Microsoft Advertising - AI Max startet global
Microsoft Advertising rollt AI Max weltweit für Search-Kampagnen aus. Die Funktion bündelt smarteres Keyword-Matching, automatisch generierte Anzeigentexte und dynamische Landingpages – bleibt dabei aber optional. Wir zeigen dir, wie AI Max funktioniert und was du beachten musst.
Microsoft Advertising beginnt mit dem globalen Rollout von AI Max für Search-Kampagnen. Damit bringt Microsoft ein Bündel aus KI-gestütztem Targeting, automatisierter Anzeigenerstellung und dynamischer Landingpage-Optimierung in ein einheitliches Kampagnenformat. Navah Hopkins, Product Liaison bei Microsoft Advertising, betont dabei einen wichtigen Punkt: AI Max bleibt für neue und bestehende Kampagnen ein Opt-in – die Kontrolle liegt weiterhin bei dir.
Drei Kernfunktionen in einem Paket
AI Max wird ab sofort schrittweise über alle Microsoft-Advertising-Konten weltweit ausgerollt. Die Suite besteht aus drei zentralen Bausteinen: Search term matching, Text customization und Final URL expansion. Microsoft positioniert die drei Funktionen als komplementär und empfiehlt, sie gemeinsam zu testen – gleichzeitig stehen dir Marken-Kontrollen, URL-Regeln und Einstellungen auf Anzeigengruppenebene zur Verfügung, um die Automatisierung gezielt zu steuern.
Search term matching: mehr Reichweite jenseits der Keyword-Liste
Search term matching erweitert die Reichweite deiner Kampagnen über die bestehende Keyword-Liste hinaus. Das System nutzt dabei Keywords, Anzeigen, Landingpages, Nutzerintention und weitere Kontextsignale, um zusätzliche relevante Suchanfragen zu identifizieren. Microsoft sieht hier besonderes Potenzial bei komplexeren Suchanfragen, etwa solchen, die über KI-gestützte Erlebnisse wie Bing oder Copilot erfolgen.
Für dich bedeutet das: Deine Kampagnen können künftig auch auf Suchanfragen reagieren, die du nicht explizit als Keyword hinterlegt hast, sofern sie inhaltlich zu deinem Angebot passen. Das kann die Reichweite erhöhen, erfordert aber auch ein wachsames Auge auf die Suchbegriffsberichte, damit die Kampagne thematisch relevant bleibt.
Text customization: KI-generierte Anzeigentexte
Mit Text customization kann die Microsoft-KI auf Basis bestehender Creative-Assets und Website-Inhalte zusätzliche Textvarianten generieren. Zum Zeitpunkt der Auktion wählt das System automatisch jene Kombination aus, die es für die jeweilige Suchanfrage als am relevantesten einstuft. Ziel ist es, Anzeigen sowohl für klassische Suchanfragen als auch für KI-native Erlebnisse passgenauer zu machen.
Auch hier gilt: Automatisierung heisst nicht Kontrollverlust. Über Marken-Kontrollen lassen sich beispielsweise bestimmte Begriffe von der automatischen Text-Generierung ausschliessen – wichtig etwa, wenn du auf eine konsistente Markensprache achten musst.
Final URL expansion: dynamische Landingpages
Die dritte Komponente, Final URL expansion, wählt statt einer fest vorgegebenen Landingpage automatisch jene Seite deiner Website aus, die laut System am besten zur Suchintention passt. Damit soll eine grössere Konsistenz zwischen Suchanfrage, Anzeigentext und der tatsächlich aufgerufenen Seite entstehen – ein Ansatz, den du in ähnlicher Form bereits von Performance Max in Google Ads kennen dürftest.
Kontrolle bleibt bei dir
Microsoft betont ausdrücklich, dass Automatisierung nicht bedeutet, die Kontrolle vollständig abzugeben. AI Max startet von Anfang an mit Marken-Kontrollen – etwa Begriffsausschlüssen für die Text-Generierung –, mit Reporting-Funktionen, URL-Regeln sowie Einstellungen auf Anzeigengruppenebene. Zusätzlich lassen sich über Optimierungsexperimente entweder die gesamte AI-Max-Suite oder einzelne Funktionen gezielt testen, bevor sie breiter ausgerollt werden.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu manchen anderen Automatisierungsprodukten am Markt: Microsoft gibt dir von Beginn an Werkzeuge an die Hand, um die Automatisierung zu überwachen und einzugrenzen, statt sie als reine Black Box auszurollen.
