Lisa-Marie Unger • 15. Juni 2026

Werbung im AI Mode - Google testet Healthcare-Ads

Google hat bestätigt, dass es im AI Mode erstmals Anzeigen für die Gesundheitsbranche testet. Das ist ein früher Blick darauf, wie sich Werbung in der KI-gestützten Suche entwickeln könnte. Wir zeigen dir, was hinter dem Test steckt und warum er auch für dich relevant wird.


Was Google testet

Der AI Mode ist Googles KI-gestütztes Sucherlebnis, bei dem du nicht mehr nur eine Liste von Links erhältst, sondern eine generierte Antwort auf deine Anfrage. Bisher war dieser Bereich weitgehend werbefrei. Genau das ändert sich jetzt schrittweise: Google bringt erste Anzeigen in den AI Mode und beginnt dabei ausgerechnet mit der Gesundheitsbranche.


Google Ads Liaison Ginny Marvin hat den Test auf LinkedIn. Das Unternehmen startet einen kleinen Test mit Anzeigen im AI Mode für die Healthcare-Vertical. Vorausgegangen waren wochenlange Spekulationen in der Branche, nachdem erste Werbetreibende solche Anzeigen in den KI-Ergebnissen entdeckt hatten. Entdeckt wurde der Test laut Berichten von einem Strategen, der ihn im Rahmen seiner Notizen zur Google Marketing Live 2026 öffentlich machte.

Ein Arzt im weißen Kittel berührt schwebende medizinische Symbole vor einem blauen Hintergrund aus dem Gesundheitswesen.

Die wichtigsten Eckdaten

Der Test ist bewusst eng gefasst. Er gilt vorerst nur für Healthcare-Werbetreibende in den USA und ausschliesslich für englischsprachige Suchanfragen im AI Mode. Für den Schweizer Markt heisst das: Bei uns ist davon noch nichts zu sehen. Trotzdem lohnt sich der Blick, denn solche Tests sind oft der erste Schritt zu einem breiteren Rollout.


Mehrere Kampagnentypen sind für den Test grundsätzlich zugelassen:


  • Performance Max
  • AI Max mit Suchbegriff-Abgleich
  • Shopping-Kampagnen
  • Kampagnen mit weitgehend passenden Keywords


Spannend ist, dass genau dieselben Kampagnentypen bereits berechtigt sind, Anzeigen in den AI Overviews auszuspielen. Google baut also auf einer bestehenden Logik auf, statt für jedes neue Format komplett neue Strukturen zu verlangen.


Das Kleingedruckte

Die erste Phase bringt klare kreative Einschränkungen mit sich. Laut Marvin sind zunächst nur Anzeigen zugelassen, die ohne fixierte Assets und ohne Text-Disclaimer auskommen. Das verkleinert den Pool an möglichen Healthcare-Anzeigen spürbar, denn gerade im Gesundheitsbereich sind solche Hinweise oft fester Bestandteil der Werbemittel.


Diese Vorsicht ist kein Zufall. Healthcare ist eine der am stärksten regulierten Werbekategorien bei Google überhaupt. Dass der Konzern ausgerechnet hier startet, ist deshalb ein bewusstes Signal. Wer die heikelste Kategorie im Griff hat, kann das Format anschliessend leichter auf weniger sensible Branchen ausweiten.


Warum das wichtig ist

Auf den ersten Blick wirkt ein kleiner US-Test für eine einzelne Branche unbedeutend. Auf den zweiten Blick steckt darin eine grundsätzliche Frage: Wie monetarisiert Google den AI Mode, ohne das Vertrauen der Nutzer zu verspielen? Genau das wird hier ausprobiert.


Wenn der Test ausgeweitet wird, könnten Healthcare-Marketer eine neue Sichtbarkeitsquelle im AI Mode erhalten. Gleichzeitig bekommen Werbetreibende aus anderen regulierten Branchen einen Vorgeschmack darauf, wie Anzeigen in Googles KI-generierten Ergebnissen künftig aussehen dürften. Der Test ist damit ein Frühindikator für die gesamte Branche, nicht nur für den Gesundheitssektor.


Für dich bedeutet das vor allem eines: Die klare Trennung zwischen organischer Suche, klassischen Anzeigen und KI-Antworten verschwimmt zusehends. Werbung wandert dorthin, wo die Aufmerksamkeit ist, und das ist immer häufiger die KI-Antwort zuoberst auf der Seite. Wer heute schon sauber strukturierte Kampagnen und starke Werbemittel hat, ist im Vorteil, sobald diese Formate auch hier verfügbar werden.


Interessant ist auch die Wahl der zugelassenen Kampagnentypen. Performance Max, AI Max, Shopping und weitgehend passende Keywords haben eines gemeinsam: Sie überlassen Google viel Spielraum bei der Ausspielung. Das passt zur Logik des AI Mode, bei dem die Anzeige automatisch in eine generierte Antwort eingebettet wird, statt an einem festen Platz zu erscheinen. Wer bezahlte Sichtbarkeit in diesen neuen Umgebungen will, muss sich also stärker auf Automatisierung einlassen und im Gegenzug auf hochwertige Signale wie gute Werbemittel, saubere Daten und überzeugende Zielseiten setzen.


Was du jetzt im Blick behalten solltest

Drei Dinge sind in den kommenden Monaten besonders zu beobachten. Erstens, ob Google die Berechtigung auf weitere Healthcare-Werbetreibende ausweitet. Zweitens, ob zusätzliche Anzeigenformate dazukommen, etwa solche mit Disclaimern, die in regulierten Branchen kaum verzichtbar sind. Drittens, ob auch andere regulierte Industrien Zugang erhalten.


Ebenso aufschlussreich wird, wie Google die Balance zwischen Monetarisierung und Nutzervertrauen austariert. Je grösser der Anteil des AI Mode am gesamten Sucherlebnis wird, desto wichtiger ist es, dass Anzeigen relevant und transparent bleiben. Findet Google diese Balance, dürfte sich das Format rasch ausbreiten. Wirkt es aufdringlich, könnte das den Druck auf alternative Suchwege erhöhen.


Unsere Einschätzung für KMU

Auch wenn der Test heute weit weg wirkt, lohnt sich die Vorbereitung. Die Richtung ist klar: Bezahlte Sichtbarkeit verlagert sich zunehmend in KI-gestützte Umgebungen. Wer in einer regulierten Branche wie der Gesundheitsbranche, im Finanzwesen oder in der Rechtsberatung tätig ist, sollte diese Entwicklung besonders aufmerksam verfolgen, weil hier die strengsten Regeln gelten und damit auch die grössten Chancen auf einen Vorsprung entstehen.


Konkret heisst das für dich: Halte deine Kampagnenstruktur sauber, setze auf flexible Werbemittel und sorge für starke, vertrauenswürdige Landingpages.

Genau diese Grundlagen entscheiden später darüber, ob du in neuen Formaten wie dem AI Mode überhaupt mitspielen kannst. Wichtig bleibt dabei der gesunde Menschenverstand: Ein neuer Werbeplatz ist kein Selbstzweck. Er lohnt sich nur, wenn er die richtigen Menschen zur richtigen Zeit erreicht und am Ende messbar zu Anfragen oder Verkäufen führt.


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Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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