Lisa-Marie Unger • 3. Oktober 2023

Lisa-Marie Unger • Aktualisiert am 24. September 2026

Wie geht eine nachhaltige SEO-Strategie?

Suchmaschinenoptimierung bedeutet nicht, dass man ständig neue Anpassungen vornehmen muss. Vielmehr sollte man sich von Anfang an eine nachhaltige Strategie überlegen. Welche Massnahmen hier wichtig sind, siehst du in diesem Artikel.


Die folgenden SEO-Massnahmen sind zeitlich stabil, wodurch nicht allzu schnell wieder Anpassungen notwendig werden, daher lohnt es sich in diese Punkte zu investieren.

SEO-Massnahmen sinnvoll priorisieren

Die folgenden fünf Massnahmen bilden ein stabiles Fundament. Sie beantworten aber noch nicht, womit du bei deiner Website beginnen solltest. Eine nachhaltige SEO-Strategie entsteht erst, wenn du die Massnahmen priorisierst. So verbindest du das Geschäftsziel mit dem aktuellen Zustand der Website und setzt Ressourcen dort ein, wo sie am meisten bewirken können.

1. Geschäftsziel klären

Zuerst definierst du, was SEO für dein Unternehmen erreichen soll. Das können mehr qualifizierte Anfragen, mehr Verkäufe, eine höhere Bekanntheit oder passende Bewerbungen sein. Das Ziel gibt jeder Massnahme eine Richtung. Ohne diesen Bezug bleibt offen, woran du später erkennst, ob ein Aufwand sinnvoll war.


Ein Geschäftsziel macht SEO nicht zur isolierten Disziplin. Es hilft dir, zwischen interessanten Ideen und den Aufgaben zu unterscheiden, die zum Unternehmen passen. Eine Massnahme ist nicht allein deshalb wichtig, weil sie technisch möglich oder in einer Checkliste genannt ist.

2. Ausgangslage erheben

Danach schaust du auf den Ist-Stand. Dazu gehören der technische Zustand, die vorhandenen Inhalte und die Sichtbarkeit der Website. Halte fest, was bereits funktioniert, wo Menschen oder Suchmaschinen auf Hindernisse treffen und welche Themen noch nicht ausreichend abgedeckt sind.


Ohne diesen Ausgangspunkt kannst du eine Veränderung nicht einordnen. Du siehst sonst weder, ob eine Massnahme den Zustand verbessert hat, noch ob sie nur Aufwand erzeugt. Die Ausgangslage verhindert auch, dass du funktionierende Grundlagen ohne Anlass erneut bearbeitest.

3. Kriterien festlegen

Bewerte mögliche Massnahmen nach erwarteter Wirkung, Aufwand, Abhängigkeiten und Risiko. Eine kleine Verbesserung mit klarer Wirkung kann vor einem grossen Vorhaben liegen, wenn dessen Effekt unklar ist oder wenn es andere Aufgaben blockiert. Die Kriterien machen die Entscheidung nachvollziehbar und schützen vor einer Reihenfolge, die nur aus Gewohnheit entsteht.


Es gibt deshalb keine Liste, die für jedes Unternehmen in derselben Reihenfolge gilt. Die Priorität hängt vom Geschäftsziel und vom gemessenen Ausgangspunkt ab. Wichtig ist, dass du den Entscheid begründen kannst.

Ein Laptop zeigt einen Bewertungsbericht mit Balkenvergleich und farbigen Statusmarkern je Adresse, daneben eine handnotierte Liste mit zwei abgehakten Zeilen: Massnahmen werden nach Wirkung, Aufwand und Risiko bewertet und danach entschieden.

4. Reihenfolge begründen

Aus Ziel, Ausgangslage und Kriterien entsteht die Reihenfolge. Technische Grundlagen kommen vor dem inhaltlichen Ausbau, wenn sie den Zugang zu wichtigen Seiten oder deren Nutzbarkeit einschränken. Sobald diese Basis stabil ist, kannst du Inhalte ausbauen und strukturieren. Feinschliff folgt dort, wo er eine bereits tragfähige Grundlage verbessert.


Das ist ein Orientierungsrahmen, kein starres Schema. Ein dringendes technisches Problem kann vorgezogen werden. Ebenso kann ein fehlender Inhalt früh Vorrang haben, wenn er für ein wichtiges Geschäftsziel nötig ist. Entscheidend ist, dass jede Verschiebung aus den Kriterien begründet wird.

5. Messplan mitplanen

Lege für jede priorisierte Massnahme fest, was du misst, wann du nachmisst und woran du eine Veränderung erkennst. Technische Arbeit braucht andere Kennzahlen als ein neuer Inhalt, und beide brauchen einen anderen Zeithorizont.


