte. Du exportierst jede Property einzeln und vergleichst YouTube, Instagram, X und TikTok anschliessend nebeneinander in einer Tabelle.
- Ältere Inhalte mit neuem Schub finden. Videos, die wieder Suchtraffic aufnehmen, lohnen sich für eine Fixierung im Feed oder für einen zweiten Teil.
- Anmerkungen setzen. Halte fest, wann du einen YouTube-Titel oder eine TikTok-Beschreibung überarbeitet hast, und vergleiche die Leistung vor und nach diesem Datum. Wichtig: Das ist eine Vorher-Nachher-Notiz, kein kontrollierter Test.
- Vergleichsmodus. Damit stellst du unterschiedliche Datensätze nebeneinander, etwa lange YouTube-Videos gegen Shorts oder Instagram-Posts gegen Reels.
Was du im Alltag damit anfängst
Der spannendste Hebel für die meisten Unternehmen sind die Query Groups. Sie zeigen dir Suchthemen, die dich bereits finden, sortiert nach Trend. Das ist im Kern eine Keyword-Recherche, die aus echten Daten stammt statt aus einem Tool.
Daraus lassen sich drei Dinge ableiten. Erstens Themen für neue Beiträge, weil du siehst, wonach Menschen tatsächlich suchen, bevor sie bei dir landen.
Zweitens die Optimierung bestehender Beiträge, indem du Titel und Beschreibungen an die Sprache anpasst, die in den Anfragen auftaucht. Und drittens ein Abgleich mit deiner Website: Wenn ein Thema auf TikTok Suchtraffic zieht, auf deiner Website aber gar nicht vorkommt, hast du eine Content-Lücke gefunden.
Der 24-Stunden-Filter ist vor allem für Kanäle mit hoher Publikationsfrequenz interessant. Wer wöchentlich einen Beitrag veröffentlicht, wird damit weniger anfangen können als ein Team, das täglich postet.
Die plattformübergreifenden Exporte wiederum sind der Ausgangspunkt für ein sauberes Reporting. Du siehst, welcher Kanal für welches Thema die Suchsichtbarkeit liefert. Das ist eine Information, die in klassischen Social-Media-Reports schlicht fehlt.
Auch der Vergleichsmodus ist im Alltag nützlicher, als er zunächst klingt. Die Frage, ob sich Shorts oder lange Videos mehr lohnen, wird in vielen Teams aus dem Bauch heraus beantwortet. Hier bekommst du erstmals eine Datengrundlage dafür, zumindest was die Sichtbarkeit über Google angeht.
Die Einschränkungen
Ein paar Punkte solltest du im Kopf behalten, damit die Erwartungen stimmen.
Die Daten decken ausschliesslich Google-Oberflächen ab. Was innerhalb von TikTok oder Instagram gesucht wird, taucht hier nicht auf, und das ist bei jüngeren Zielgruppen ein erheblicher Teil des Suchverhaltens. Die Search Console ergänzt deine Plattform-Statistiken, sie ersetzt sie nicht.
Ausserdem sind Anmerkungen genau das, was der Name sagt: Notizen. Wenn du einen Titel änderst und die Zahlen danach steigen, kann das an der Änderung liegen oder an einem Dutzend anderer Faktoren. Google weist selbst darauf hin, dass es sich nicht um einen kontrollierten Test handelt.
Und schliesslich sind nur vier Plattformen unterstützt. LinkedIn, Pinterest oder Facebook sind bislang nicht dabei, was gerade im B2B-Umfeld eine spürbare Lücke ist.
So kommst du an die Daten
Konten, die über ein beanspruchtes Suchprofil verifiziert sind, werden laut Google automatisch in die Search Console aufgenommen. Alle anderen richten die Property manuell ein, ähnlich wie bei einer Website.
Rechne damit, dass die Berichte erst nach einigen Wochen aussagekräftig werden. Einzelne Tage schwanken stark, Trends erkennst du erst über einen längeren Zeitraum. Der erste sinnvolle Blick nach der Einrichtung führt auf die Karte mit den Query Groups. Sie liefert dir in wenigen Sekunden einen Überblick darüber, welche Suchthemen dir Traffic bringen und in welche Richtung sie sich bewegen. Google selbst bezeichnet diese Einteilung als Hinweis darauf, wo sich neuer Content lohnt.
Du möchtest wissen, über welche Google-Suchanfragen deine Social-Media-Beiträge gefunden werden?
netpulse unterstützt dich dabei, die neuen Search-Console-Daten auszuwerten und für deine Content-, SEO- und Social-Media-Strategie zu nutzen. Melde dich bei uns, wir analysieren deine Social-Sichtbarkeit gemeinsam.
Fazit
Für Unternehmen, die ernsthaft Social Content produzieren, ist das eine echte Verbesserung. Zum ersten Mal lässt sich beantworten, welche Suchintention hinter dem Traffic auf einem Beitrag steckt, und zwar mit Googles eigenen Daten statt mit Vermutungen.
Wer bisher Social Media und SEO als getrennte Disziplinen behandelt hat, findet hier ausserdem einen natürlichen Übergabepunkt zwischen den beiden Bereichen. Der Aufwand ist überschaubar: Property verknüpfen, ein paar Wochen Daten sammeln, dann die Query Groups anschauen. Wenn du sowieso regelmässig auf einer der vier Plattformen publizierst, gibt es keinen guten Grund, das nicht einzurichten.
Quelle: Searchenginejournal.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



