Google AI Max - Neue Kontrolle für Markensuchen
Google testet in AI Max offenbar eine neue Einstellung, mit der du steuern kannst, wie deine Kampagne mit Suchanfragen rund um deine Marke umgeht. Was hinter der Funktion steckt und warum sie eines der meistgewünschten Features für Werbetreibende sein könnte, liest du hier.
Was bei AI Max gerade passiert
In Google Ads ist eine neue Einstellung aufgetaucht, die bei vielen Werbetreibenden für Aufmerksamkeit sorgt. Einzelne Konten berichten von einem neuen Steuerungselement namens "Branded Searches" innerhalb von AI-Max-Kampagnen. Damit kannst du festlegen, wie deine Kampagne mit markenbezogenen Suchanfragen umgeht.
Kurz zur Einordnung: AI Max ist Googles stark automatisierter Kampagnentyp für die Suche. Du gibst Ziele, Assets und Budget vor, und das System entscheidet weitgehend selbst, auf welche Suchanfragen es deine Anzeigen ausspielt. Das bringt Reichweite, nimmt dir aber auch Kontrolle aus der Hand. Genau dieser Punkt war von Anfang an einer der grössten Kritikpunkte.
Die neue Einstellung scheint drei Optionen zu bieten. Erstens die Standardvariante, bei der Anzeigen auf allen relevanten Suchanfragen ausgespielt werden. Zweitens eine Steuerung über Markeneinschlüsse und Markenausschlüsse, mit der du gezielt definierst, welche Marken erfasst werden. Und drittens die Möglichkeit, Anzeigen nur auf Suchanfragen ohne Markenbezug zu zeigen. Vor allem die dritte Option ist für viele interessant.
Warum das für dich wichtig ist
Der häufigste Vorwurf gegen AI Max lautet, dass die Kampagne Markentraffic einsammelt, den du ohnehin schon über eine eigene Brand-Kampagne abdeckst. Das klingt erst einmal harmlos, hat aber konkrete Folgen für dein Budget und deine Auswertung.
Erstens zahlst du womöglich mehr für Klicks, die sowieso zu einer Conversion geführt hätten. Wer nach deinem Markennamen sucht, kennt dich bereits und konvertiert in der Regel günstig. Wenn AI Max sich hier dazwischenschiebt, treibt das deine Kosten unnötig nach oben.
Zweitens wird deine Attribution komplizierter. Wenn mehrere Kampagnentypen um dieselben Markensuchen konkurrieren, ist schwerer nachzuvollziehen, welche Kampagne den Abschluss wirklich gebracht hat. Die Zahlen werden unschärfer, und Entscheidungen auf dieser Basis werden riskanter.
Drittens verlierst du den Blick auf den echten Mehrwert. Eigentlich willst du von einem automatisierten Kampagnentyp neue Nachfrage, also Menschen, die dich noch nicht kennen. Wenn AI Max stattdessen vorhandene Markennachfrage abgreift, siehst du kaum noch, wie viel zusätzliches Geschäft wirklich dazukommt.
Die neue Option "nur Suchanfragen ohne Markenbezug" würde genau hier ansetzen. Du könntest AI Max gezielt auf neue Interessenten und Prospecting ausrichten und deine Brand-Suchen sauber deiner dedizierten Markenkampagne überlassen.
Was sich gegenüber heute ändern würde
Bisher mussten Werbetreibende, die AI Max von ihren Markensuchen fernhalten wollten, vor allem mit Ausschlusslisten arbeiten. Das funktioniert, ist aber umständlich und nie ganz lückenlos. Du musst die Listen pflegen, an neue Schreibweisen denken und hoffen, dass nichts durchrutscht.
Eine Einstellung direkt auf Kampagnenebene wäre deutlich einfacher. Statt manueller Pflege würdest du mit wenigen Klicks festlegen, wie die Kampagne mit Markenintention umgeht. Das schafft mehr Klarheit und du behältst besser den Überblick, wofür dein Budget tatsächlich ausgegeben wird.
Das passt in ein grösseres Muster. Google hat seinen automatisierten Kampagnentypen in den letzten Monaten Schritt für Schritt mehr Steuerungsmöglichkeiten gegeben, weil Werbetreibende mehr Einblick und Kontrolle über die KI-gesteuerten Systeme verlangen. Die neue Markeneinstellung wäre ein weiteres Signal, dass Google auf dieses Bedürfnis reagiert, ohne die Automatisierung selbst zurückzufahren.
Noch kein bestätigter Rollout
Wichtig ist die Einordnung: Es ist bislang nicht klar, ob es sich um eine offizielle Einführung, einen begrenzten Beta-Test oder ein Experiment in einzelnen Konten handelt. Entdeckt wurde die Funktion von einem Paid-Search-Spezialisten, der seinen Fund öffentlich geteilt hat. Eine breite, bestätigte Verfügbarkeit gibt es also noch nicht.
Für dich heisst das: Verlass dich noch nicht darauf, sondern behalte es im Blick. Solche Funktionen tauchen oft zuerst in wenigen Konten auf, bevor sie breiter ausgerollt werden. Manche schaffen es nie über die Testphase hinaus, andere werden innerhalb weniger Wochen zum Standard.
So gehst du jetzt vor
Auch ohne bestätigten Rollout kannst du schon einiges tun. Wirf zunächst einen Blick in die Einstellungen deiner AI-Max-Kampagnen und prüfe, ob bei dir bereits eine Option für Markensuchen sichtbar ist. Wenn ja, teste sie zuerst in einem kontrollierten Rahmen, bevor du sie auf alle Kampagnen anwendest.
Schau dir parallel an, wie viel Markentraffic deine AI-Max-Kampagnen aktuell tatsächlich einsammeln. Über die Suchbegriffe-Berichte siehst du, ob deine Marke häufig in den ausgelösten Anfragen auftaucht. Das gibt dir eine Grundlage, um den Effekt einer möglichen Umstellung später sauber zu bewerten.
Wenn du bisher mit Markenausschlüssen arbeitest, halte diese Listen weiter aktuell. Sie bleiben dein wichtigstes Werkzeug, solange die neue Einstellung nicht flächendeckend verfügbar ist. Und dokumentiere deine aktuellen Kosten und Conversion-Werte für Markensuchen, damit du nach einer Umstellung einen ehrlichen Vorher-Nachher-Vergleich ziehen kannst.
Behalte ausserdem die offiziellen Google-Ankündigungen im Auge. Sobald die Funktion breiter ausgerollt wird, lohnt es sich, die Strategie für deine Brand- und Prospecting-Kampagnen neu zu durchdenken.
Fazit
Die mögliche neue Markeneinstellung in AI Max trifft einen der wundesten Punkte des Kampagnentyps. Sie würde dir erlauben, markenbezogenen und markenfremden Traffic sauberer zu trennen, deine Kosten besser zu kontrollieren und den echten Mehrwert deiner Kampagnen klarer zu sehen. Genau das wünschen sich viele Werbetreibende seit dem Start von AI Max.
Noch handelt es sich um eine frühe Sichtung und nicht um eine bestätigte globale Einführung. Trotzdem lohnt es sich, jetzt vorbereitet zu sein. Wer seine Markensuchen sauber analysiert und die eigenen Kampagnen versteht, kann die neue Kontrolle sofort sinnvoll nutzen, sobald sie verfügbar ist. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, hilft dir ein erfahrenes Team, deine Google-Ads-Struktur so aufzustellen, dass Automatisierung und Kontrolle zusammenpassen.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



