Lisa-Marie Unger • 26. März 2026

Google Ads API - Doppelte Lookalike-Zielgruppen blockiert

Google kündigt eine technische Änderung in der Google Ads API an, die auf den ersten Blick unauffällig wirkt. Für Werbetreibende, die ihre Kampagnen automatisiert verwalten, aber durchaus handlungsrelevant ist. Ab dem 30. April 2026 werden doppelte Lookalike User Lists in der API blockiert.


Was sind Lookalike User Lists – und warum sind sie relevant?

Lookalike Audiences, auf Deutsch auch «ähnliche Zielgruppen» genannt, sind ein leistungsstarkes Targeting-Werkzeug in Google Ads. Das Prinzip dahinter: Du gibst Google eine sogenannte Seed-Liste mit bestehenden Kunden oder hochwertigen Website-Besuchern. Google analysiert diese Gruppe und sucht dann automatisch nach neuen Nutzern, die ähnliche Eigenschaften aufweisen. Ähnliches Online-Verhalten, ähnliche Interessen, ähnliche demografische Merkmale.



Das Ergebnis ist eine Lookalike-Zielgruppe, die dir ermöglicht, potenzielle Neukunden anzusprechen, die du mit klassischem Keyword- oder Interessen-Targeting möglicherweise nie erreicht hättest. Besonders in Demand Gen Kampagnen, die auf YouTube, Gmail und Google Discover ausgespielt werden, spielen diese Zielgruppen eine zentrale Rolle.

Eine digitale Illustration zeigt eine Person, die an einem Laptop vor einem grossen Monitor mit der Aufschrift „API“ und blauen Akzenten arbeitet.

Was ändert sich konkret?

Bislang war es technisch möglich, über die Google Ads API mehrere identische Lookalike-Listen zu erstellen, also Listen, die auf derselben Seed-Liste basieren, dieselbe Expansionsstufe verwenden und dieselbe Länderausrichtung haben. Ab dem 30. April 2026 blockiert Google genau das.


Wer versucht, eine solche doppelte Liste programmatisch zu erstellen, erhält künftig einen API-Fehler zurück. In der API-Version 24 und höher lautet der Fehlercode DUPLICATE_LOOKALIKE, in älteren Versionen wird RESOURCE_ALREADY_EXISTS zurückgegeben. Die Änderung gilt ausschliesslich für die Erstellung neuer Listen, bestehende Lookalike-Listen bleiben unverändert aktiv und können weiterhin verwendet werden.


Wen betrifft diese Änderung?

Für Werbetreibende, die ihre Kampagnen ausschliesslich manuell über die Google Ads Oberfläche verwalten, dürfte diese Änderung kaum Auswirkungen haben. Anders sieht es aus, wenn du deine Kampagnen automatisiert steuerst, sei es über eigene Skripte, über Tools von Drittanbietern oder über direkte API-Integrationen.


In solchen Setups werden Zielgruppenlisten oft automatisch generiert, ohne dass dabei geprüft wird, ob eine inhaltlich identische Liste bereits existiert. Wenn dieser Prozess nach dem 30. April unverändert weiterläuft und keine Fehlerbehandlung für den neuen Error-Code implementiert ist, kann es zu stillen Ausfällen in der Kampagnensteuerung kommen, Fehler, die im täglichen Reporting möglicherweise erst spät auffallen.


Was solltest du jetzt konkret tun?

Schritt 1: Bestehende Lookalike-Listen prüfen. Verschaffe dir einen Überblick über alle aktuell aktiven Lookalike User Lists in deinem Konto. Identifiziere, ob es bereits Duplikate gibt, also Listen mit identischer Seed-Liste, Expansionsstufe und Länderausrichtung. Diese kannst du zusammenführen und künftig die bestehende Liste wiederverwenden, anstatt neue zu erstellen.


Schritt 2: API-Integrationen und Skripte anpassen. Wenn du mit der Google Ads API arbeitest oder Tools nutzt, die im Hintergrund automatisch Zielgruppen erstellen, überprüfe, ob diese Prozesse eine Fehlerbehandlung für den neuen DUPLICATE_LOOKALIKE-Fehlercode beinhalten. Ziel ist es, dass bei einem Duplikat-Versuch nicht einfach ein Fehler auftritt, sondern das System stattdessen automatisch auf die bereits vorhandene, identische Liste zurückgreift.


Schritt 3: Drittanbieter-Tools im Blick behalten. Nutzt du externe Plattformen für dein Google Ads Management? Dann prüfe, ob der Anbieter die Änderung bereits kommuniziert hat und entsprechende Updates plant. Die Deadline ist der 30. April, es bleibt also noch etwas Zeit, aber nicht unbegrenzt.


Fazit: Klein, aber nicht zu ignorieren

Googles Anpassung ist primär eine technische Bereinigungsmassnahme, um Redundanzen im System zu vermeiden und die API-Stabilität zu erhöhen. Für die meisten Werbetreibenden ist sie kaum spürbar. Wer jedoch programmatisch arbeitet, sollte die verbleibende Zeit nutzen, um seine Workflows zu prüfen und die nötigen Anpassungen vorzunehmen, bevor der 30. April zum unerwarteten Problem wird.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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