Lisa-Marie Unger • 15. Mai 2026

Microsoft Ads - Custom Columns neu für alle Conversions

Microsoft erweitert die Custom Columns in Microsoft Advertising. Du kannst nun alle Conversion-Metriken einbeziehen und passgenaue Reporting-Kennzahlen bauen. Was hinter der Neuerung steckt und wie du sie für dein Performance-Marketing optimal nutzt, erfährst du hier.


Was Microsoft konkret angekündigt hat

Navah Hopkins, Product Liaison bei Microsoft Advertising, hat das Update offiziell verkündet. Beim Erstellen von Custom Columns kannst du ab sofort auf die gesamte Bandbreite der Conversion-Daten zurückgreifen, die in der Plattform verfügbar sind. Das umfasst sowohl «All Conversions» als auch «Primary Conversions». Damit lässt sich dein Reporting deutlich präziser an die eigenen Geschäftsziele anpassen.


Bisher waren Custom Columns in Microsoft Advertising zwar nützlich, aber bei den Conversion-Datenpunkten gab es Einschränkungen. Wer komplexere Analysen fahren wollte, musste oft auf externe Tools oder umständliche Workarounds zurückgreifen. Diese Lücke schliesst Microsoft jetzt.

Eine Person, die einen Laptop mit einer transparenten digitalen Benutzeroberfläche benutzt, auf der Diagramme und Symbole angezeigt werden.

Was sind Custom Columns überhaupt?

Custom Columns sind benutzerdefinierte Spalten im Reporting-Interface. Du baust dir damit Kennzahlen, die genau zu deinem Geschäftsmodell passen, statt dich auf die vorgegebenen Standard-Metriken zu beschränken. Das funktioniert über Verhältnisse, Summen oder andere Kombinationen verschiedener Datenpunkte.


Ein einfaches Beispiel: Statt nur die Standard-CPA-Spalte zu sehen, kannst du eine «CPA Qualified Lead»-Spalte bauen, die nur die wirklich relevanten Conversions berücksichtigt. Mit der Erweiterung stehen dir dafür nun alle Conversion-Datenpunkte zur Verfügung, nicht mehr nur ein Teilset.


Diese neuen Auswertungen sind jetzt möglich

Mit dem Update öffnen sich viele neue analytische Möglichkeiten. Einige besonders relevante Beispiele:


  • Cost per Qualified Lead (CPQL) auf Basis spezifischer Primary-Conversion-Aktionen


  • Blended CPA über mehrere Conversion-Typen hinweg


  • Conversion-Rate, die ausschliesslich auf den Primary Goals beruht



  • Eigene Effizienz-Kennzahlen, die mehrere Conversion-Arten gewichten


Gerade die ROAS-Verbesserung ist ein wichtiger Punkt: Bislang konnten Berechnungen ungenau werden, wenn unterschiedliche Conversion-Werte im Spiel waren. Mit den neuen Custom Columns greifst du direkt auf die korrekten Werte zu, die auf Ziel-Ebene definiert sind.


Warum diese Änderung relevant ist

Standard-Reporting bildet selten ab, wie ein Unternehmen den eigenen Erfolg wirklich misst. Eine Anwaltskanzlei zählt qualifizierte Erstgespräche, ein Online-Shop den Umsatz pro Bestellung, ein SaaS-Anbieter unterscheidet zwischen Free-Trial-Sign-ups und zahlenden Kunden. Drei völlig unterschiedliche Realitäten, die mit denselben Standard-Spalten kaum sauber abzubilden sind.


Mit den erweiterten Custom Columns kannst du dein Reporting auf das ausrichten, was tatsächlich zählt: Lead-Qualität, Umsatz, Kundenwert oder eine Mischform aus mehreren Conversion-Aktionen. Die Plattform passt sich endlich an die Realität deines Geschäfts an statt umgekehrt.


Besonders wertvoll für komplexe Funnels

Werbetreibende, die mehrere Conversion-Typen verwalten oder komplexe Funnels betreuen, profitieren am stärksten von der Neuerung. Statt zwischen verschiedenen Berichten und Ansichten hin und her zu springen, sehen sie alle relevanten Kennzahlen in einer einheitlichen Tabelle.


