Lisa-Marie Unger • 22. Mai 2026

Microsoft Clarity - Citations-Dashboard ist live

Microsoft hat das Citations-Dashboard in Clarity allgemein verfügbar gemacht. Du siehst damit, wie oft deine Inhalte in KI-generierten Antworten zitiert werden, welche Queries dahinterstehen und wie deine Domain im Wettbewerb steht. Wir zeigen dir, was das Feature wirklich kann.


Endlich Klarheit über deine KI-Sichtbarkeit

Lange war GEO (Generative Engine Optimization) ein Spielfeld voller Vermutungen. Du hast deine Inhalte für KI-Antworten optimiert, ohne wirklich messen zu können, ob ChatGPT, Copilot oder Bing dich tatsächlich als Quelle nutzen. Mit dem neuen Citations-Dashboard in Microsoft Clarity bekommst du nun ein offizielles, kostenloses Werkzeug, das genau diese Lücke schliesst.



Microsoft hat das Feature jetzt offiziell als «generally available» freigegeben. Vorher als Beta verfügbar, wurde es nach Feedback und Performance-Optimierungen produktreif gemacht. Damit reiht sich Clarity in eine wachsende Liste von Tools ein, die Werbetreibenden und SEOs Antworten auf die zentrale Frage geben: «Wie sichtbar bin ich eigentlich in KI-Suchen?»

Illustration eines Mannes neben einem Monitor mit Stecker- und Strom-Symbolen in einer hellblauen Tech-Umgebung.

Was zeigt das Citations-Dashboard?

Das neue Dashboard fasst zusammen, wie deine Inhalte in den unterstützten KI-Erlebnissen referenziert werden. Konkret bekommst du sechs zentrale Reports:


  • Page Citations: Die Gesamtzahl der Erwähnungen deiner Seiten in KI-generierten Antworten im gewählten Zeitraum, inklusive Mehrfachzitierungen innerhalb derselben Antwort


  • Share of Authority: Eine Wettbewerbsansicht, die zeigt, welchen Anteil deine Domain an allen Zitaten in jenen Queries hat, in denen du überhaupt auftauchst


  • AI Referral Traffic: Der Anteil der Sessions auf deiner Website, die von KI-Assistenten kommen, berechnet als KI-Referrals geteilt durch alle Sessions
  • Queries: Die Suchanfragen, mit denen KI-Systeme deine Inhalte abrufen und bewerten, bevor sie eine Antwort generieren


  • My Cited Pages: Eine Seiten-Ebene, die zeigt, welche URLs deiner Domain wie oft zitiert wurden und mit welchen Grounding-Queries das geschehen ist


  • Trendlines: Visualisierungen der Entwicklung über die Zeit, sowohl für zitierte Seiten als auch für Queries


Diese Kombination ist deutlich umfassender als das, was viele bezahlte GEO-Tools bisher anbieten. Insbesondere die Verbindung von Citation-Daten mit echten Session-Daten aus Clarity ist ein starker Pluspunkt.


Warum «Share of Authority» so wichtig ist

Eine Metrik verdient besondere Aufmerksamkeit: der Share of Authority. Im klassischen SEO arbeitest du mit Sichtbarkeitsindizes und Rankings. In der KI-Welt funktionieren diese Indikatoren nicht mehr, denn es gibt keine Position 1 im klassischen Sinne. Die KI zitiert Quellen, kombiniert sie und gewichtet sie nach Relevanz.


Mit dem Share of Authority erhältst du erstmals einen direkten Vergleich: Wie oft taucht deine Domain in Antworten auf, wenn überhaupt Quellen zitiert werden? Und wie verteilt sich der Citation-Kuchen auf dich und deine Wettbewerber? Das ist eine Kennzahl, die sich hervorragend für Reporting und Strategie eignet.


So gelangst du zum Dashboard

Die Bedienung ist erfreulich einfach. Innerhalb deines Clarity-Accounts navigierst du zu «Dashboards», wählst dann «AI Visibility» und klickst auf «Citations». Voraussetzung ist, dass du Microsoft Clarity bereits auf deiner Website implementiert hast.


