Lisa-Marie Unger • 6. Februar 2026

Werbung in ChatGPT - Ad-Infrastruktur versteckt aktiv

Die Werbung in ChatGPT ist kein vages Zukunftsszenario mehr. OpenAI hat bereits im Hintergrund die technische Infrastruktur für Anzeigen implementiert. Aufmerksame Nutzer haben im Quellcode von ChatGPT-Antworten versteckte Hinweise auf ein Werbesystem entdeckt.


Der versteckte Code enthüllt OpenAIs Pläne

Digital Marketer Glenn Gabe machte die Entdeckung zuerst auf X (ehemals Twitter) öffentlich: Im Quellcode von ChatGPT-Antworten findet sich eine aufschlussreiche Zeile: "InReply to user query using the following additional context of ads shown to the user." Diese technische Referenz erscheint auch dann, wenn dem Nutzer tatsächlich keine Anzeige angezeigt wird.


Andere Experten konnten diesen Befund mittlerweile replizieren, insbesondere bei kommerziell orientierten Suchanfragen wie etwa zu Autoversicherungen. Die Tatsache, dass die Ad-Logik bereits im System vorhanden ist, lässt nur einen Schluss zu: OpenAI testet derzeit bereits Targeting-Mechanismen, Ausschlusskriterien für zahlende Premium-Nutzer und interne Trigger für die Anzeigenschaltung.

Hände tippen auf einem Laptop mit einer Software-Oberfläche, die blaue Balken und Strichmännchen anzeigt, auf einem schwarzen Tisch.

Warum das für dein Marketing relevant ist

Seit Wochen wird über mögliche Anzeigen in ChatGPT spekuliert, doch die jüngste Code-Entdeckung signalisiert, dass der Launch unmittelbar bevorsteht. Das bedeutet für dich: Ein völlig neuer Werbekanal mit extrem hoher Nutzerintention steht kurz vor der Eröffnung. Anders als bei klassischen Suchmaschinen werden Nutzer hier nicht nur Informationen suchen, sondern detaillierte, dialogbasierte Beratung erwarten.


Die besondere Brisanz liegt in der voraussichtlichen Umsetzung: Anzeigen werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht als klassische Banner oder Seitenleisten-Ads erscheinen, sondern direkt in die Antworten eingewebt. Das macht sie zu Premium-Werbeflächen mit hoher Wirkung und stellt sie in direkte Konkurrenz zu organischen Antworten.


Da das Inventar zunächst begrenzt sein wird und die Integration subtil aber prominent erfolgt, könnten Early Adopters erhebliche Vorteile geniessen. Wer früh dabei ist, sichert sich Zugang zu diesem neuen, hochwertigen Kanal bevor die Konkurrenz nachzieht.


Was OpenAI im Januar bestätigt hat

Im Januar 2026 hat OpenAI offiziell bestätigt, dass Werbeanzeigen für ausgewählte ChatGPT-Nutzer kommen werden. Das Unternehmen gab an, dass Anzeigen auf Impression-Basis verkauft werden und erste Hinweise deuten darauf hin, dass die Preise alles andere als günstig sein werden.


Diese Preisstrategie ergibt durchaus Sinn: ChatGPT-Nutzer zeigen durch ihre detaillierten Anfragen eine aussergewöhnlich hohe Kaufintention. Wer eine KI nach spezifischen Produktempfehlungen oder Dienstleistungsvergleichen fragt, steht oft kurz vor einer Kaufentscheidung. Für Werbetreibende bedeutet das: hohe Kosten, aber auch hochqualifizierte Leads.


Die versteckte Logik hinter den unsichtbaren Anzeigen

Besonders interessant ist die Tatsache, dass die Anzeigen noch nicht sichtbar sind, die zugrundeliegende Logik aber bereits aktiv ist. Das deutet darauf hin, dass OpenAI verschiedene Szenarien testet: Welche Anfragen qualifizieren sich für Anzeigen? Wie werden zahlende Plus-Nutzer von Werbung ausgenommen? Welche Trigger lösen die Anzeigenschaltung aus?


Diese Testphase könnte darauf hindeuten, dass OpenAI einen sehr durchdachten und graduellen Rollout plant. Statt alle Nutzer gleichzeitig mit Anzeigen zu konfrontieren, wird das System wahrscheinlich schrittweise aktiviert, um Nutzerreaktionen zu messen und die Balance zwischen Monetarisierung und Nutzererfahrung zu optimieren.


Was das für deine Strategie bedeutet

Als Werbetreibender solltest du dich jetzt schon auf diesen neuen Kanal vorbereiten. ChatGPT-Anzeigen werden sich fundamental von Google Ads oder Social Media Advertising unterscheiden. Die Nutzer erwarten keine offensichtliche Werbung, sondern hilfreiche, kontextuelle Empfehlungen, die natürlich in den Dialog eingebettet sind.


Das bedeutet: Deine Werbebotschaften müssen authentisch, informativ und wirklich hilfreich sein. Aggressive Sales-Pitches werden in diesem Umfeld nicht funktionieren. Stattdessen solltest du dich darauf konzentrieren, echten Mehrwert zu bieten und die Fragen der Nutzer substanziell zu beantworten.


Bereite dich zudem darauf vor, dass die ersten Monate experimentell sein werden. Niemand hat bisher Erfahrung mit KI-integrierter Konversationswerbung in diesem Umfang. Wer flexibel bleibt, schnell testet und aus den Ergebnissen lernt, wird sich einen entscheidenden Vorteil verschaffen.


Fazit

ChatGPT zeigt vielleicht noch keine Anzeigen, aber die Infrastruktur steht bereits. Der Launch ist nur noch eine Frage von Wochen oder bestenfalls Monaten. Für innovative Werbetreibende öffnet sich damit eine völlig neue Welt.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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