Für Agenturen, die mehrere Kunden mit unterschiedlichen Zielsetzungen betreuen, ist das ein echter Effizienzgewinn. Reporting-Vorlagen lassen sich pro Kunde individualisieren, ohne dass für jede Auswertung ein neuer Custom-Column-Workaround gebaut werden muss.


So nutzt du die neuen Custom Columns sinnvoll

Damit du das Update nicht nur technisch, sondern auch strategisch nutzt, lohnt sich ein strukturiertes Vorgehen:


  • Geschäftsziele definieren: Welche Conversion-Aktionen sind für dich wirklich kritisch? Welche sind nice-to-have, welche zählen für die Boni-Berechnung der Geschäftsleitung?


  • Primary Conversions sauber pflegen: Die neue Flexibilität nützt nur, wenn die Primary-Conversion-Settings korrekt sind. Geh deine Konfiguration durch und prüfe, ob alles aktuell ist.


  • Reporting-Set bauen: Lege zwei bis drei zentrale Custom Columns an, die deine wichtigsten KPIs abbilden. Mehr ist meist weniger.


  • Im Team abstimmen: Wenn unterschiedliche Personen das Konto betreuen, müssen alle dieselben Metriken verwenden. Sonst entstehen widersprüchliche Reportings.


  • Vergleich mit Google Ads ermöglichen: Wenn du parallel auf Google Ads aktiv bist, baue die Custom Columns möglichst analog auf, damit Cross-Channel-Vergleiche valide bleiben.


Wichtig: Custom Columns sind kein Selbstzweck. Sie sollen dir helfen, schneller und sicherer Optimierungsentscheidungen zu treffen. Wenn eine Spalte nach drei Monaten nie für eine Entscheidung gebraucht wurde, sollte sie wieder verschwinden.


Microsoft holt gegenüber Google Ads auf

Mit diesem Schritt schliesst Microsoft eine Lücke zu Google Ads, das bereits seit längerem über umfangreichere Custom-Column-Funktionen verfügt. Für Werbetreibende, die beide Plattformen parallel nutzen, ist das eine gute Nachricht: Endlich werden die Reporting-Möglichkeiten vergleichbarer.


Gleichzeitig sendet Microsoft ein klares Signal: Die Plattform will nicht länger nur als günstigere Alternative zu Google Ads wahrgenommen werden. Stattdessen positioniert sie sich zunehmend als ernstzunehmende Werbe-Plattform mit eigenständigem Profil. Gerade im B2B-Segment, in dem Microsoft Advertising über LinkedIn-Daten besonders stark ist, kann das den Unterschied machen.


Was du in den kommenden Wochen beobachten solltest

Ein paar Punkte, die für die nähere Zukunft besonders spannend sind:


  • Wie nutzen andere Werbetreibende die neuen Möglichkeiten? Erste Best-Practice-Beispiele werden sich rasch verbreiten.


  • Führt die neue Flexibilität zu einheitlicheren Reportings zwischen Marketing-Teams und Stakeholdern oder zu noch grösserer Vielfalt?


  • Folgt ähnliche Flexibilität in weiteren Bereichen der Plattform, etwa bei Audience-Segmenten oder Asset-Reports?


  • Wie reagiert Google Ads, wenn überhaupt? Eine Reaktion ist nicht unwahrscheinlich, da der Wettbewerb um Werbetreibende intensiver wird.


Fazit

Mit der Erweiterung der Custom Columns gibt Microsoft Werbetreibenden ein deutlich mächtigeres Werkzeug an die Hand. Statt sich auf Standard-Metriken verlassen zu müssen, baust du dir Kennzahlen, die exakt deine Geschäftsrealität abbilden. Das macht Optimierungsentscheidungen schneller, sicherer und nachvollziehbarer.


Für dich heisst das: Wirf einen Blick in deine Microsoft-Advertising-Oberfläche, prüfe deine Conversion-Konfiguration und überlege, welche zwei oder drei zusätzlichen Kennzahlen dein Reporting wirklich besser machen würden. Wer früh investiert, hat einen Erkenntnisvorsprung, sobald die ersten Optimierungsentscheidungen anstehen.


Wir bei der netpulse AG begleiten dich gerne bei der Einrichtung sinnvoller Custom Columns, beim Aufbau eines konsistenten Reportings über Microsoft Ads und Google Ads hinweg sowie bei der strategischen Auswertung deiner Daten.


Quelle: Serachengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


Mehr über Lisa