Falls du Clarity noch nicht nutzt: Das Tool ist gratis, datenschutzfreundlich konfigurierbar und ergänzt klassische Analytics-Lösungen mit Heatmaps, Session-Recordings und Funnel-Analysen. Die Einbindung erfolgt über einen einfachen Tracking-Code, vergleichbar mit Google Analytics. Für die Citations-Funktion sind keine zusätzlichen Einstellungen nötig.


Microsoft hat im Rahmen des Releases auch das zugrundeliegende Reporting-Modell überarbeitet. Query Views, Filter und Pagination wurden so optimiert, dass das Dashboard auch bei grossen Datenmengen und langen Zeiträumen flüssig läuft.


Was du mit den Daten konkret anstellen kannst

Spannend wird das Dashboard, wenn du die Daten in konkrete Handlungen übersetzt. Hier ein paar Ideen, wie du die Citations-Insights produktiv nutzt:


  • Content-Erfolg messen: Welche Inhalte werden besonders häufig zitiert? Diese Themen und Formate solltest du ausbauen


  • Schwachstellen finden: Bei welchen Queries fehlst du komplett im Vergleich zu Wettbewerbern? Das sind Content-Lücken, die du gezielt schliessen kannst


  • Wettbewerb beobachten: Wer holt sich überproportional viele Citations und mit welchen Inhalten?


  • Intent-Verständnis schärfen: Über die Query-Ansicht erkennst du, welche Nutzerintentionen KI-Systeme mit deinen Inhalten verknüpfen


  • Reporting professionalisieren: Statt vager Aussagen zur KI-Sichtbarkeit kannst du Kundinnen und Kunden harte Zahlen präsentieren


Besonders wertvoll ist die Kombination von Citation-Daten mit deinem regulären Analytics-Setup. Wenn du weisst, welche Seiten häufig zitiert werden, kannst du deren UX, Conversion-Pfade und interne Verlinkung gezielt optimieren, damit aus AI-Referral-Traffic auch tatsächlich Geschäft entsteht.


Microsoft Clarity vs. Google Analytics

Microsoft ist nicht allein mit diesem Ansatz. Google Analytics hat kürzlich einen eigenen AI Assistant Channel ergänzt, der Traffic von KI-Tools als eigene Quelle ausweist. Beide Lösungen verfolgen ähnliche Ziele, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.


Während Google Analytics primär den Traffic-Aspekt beleuchtet («Woher kommt der Besucher?»), geht Clarity einen Schritt weiter und zeigt auch die Citation-Seite («Wie wirst du in KI-Antworten zitiert, auch wenn niemand klickt?»). Genau das ist im Zero-Click-Zeitalter Gold wert, denn ein grosser Teil der KI-Antworten landet eben nicht in Traffic, sondern in reiner Marken- und Quellen-Sichtbarkeit.


Wer es ernst meint mit GEO-Reporting, kombiniert beide Quellen. Clarity liefert die Citation-Daten, Google Analytics ergänzt sie mit klassischem Verhalten und Conversions auf der Website.


Was du jetzt tun solltest

Unsere Empfehlung: Implementiere Microsoft Clarity, falls noch nicht geschehen, und etabliere das Citations-Dashboard als festen Bestandteil deines monatlichen Reportings. Definiere Baselines, beobachte Trends und vergleiche deine Performance mit dem Wettbewerb. So entwickelst du Schritt für Schritt ein Gefühl dafür, was in der KI-Suche wirklich funktioniert.


Wichtig ist, die Daten nicht isoliert zu betrachten. Citations korrelieren mit klassischer SEO-Performance, Brand-Stärke, Backlink-Profil und Content-Qualität. Wer also seine GEO-Sichtbarkeit ausbauen will, sollte die Fundamente nicht vernachlässigen.


Fazit

Mit dem Citations-Dashboard schliesst Microsoft eine echte Lücke im GEO-Werkzeugkasten. Erstmals bekommst du in einem kostenlosen Tool harte Daten zu deiner KI-Sichtbarkeit, vom Share of Authority bis zur Query-Analyse. Wer früh mit der Auswertung beginnt, sichert sich einen klaren Informationsvorsprung gegenüber dem Wettbewerb.


Bei der netpulse AG begleiten wir dich gerne dabei, deine GEO-Strategie auf datenbasierte Beine zu stellen. Melde dich, wenn du wissen möchtest, wie sichtbar deine Marke heute in KI-Antworten wirklich ist.



Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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