Bei einer technischen Massnahme misst du zuerst, ob sie überhaupt greift, und zwar an den Seiten, die du tatsächlich repariert hast. Hast du zum Beispiel eine Sperre entfernt, die einzelne Seiten von der Indexierung ausgeschlossen hat, prüfst du genau diese Adressen einzeln mit der URL-Prüfung der Google Search Console: Ist das Hindernis dort verschwunden, und sind die Seiten nach dem nächsten Abruf wieder im Index? Die passende Zahl ist also, wie viele der betroffenen Adressen wieder indexiert sind, nicht die Gesamtzahl der indexierten Seiten deiner Website. Diese Summe bewegt sich auch durch neue und entfallene Seiten und beantwortet deine Frage nicht. Beachte dabei: dass eine Seite indexiert werden kann, und dass sie es tatsächlich ist, sind zwei verschiedene Ergebnisse. Und beides bleibt eine Funktionskontrolle, noch keine Aussage über die Wirkung in der Suche.


Bei einem neuen oder überarbeiteten Inhalt zählen dagegen Impressionen, Klicks und die durchschnittliche Position für die Seite, ebenfalls aus der Search Console. Hier brauchst du mehr Geduld: Google selbst nennt für sichtbare Auswirkungen eine Spanne von Stunden bis Monaten und empfiehlt, einige Wochen abzuwarten, bevor du eine Veränderung beurteilst. Ein sinnvoller Prüfplan ist deshalb eine erste Sichtung nach etwa vier Wochen und eine Beurteilung nach rund drei Monaten, jeweils gegen den festgehaltenen Ausgangswert.


Diese Zeitpunkte sind ein Prüfplan, kein Wirkungsversprechen. Eine unveränderte Kennzahl kurz nach der Umsetzung ist noch kein Beweis dafür, dass eine Massnahme wirkungslos war. Der Messplan schafft die Grundlage, um später zwischen einer verzögerten Wirkung, einer falschen Annahme und einem echten Problem unterscheiden zu können.

So hängen die Schritte zusammen

Drei Stationen von links nach rechts: eine Zielscheibe mit Pfeil für Geschäftsziel und Ausgangslage, eine Waage für die Bewertung nach Wirkung, Aufwand und Risiko, und drei gestaffelte Balken mit Häkchen für die begründete Reihenfolge samt Messplan.

Ziel und Lage

Nach Kriterien wägen

Reihenfolge und Messung

Die folgenden Massnahmen sind damit keine starre Startreihenfolge, sondern eine Arbeitsliste. Mit diesen fünf Schritten bewertest du sie nach ihrem Beitrag zum Geschäftsziel, der aktuellen Lage und den verfügbaren Ressourcen. So wird aus einer Sammlung dauerhaft sinnvoller Massnahmen eine begründete SEO-Strategie.

Die fünf dauerhaften Grundlagen

Die Priorisierung bestimmt die Reihenfolge. Die folgenden fünf Grundlagen sind die Massnahmenfelder, die du anhand von Geschäftsziel, Ausgangslage, Wirkung, Aufwand, Abhängigkeiten und Risiko bewertest.

Hände tippen an einem Laptop mit geöffnetem Quellcode, die andere Hand hält ein Handy, auf dem dieselbe Seite als fertige mobile Website erscheint: sauberer Code trägt Bedienung und Darstellung.

1. Sauberer Code

In der heutigen Zeit können die gestalterischen und funktionalen Grenzen von UI und UX ausgedehnt werden, denn statische und leichtgewichtige HTML- und CSS-Webseiten gehören der Vergangenheit an.


In manchen Situationen machen einfach Codeausgaben mit Headless-Anwendungen nach wie vor Sinn. Was sich definitiv nicht verändert hat, ist der Fakt, dass man immer mehr darauf vertrauen kann, dass der eigene Code von den Suchmaschinen gefunden, indiziert und eingestuft wird. Desto sauberer der Code, desto besser funktioniert das Ganze.


Egal, ob es um ausführliche, interaktive oder stark visuelle Inhalte geht, es ist von grosser Wichtigkeit, dass die Inhalte einfach zu lesen und zu rendern sind. Diese Tatsache hat sich bis heute nicht verändert.

2. Sicherheit

In keinem Fall wünscht sich ein:e Webseitenbetreiber:in, dass Nutzer:innen eine kaputte Website oder schlechte Inhalte auffinden. Wenn Sicherheitsprobleme erkennbar werden, schadet dies der Vertrauenswürdigkeit.


Manchmal erkennen Suchmaschinen sogar Sicherheitsprobleme, die sich «hinter» der Website aufhalten. Auch das kann zu Abstrafungen durch Google führen und das Ranking, sowie die Sichtbarkeit verschlechtern.


Daher empfiehlt es sich, einen Sicherheitsplan aufzustellen. Hierfür eignen sich Tools, wie die Search Console oder das Bing-Webmaster-Tool, das von den Suchmaschinenunternehmen zur Verfügung gestellt wird.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt ist die Verschlüsselung der Website. «SSL» bedeutet so viel, wie Secure Sockets Layer und entspricht der Verschlüsselung von Online-Datenströmen. Erkennen lässt sich die sichere Verbindung via dem HTTPS-Protokoll. Es handelt sich hierbei um ein Kommunikationsprotokoll, das der Datenübertragung im Internet dient. Der Unterschied zwischen der früheren HTTP und der heute bevorzugten HTTPS Verschlüsselung liegt in der verschlüsselten und abhörsicheren Übertragung von Daten mittel TLS.


