Google Ads - Neue Gebote bei knappem Budget
Ab dem 17. August richtet Google Ads zielbasierte Gebote bei knappem Budget strenger an deinen Zielwerten aus. Kampagnen, die ihr Ziel bisher übertreffen, könnten teurer werden. Wir zeigen dir, was sich ändert und wie du dich mit dem neuen Tool vorbereitest.
Google zieht die Zügel an
Google nimmt erneut eine Anpassung an den Smart-Bidding-Strategien vor, und diesmal solltest du genau hinschauen. Es geht darum, wie sich zielbasierte Gebotsstrategien verhalten, wenn deine Kampagnen durch das Budget eingeschränkt sind. Das Ziel von Google: Die Leistung soll auch dann konsistenter zu deinen festgelegten Zielwerten passen, wenn dein Budget schwankt.
Was nach einer technischen Feinheit klingt, kann in der Praxis spürbare Folgen haben. Denn gerade Kampagnen, die deine Ziele bisher übertroffen haben, könnten nach dem Update anders performen als gewohnt.
Was sich konkret ändert
Die wichtigsten Eckdaten zuerst: Die Umstellung tritt am 17. August in Kraft. Bereits ab dem 6. Juli steht dir ein neues Werkzeug zur Verfügung, das sogenannte Bid Target Adjustment Tool, mit dem du deine Zielwerte vor dem Stichtag überprüfen und anpassen kannst.
Inhaltlich passiert Folgendes: Kampagnen, die zielbasierte Gebotsstrategien wie Target CPA nutzen, werden sich künftig stärker an ihre konfigurierten Zielwerte halten, sobald Budgetbeschränkungen vorliegen. Bisher konnten solche Kampagnen ihre Ziele deutlich übertreffen. Genau dieser Spielraum wird nun enger.
Ein Beispiel, das aufhorchen lässt
Am besten lässt sich die Änderung an einem konkreten Fall verstehen. Stell dir vor, du betreibst eine Kampagne mit einem Target CPA von CHF 10, erzielst aktuell aber einen tatsächlichen CPA von nur CHF 5. Bisher war das ein erfreulicher Bonus: Du hast dein Ziel klar unterboten und pro Conversion weniger bezahlt als geplant.
Nach dem Update kann sich genau das ändern. Die Leistung deiner Kampagne könnte sich in Richtung des eingestellten Ziels von CHF 10 bewegen, sofern du den Zielwert nicht anpasst. Im schlechtesten Fall zahlst du also künftig mehr pro Conversion als heute, einfach weil dein hinterlegtes Ziel höher ist als das, was deine Kampagne ohnehin schon erreicht. Für manche Werbetreibende bedeutet das, dass die Performance sich am Google-Ziel orientiert statt an den bisher erreichten, besseren Werten
Warum Google diesen Schritt geht
Hinter der Anpassung steht laut Google ein nachvollziehbares Motiv: weniger Schwankungen und eine planbarere Leistung, wenn du dein Budget erhöhst, senkst oder anderweitig veränderst. In der Vergangenheit konnten Budgetänderungen zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen. Das neue Verhalten soll für mehr Berechenbarkeit sorgen.
Aus Sicht von Google ist das ein logischer Schritt hin zu mehr Konsistenz. Für dich als Werbetreibender bedeutet es aber, dass du dich aktiver um deine Zielwerte kümmern musst. Denn die neue Berechenbarkeit hat einen Preis: Sie nimmt dir den unverhofften Effizienzgewinn, den überperformende Kampagnen bisher mitgebracht haben.
Wichtig zum Verständnis: Die Änderung greift vor allem dann, wenn deine Kampagne durch das Budget limitiert ist, also mehr ausgeben könnte, als ihr zur Verfügung steht. In dieser Situation musste der Algorithmus bisher Kompromisse eingehen und hat oft konservativer geboten, was zu den niedrigen Ist-Werten geführt hat. Künftig orientiert sich das System auch bei knappem Budget enger am hinterlegten Ziel. Genau deshalb sind budgetlimitierte Konten von der Umstellung besonders betroffen.
Das neue Bid Target Adjustment Tool
Damit du nicht unvorbereitet in die Umstellung gehst, stellt Google das Bid Target Adjustment Tool bereit. Ab dem 6. Juli kannst du damit deine Gebotsziele überprüfen und anpassen, bevor die Änderung am 17. August scharf geschaltet wird. Das Tool hilft dir, jene Kampagnen zu identifizieren, die von der Umstellung betroffen sein könnten.
Zusätzlich wirst du Benachrichtigungen in deinem Google-Ads-Konto erhalten, bevor der Rollout startet. Wer diese Hinweise ernst nimmt und das Tool aktiv nutzt, kann böse Überraschungen vermeiden. Wer sie ignoriert, überlässt die Steuerung dem neuen Standardverhalten von Google.
Zwischen den Zeilen: Ziele senken statt belassen
Besonders relevant ist die Änderung für alle, deren Kampagnen ihre Ziele dauerhaft übertreffen. Hier liegt eine kleine, aber wichtige Erkenntnis: Um deine bisherige, gute Leistung zu halten, musst du deine Zielwerte unter Umständen aktiv senken, statt sie einfach unverändert zu lassen.
Das ist eine ungewohnte Logik. Normalerweise setzt man sich ehrgeizige Ziele und freut sich, wenn man sie schlägt. Nach diesem Update kann ein zu grosszügig gesetztes Ziel aber dazu führen, dass Google die Performance bewusst in Richtung dieses Ziels lockert. Wenn deine Kampagne also seit Monaten einen CPA von CHF 5 liefert, dein hinterlegtes Ziel aber bei CHF 10 liegt, solltest du dieses Ziel nun realistischer, also tiefer ansetzen. Sonst verschenkst du Effizienz.
Was du jetzt tun solltest
Die Botschaft ist klar: Warte nicht bis August, sondern werde jetzt aktiv. Diese Schritte helfen dir, gut vorbereitet zu sein:
- Verschaffe dir einen Überblick über alle Kampagnen, die zielbasierte Gebotsstrategien wie Target CPA oder Target ROAS nutzen.
- Prüfe für jede dieser Kampagnen, ob der hinterlegte Zielwert noch zu deinem tatsächlichen Ergebnis und deinen Geschäftszielen passt.
- Identifiziere Kampagnen, die ihr Ziel deutlich übertreffen, und überlege, ob du den Zielwert nach unten korrigieren solltest.
- Nutze ab dem 6. Juli das Bid Target Adjustment Tool, um Anpassungen rechtzeitig vor dem 17. August vorzunehmen.
Unter dem Strich bindet Google die zielbasierten Gebote stärker an die tatsächliche Kampagnenleistung. Damit wird es wichtiger denn je, deine Gebotsziele regelmässig zu überprüfen und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Wir behalten deine Ziele im Blick
Solche Updates zeigen, wie schnell sich die Spielregeln in Google Ads verschieben und wie viel Geld auf dem Spiel steht, wenn man sie übersieht. Bei der netpulse prüfen wir die Gebotsstrategien unserer Kunden laufend und passen Zielwerte rechtzeitig an, damit dein Budget effizient bleibt. Als Google Premier Partner kennen wir die Hebel, die wirklich zählen. Du willst sicher sein, dass dich diese Umstellung nicht teuer zu stehen kommt? Melde dich bei uns für einen unverbindlichen Check deines Google-Ads-Kontos.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



