Lisa-Marie Unger • 25. März 2026

Website-Migration - Die wichtigsten SEO-Checks

Eine Website-Migration ist eine der risikoreichsten Massnahmen im digitalen Marketing. Ob Rebranding, Plattformwechsel, neues CMS oder Domain-Umzug, jede grössere Veränderung am Webauftritt birgt die Gefahr, mühsam aufgebaute Rankings, Traffic und Umsatz zu verlieren.


Warum Website-Migrationen so oft schiefgehen

Das Problem bei vielen Migrationen ist nicht mangelndes technisches Know-how, sondern fehlende Systematik. Entwickler fokussieren sich auf Funktionalität, Designer auf Optik und SEO-relevante Aspekte rutschen dabei schnell ans Ende der Prioritätenliste. Das Ergebnis: Seiten verschwinden aus dem Index, Weiterleitungen greifen nicht, Metadaten fehlen oder das Staging-System wird versehentlich live geschaltet. Jeder dieser Fehler kann Rankings innerhalb weniger Wochen empfindlich beschädigen.

Auf einem Laptop-Bildschirm ist ein Globus zu sehen, über dem eine Lupe mit der Aufschrift „Internet“ schwebt, um die gelbe Pfeile kreisen.

Vor dem Launch: Benchmarks setzen und Grundlagen sichern

Bevor du auch nur eine Seite auf die neue Umgebung überträgst, solltest du eine vollständige Bestandsaufnahme deiner aktuellen Website vornehmen. Crawle die gesamte Seite mit einem Tool wie Screaming Frog und erstelle eine vollständige URL-Liste. Diese dient dir nach dem Launch als Referenz, um zu prüfen, ob alle Seiten korrekt migriert wurden.


Gleichzeitig solltest du deine aktuellen Rankings, Ladezeiten, Crawl-Fehler und Indexierungsraten dokumentieren. Diese Benchmarks sind nach der Migration dein wichtigstes Kontrollinstrument nur wer den Ausgangszustand kennt, merkt, wenn etwas schlechter geworden ist.


Entscheidend ist ausserdem ein sauberer Weiterleitungsplan. Für jede URL, die sich ändert, brauchst du eine 301-Weiterleitung auf die neue Adresse. Fehlende oder falsche Redirects sind der häufigste Grund für Traffic-Einbrüche nach einer Migration. Denk daran: Jede Seite mit aufgebautem SEO-Wert muss diese Autorität auf die neue URL übertragen.


Prüfe ausserdem, ob das Staging-System korrekt mit «noindex» versehen ist und nicht versehentlich von Google gecrawlt werden kann. Ein häufiger Fehler: Die noindex-Anweisung bleibt nach dem Launch aktiv und schmeisst die gesamte neue Website aus dem Google-Index.


Am Launch-Tag: Ruhe bewahren und kontrolliert vorgehen

Wähle den Zeitpunkt der Migration bewusst. Starte nicht während Spitzenlastzeiten oder in deiner umsatzstärksten Saison. Ein ruhiger Zeitraum mit wenig Traffic gibt dir die nötige Luft, um auftretende Probleme schnell zu beheben.


Sobald die neue Website live ist, überprüfe sofort die wichtigsten technischen Grundlagen: Ist die Seite im Google-Index erreichbar? Funktionieren alle Weiterleitungen? Werden Canonical Tags korrekt gesetzt? Stimmen Metadaten und strukturierte Daten überein? Lade zudem die neue Sitemap in der Google Search Console hoch, damit Google die neue Struktur schnellstmöglich erfasst.


Teste die Seite manuell auf Desktop und Mobilgerät. Funktioniert das Checkout-Prozess? Laden alle Formulare? Ist die Navigation intakt? Gerade mobile Nutzbarkeit ist entscheidend, da Google die mobile Version einer Seite für das Ranking priorisiert.


Nach dem Launch: Monitoring in den ersten Wochen

Die ersten vier bis sechs Wochen nach einer Migration sind kritisch. Beobachte täglich deine Impressionen, Klickraten und Rankings in der Google Search Console. Prüfe regelmässig auf Crawl-Fehler und 404-Seiten. Vergleiche die Performance deiner wichtigsten Seiten mit deinen Benchmarks.


Wenn Rankings einbrechen, analysiere systematisch: Stimmen die Weiterleitungen? Wurde Inhalt verloren? Sind Canonical Tags korrekt gesetzt? Werden Seiten korrekt indexiert? Kurzfristige Schwankungen nach einer Migration sind normal – Google braucht Zeit, um die neue Struktur vollständig zu erfassen. Kritisch wird es erst, wenn der Traffic dauerhaft ausbleibt.


Fazit

Eine Website-Migration muss kein SEO-Risiko sein, wenn sie sorgfältig geplant und begleitet wird. Die drei Phasen, Pre-Launch, Launch-Tag und Post-Launch, erfordern jeweils eigene Checks und Massnahmen. Wer diese konsequent durchführt, schützt seine Rankings, seinen Traffic und letztlich seinen Umsatz.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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