Offline-Conversions - Umzug zur Data Manager API
Google verlagert Offline-Conversion-Importe aus der Google Ads API in die neue Data Manager API. Ab dem 15. Juni 2026 funktioniert die alte Schnittstelle für betroffene Konten nicht mehr. Wir zeigen dir, was die Umstellung bedeutet und wie du rechtzeitig handelst.
Was ändert sich konkret?
Google stellt die Offline-Conversion-Importe über die Google Ads API ab dem 15. Juni 2026 schrittweise ein. Konkret betrifft die Änderung den UploadClickConversions-Request, der danach für jene Konten nicht mehr funktioniert, die in den letzten 180 Tagen keine Offline-Conversions mehr hochgeladen haben.
Wenn deine Integration aktuell aktiv läuft und regelmässig Daten überträgt, bist du im ersten Schritt nicht direkt betroffen. Sobald die Nutzung jedoch länger als 180 Tage ruht, wird die Schnittstelle deaktiviert. Wer in Zukunft mit Offline-Conversions arbeiten möchte, muss zwingend auf die neue Data Manager API umsteigen.
Die Massnahme gilt sowohl für klassische Offline-Conversion-Importe als auch für Enhanced Conversions for Leads. Alle anderen Operationen der Google Ads API funktionieren weiterhin wie gewohnt. Du musst also nicht deine gesamte Integration umbauen, sondern dich gezielt um die betroffenen Workflows kümmern.
Warum diese Änderung relevant ist
Offline-Conversions sind ein zentrales Instrument, um Leads, Verkäufe und andere Aktionen zu messen, die ausserhalb der typischen Web-Journey stattfinden. Klassische Beispiele sind ein telefonisch abgeschlossener Verkauf nach einer Lead-Kampagne, ein Kaufabschluss im Ladengeschäft oder die spätere Qualifizierung eines Leads in deinem CRM.
Werden diese Daten nicht mehr nach Google Ads zurückgespielt, brechen wichtige Signale weg. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf:
- Reporting und Attribution: Du verlierst die Sicht darauf, welche Kampagnen tatsächlich zu Umsatz führen
- Automatisches Bidding: Smart-Bidding-Strategien wie Maximize Conversions oder Target CPA basieren auf vollständigen Conversion-Signalen
- Audience-Optimierung: Auch die Performance Max-Steuerung leidet, wenn die Conversion-Datenbasis lückenhaft wird
Kurz gesagt: Wer die Migration verschläft, riskiert, dass seine Kampagnen plötzlich blind laufen und Budget in die falschen Richtungen wandert.
Das grosse Ganze: Googles Datenstrategie
Die Migration ist mehr als ein technisches Update. Sie ist Teil von Googles strategischem Umbau hin zu einer zentralen Datenaufnahme und einer stärker KI-gestützten Infrastruktur. Die Data Manager API beschreibt Google als einheitliches Ingestion-System, über das Werbetreibende sämtliche Daten in Google Ads einspeisen, von Customer Match bis hin zu Conversion-Imports.
Hinter dieser Konsolidierung steckt eine klare Logik. Mit dem schrittweisen Wegfall klassischer Tracking-Cookies und den steigenden Datenschutzanforderungen werden First-Party-Daten zum entscheidenden Rohstoff für Performance-Werbung. Google möchte sicherstellen, dass diese Daten in einer modernen, sauberen Pipeline ankommen, statt über fragmentierte Schnittstellen einzutröpfeln.
Für Werbetreibende und Agenturen ist das einerseits ein willkommener Effizienzgewinn. Andererseits ist es ein weiterer Schritt in Richtung einer immer enger an Googles Automatisierung gekoppelten Marketing-Welt, in der manuelle Kontrolle zunehmend an die Maschine abgegeben wird.
Was Entwicklerinnen und Entwickler jetzt tun sollten
Wenn du intern oder über einen Tech-Partner mit der Google Ads API arbeitest, solltest du sofort aktiv werden. Konkret heisst das:
- Bestandsaufnahme: Prüfe, welche deiner Integrationen Offline-Conversion-Importe nutzen
- Konten-Check: Identifiziere Konten, die in den letzten 180 Tagen inaktiv waren und somit als erste betroffen sind
- Migrationsplan erstellen: Plane den Wechsel zur Data Manager API mit ausreichend Pufferzeit vor dem 15. Juni
- Workflows umbauen: Passe deine Import-Prozesse und Datenformate an die neuen Vorgaben an
- Testen, testen, testen: Lass die neue Pipeline parallel laufen und vergleiche die Datensätze, bevor du die alte Schnittstelle endgültig abschaltest
Wer hier zu lange wartet, riskiert Datenlücken in der wichtigen Phase des Sommer- und Herbstgeschäfts. Insbesondere im Lead-Geschäft, wo jede einzelne Conversion zählt, können fehlende Imports schnell zu Fehlsteuerungen und Budgetverlusten führen.
Was bedeutet das für Werbetreibende ohne eigene Entwicklung?
Nicht jedes Unternehmen pflegt eine eigene Google-Ads-API-Integration. Viele Werbetreibende setzen auf Drittanbieter wie HubSpot, Salesforce, Zapier oder spezialisierte MarTech-Tools, um Offline-Conversions zu übermitteln. Falls du zu dieser Gruppe gehörst, solltest du proaktiv bei deinem Anbieter nachfragen:
- Ist eure Integration bereits auf die Data Manager API umgestellt?
- Bis wann genau erfolgt die Migration?
- Müssen wir auf unserer Seite Anpassungen vornehmen oder Daten neu mappen?
- Gibt es eine Übergangsphase mit Parallelbetrieb?
Seriöse Anbieter werden den Wechsel bereits im Hintergrund vorbereiten und ihre Kunden aktiv informieren. Bei kleineren oder weniger spezialisierten Tools lohnt sich jedoch ein direkter Check. Am Ende verantwortest du als Werbetreibender die Qualität deiner Kampagnendaten, unabhängig davon, wer die technische Umsetzung verantwortet.
Fazit
Die Verlagerung der Offline-Conversion-Importe ist ein typisches Google-Update: technisch klingt es nach Detailarbeit, in der Praxis kann es aber weitreichende Konsequenzen haben. Wer rechtzeitig migriert, sichert sich nicht nur die Kontinuität seiner Kampagnen, sondern profitiert auch von den Mehrwerten der neuen Data Manager API. Laut Google bietet sie eine bessere Developer Experience und zusätzliche Funktionen, die in der bisherigen Workflow-Welt nicht verfügbar waren.
Unser Tipp: Setze dir spätestens für Anfang Juni 2026 ein internes Stichdatum für die abgeschlossene Migration. So bleibt dir noch ein Puffer für unerwartete Probleme oder Datenvergleiche zwischen alter und neuer Schnittstelle.
Bei der netpulse AG unterstützen wir dich gerne dabei, deine Google-Ads-Setups zukunftssicher aufzustellen. Vom technischen Audit deiner Conversion-Tracking-Architektur über die strategische Beratung rund um First-Party-Daten bis hin zur Optimierung deiner Smart-Bidding-Strategien bekommst du alles aus einer Hand. Melde dich, wenn du wissen möchtest, ob dein Setup für den Stichtag wirklich bereit ist.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



