Lisa-Marie Unger • 26. Januar 2026

Google Ads Gebote - Manual CPC leichter zugänglich

Überraschende Kehrtwende bei Google Ads: Während der Konzern jahrelang aggressiv auf automatisierte Gebotsstrategien gesetzt hat, macht Google jetzt den Zugang zu Manual CPC deutlich einfacher. Eine kleine, aber bedeutsame Änderung im Interface.


Die Änderung im Detail

Google hat den Kampagnen-Setup-Prozess überarbeitet und dabei Manual CPC deutlich prominenter platziert. Bisher musstest du beim Einrichten einer Kampagne den versteckten Pfad über "Select a bid strategy directly (not recommended)" wählen, eine Formulierung, die bereits deutlich machte, was Google von manuellen Geboten hält.


Jetzt findest du die Option "Manually set bids" direkt unter dem Conversions-Ziel im primären Bidding-Flow. Du musst nicht mehr Googles empfohlene Strategien umgehen oder dich durch Warnhinweise klicken. Manual CPC ist jetzt gleichberechtigt mit den automatisierten Optionen sichtbar.

Laptop mit geöffneter Google-Suche, Kaffee, Notizbücher und Brille auf einem Schreibtisch.

Warum das wichtig ist

Diese Änderung mag auf den ersten Blick klein erscheinen, hat aber symbolische und praktische Bedeutung. Google signalisiert damit: Manuelle Gebotskontrolle hat auch 2025 noch ihre Berechtigung und zwar nicht nur als "letzter Ausweg", sondern als legitime Strategie für bestimmte Anwendungsfälle.


Für viele erfahrene Advertiser bedeutet Manual CPC die Möglichkeit, präzise zu steuern, wofür sie bezahlen. Du kannst Gebote auf Keyword-Ebene anpassen, auf Marktveränderungen sofort reagieren und hast volle Transparenz darüber, wie dein Budget eingesetzt wird.


Die Automatisierung nimmt dir zwar Arbeit ab, kostet aber auch Kontrolle. Bei automatisierten Strategien bestimmt Googles Algorithmus, wie viel du für welche Klicks zahlst, oft mit Ergebnissen, die deine strategischen Prioritäten nicht vollständig widerspiegeln.


Der Kontext: Das Ende von Enhanced CPC

Diese Änderung kommt zu einem interessanten Zeitpunkt. Im März 2025 hat Google Enhanced CPC (eCPC) für Search- und Display-Kampagnen komplett abgeschafft. eCPC war die Brückentechnologie zwischen manuellen und automatisierten Geboten, eine "sanfte" Automatisierung, die deine manuellen Gebote nur leicht anpasste.


Mit dem Ende von eCPC stehen Advertiser jetzt vor einer klaren Entscheidung: Entweder volle Automatisierung mit Strategien wie Target CPA oder Maximize Conversions oder vollständige manuelle Kontrolle mit Manual CPC. Die Grauzone dazwischen gibt es nicht mehr.


Die neue Sichtbarkeit von Manual CPC könnte Googles Reaktion darauf sein, dass viele Advertiser nach dem eCPC-Aus nach Alternativen suchen. Statt alle Nutzer in Smart Bidding zu drängen, bietet Google jetzt einen leichteren Weg zurück zur manuellen Steuerung.


Für wen Manual CPC Sinn macht

Manual CPC ist nicht für jeden die richtige Wahl, aber in bestimmten Szenarien unschlagbar. Wenn du gerade startest und noch keine historischen Conversion-Daten hast, brauchst du ohnehin manuelle Kontrolle, automatisierte Strategien brauchen Daten, um zu lernen.


Auch für Nischenkampagnen mit geringem Volumen funktioniert Manual CPC oft besser. Wenn du nur wenige Conversions pro Woche hast, können automatisierte Algorithmen keine verlässlichen Muster erkennen. Hier bist du mit manueller Steuerung flexibler.


Erfahrene Advertiser schätzen Manual CPC auch in hochvolatilen Märkten oder bei zeitkritischen Kampagnen. Wenn sich Wettbewerbssituationen schnell ändern oder du gezielt zu bestimmten Zeiten mehr oder weniger aggressiv bieten willst, gibt dir manuelle Kontrolle den entscheidenden Vorteil.


Best Practices für Manual CPC

Wenn du dich für Manual CPC entscheidest, solltest du systematisch vorgehen. Starte konservativ, viele Experten empfehlen initiale Gebote um 1 Franken, die du dann basierend auf Performance-Daten anpasst. Nutze den Keyword Planner für initiale Schätzungen und beobachte die "First Page Bid Estimates".


Etabliere einen regelmässigen Review-Rhythmus. Wöchentliche oder zweiwöchentliche Checks funktionieren für die meisten Accounts gut. Reagiere nicht auf tägliche Schwankungen, schau dir vollständige Datensätze an, bevor du Anpassungen vornimmst.


Wichtig: Manual CPC bedeutet nicht, auf Tools zu verzichten. Der Bid Simulator zeigt dir "Was-wäre-wenn"-Szenarien, und Keyword-Performance-Reports helfen dir, die richtigen Gebote zu identifizieren. Du hast die Kontrolle, aber nutze die verfügbaren Daten.


Das grosse Bild

Diese UI-Änderung ist mehr als eine kosmetische Anpassung. Sie zeigt, dass Google die Realität anerkennt: Automatisierung ist nicht immer die beste Lösung. Während der Konzern weiterhin Smart Bidding bewirbt, gibt es nun einen gleichwertigen Zugang zu manueller Kontrolle.


Für dich als Advertiser bedeutet das mehr Wahlfreiheit. Du musst dich nicht mehr gegen Googles Interface-Design durchsetzen, um die Gebotsstrategie zu wählen, die für deine Kampagnen am besten funktioniert.


Fazit

Manual CPC ist zurück im Rampenlicht, nicht als veraltete Option, sondern als legitime Strategie für bewusste, kontrollierte Kampagnensteuerung.



Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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