Seit August 2014 hat Google HTTPS als einen Ranking Faktor definiert. Das bedeutet, dass HTTP-Verbindungen als «nicht sicher» bewertet werden und solche Websites evtl. im Bereich Ranking leicht abgestraft werden.

Ein Monitor zeigt eine Website im Browser mit geschlossenem Schlosssymbol in der Adresszeile, davor ein Vorhängeschloss und ein aufgerolltes Netzwerkkabel: die verschlüsselte Verbindung schützt die Übertragung.

3. Performance der Website

Es ist noch gar nicht so langer her, dass der Pagespeed einer Website keinen Einfluss auf das Ranking hatte. Natürlich konnte man in Google Analytics erkennen, dass schlecht ladende Websites zu einer höheren Absprungrate führten.


Es lässt sich aber heute sagen, dass einerseits die Ladegeschwindigkeit eine grosse Rolle im Bezug auf das Ranking spielt. Andrerseits bedeuten bessere UI und UX bessere Statistiken im Bezug auf den Traffic. Das hat sich nicht geändert. Dieser Faktor wird ziemlich sicher noch länger bleiben und wichtig für die eigene SEO-Strategie sein.


Ein wichtiges Stichwort für die Leistung einer Website sind die Core Web Vitals. Wie du LCP, INP und CLS misst und verbesserst, erklärt die Anleitung zu Core Web Vitals.

4. Qualitative Inhalte

Die wahrscheinlich offensichtlichste Massnahme ist der hochwertige Inhalt einer Webseite. Heutzutage ist fast allen klar, dass die eigene Webseite über hochwertige und informative Inhalte verfügen sollte. Es sollten vor allem dünne Inhalte überarbeitet werden und doppelte Inhalte möglichst vermieden werden. Qualität sollte immer an oberster Stelle stehen.


Gerade als Agentur testet man natürlich viele Dinge, und die Erfahrung bei netpulse zeigt, dass eine konstante, hochwertige Content-Produktion eine Wertverbesserung mit sich bringt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf nachhaltigen, regelmässigen und vor allem zielgruppenspezifischen Inhalten. Denn das oberste Ziel eines Content Creators sollte immer darin liegen, einen Mehrwert für die Nutzer:innen zu generieren.


Vor allem in Verbindung mit den neuen KI-Tools stellt sich immer wieder die Frage, inwiefern diese wirklich sauberen und relevanten Inhalt produzieren können. Aktuell sollte man vielleicht noch etwas vorsichtiger sein, da die Funktionen sehr neu sind und sowohl die Antworten, als auch die Quellen stets überarbeitet werden.

5. Die Menge an Inhalt

Natürlich wird eine grössere Menge an Inhalt immer gern gesehen. Auch hier ist hervorzuheben, dass der Inhalt immer qualitativ hochwertig sein sollte. Also niemals Quantität vor Qualität wählen.


Der Kontext sollte immer analysiert werden, da man auch für diesen in den Suchergebnissen erscheinen kann, selbst wenn man dieses Ziel gar nicht verfolgt hat. Je besser und strukturierter der Webseiteninhalt gewählt wurde, desto weniger Sorgen muss man sich machen, in welchem Kontext man allenfalls in der Suche erscheinen könnte.

Unsicher, welche Massnahme zuerst kommt?

netpulse erhebt deine Ausgangslage, ordnet die Massnahmen nach Wirkung, Aufwand und Abhängigkeiten und nennt dir die begründete Reihenfolge samt Messplan. Hier kannst du deine SEO-Strategie entwickeln lassen.

Fazit

Vielleicht mögen die Punkte für den ein oder anderen SEO-Spezialisten als logisch gelten. Trotzdem lohnt es sich, die einfachen Prinzipien immer wieder zu erwähnen, da man mit ihnen bereits einige positive Effekte erzielen kann.


Die Online Welt wandelt sich rasch und stetig. Es ist verständlich, dass man manchmal vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Daher ist es wichtig, immer wieder an der eigenen Strategie zu feilen und bestimmte Grundpfeiler zu setzen.


Wenn man sich an die Massnahmen hält, die bereits seit Jahren als positiv und empfehlenswert gelten, kann man ein wichtiges und gutes Fundament für die eigene SEO-Arbeit legen.


Du bist unsicher, ob deine Website alle Kriterien erfüllt? Die SEO-Fachleute von netpulse unterstützen und beraten dich gerne. Hier geht's zum Thema SEO!

Quelle: Searchengineland.com & netpulse.ch


Autorin: Lisa-Marie Unger

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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