Bestehende Automatisierung wandert unter AI Max
Wer bereits automatisch generierte Textassets für Search-Kampagnen oder Predictive Matching nutzt, wird feststellen, dass diese Funktionen künftig unter dem Dach von AI Max laufen. Die entsprechenden AI-Max-Einstellungen werden in betroffenen Kampagnen automatisch aktiviert. Microsoft stellt aber klar, dass die übrigen AI-Max-Funktionen dadurch nicht automatisch mit aktiviert werden – AI Max bleibt für neue und bestehende Kampagnen ein Opt-in-Setting.
Was mit importierten Google-Ads-Kampagnen passiert
Ein praktisch relevanter Punkt für Advertiser, die beide Plattformen parallel nutzen: AI-Max-Einstellungen werden auch beim Import von Search-Kampagnen aus Google Ads in Microsoft Advertising übernommen. Ist AI Max in einer importierten Kampagne bereits aktiviert, übernimmt Microsoft die entsprechenden Einstellungen automatisch.
Eine wichtige Ausnahme gibt es allerdings: AI-Max-Search-Kampagnen, die ursprünglich aus aufgewerteten Dynamic Search Ads stammen, werden in Microsoft Advertising vorerst wieder in klassische DSA-Kampagnen umgewandelt, während Microsoft an zusätzlicher Funktionalität für diesen Fall arbeitet. Wer also DSA-Kampagnen importiert, sollte das Ergebnis nach dem Import genau prüfen.
Warum das relevant ist
Microsoft bringt mit AI Max mehr von jener Automatisierung, die den bezahlten Suchmarkt zunehmend prägt, in ein einziges Search-Kampagnenformat – und hält die Funktion dabei bewusst optional, inklusive Kontrollmöglichkeiten ab dem ersten Tag. Für Advertiser, die bereits AI-Max-Kampagnen in Google Ads betreiben, kann die Möglichkeit, Einstellungen per Import zu übertragen, doppelten Einrichtungsaufwand reduzieren. Unterschiede zwischen den beiden Plattformen bedeuten aber, dass importierte Kampagnen weiterhin überwacht werden sollten, statt sie unbeaufsichtigt laufen zu lassen.
Unsere Einschätzung für dein Konto
Für Schweizer KMU-Konten, die Microsoft Advertising bereits als Ergänzung zu Google Ads nutzen, lohnt sich ein kontrollierter Test von AI Max – am besten zunächst über ein Optimierungsexperiment mit klar begrenztem Budget. Da die drei Komponenten unterschiedlich stark in bestehende Prozesse eingreifen, empfiehlt es sich, sie schrittweise statt gleichzeitig zu aktivieren, um die Wirkung jeder einzelnen Funktion nachvollziehen zu können. Wer stark auf eine konsistente Markensprache angewiesen ist, sollte insbesondere die Begriffsausschlüsse für die automatische Textgenerierung von Anfang an sorgfältig konfigurieren.
Ein Blick auf Timing und Ressourcen
Wichtig ist auch der organisatorische Aspekt: Da AI Max drei unterschiedliche Funktionen bündelt, solltest du intern klären, wer für die Überwachung der Suchbegriffsberichte, der generierten Anzeigentexte und der ausgewählten Landingpages zuständig ist. Gerade bei Agenturen, die mehrere Kundenkonten betreuen, empfiehlt sich ein einheitlicher Rollout-Fahrplan, damit die Testphase über alle Konten hinweg vergleichbare Ergebnisse liefert und sich Learnings zwischen Kunden übertragen lassen.
Für Konten mit begrenztem Budget lohnt sich zudem ein Blick auf die Reihenfolge der Aktivierung: Final URL expansion lässt sich in der Regel am risikoärmsten isoliert testen, da sie primär die Nutzererfahrung nach dem Klick betrifft. Search term matching und Text customization greifen dagegen direkter in Reichweite und Markenbotschaft ein und verdienen entsprechend, engmaschigere Kontrolle in den ersten Wochen nach der Aktivierung.
Fazit
Mit dem globalen Rollout von AI Max holt Microsoft Advertising in Sachen KI-gestützter Automatisierung spürbar auf. Breiteres Keyword-Matching, generierte Creatives und dynamische Landingpages werden in einem Kampagnenformat gebündelt, bleiben aber – anders als bei manchen Wettbewerbsprodukten – von Anfang an opt-in und mit Kontrollmöglichkeiten ausgestattet. Für Advertiser lohnt sich ein sorgfältiger, schrittweiser Test, um das Potenzial der neuen Funktionen zu nutzen, ohne die Kontrolle über Marke und Budget aus der Hand zu geben.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



