Spam-Traffic in GA4 - So schützt du Analytics-Daten
In Zeiten, in denen organischer Traffic durch Zero-Click-Searches zurückgeht und Engagement-Metriken wie Engagement Rate und durchschnittliche Verweildauer immer wichtiger werden, können gefälschte Bot-Besuche deine Analysen erheblich verfälschen.
Die verschiedenen Arten von Spam-Traffic
Spam-Traffic tritt in mehreren Formen auf, die du kennen solltest.
Referral Spam erscheint als Besuche von verdächtigen Domains. Diese Bots besuchen deine Website teilweise nicht einmal wirklich, sondern senden Daten direkt an dein GA4-Property. Die Absicht dahinter: Dich dazu zu bringen, auf ihre Domain zu klicken, wenn du sie in deinen Reports siehst.
Fake Organic Sessions tarnen sich als legitimer Traffic von Suchmaschinen. In Wirklichkeit handelt es sich um Bots, die User Agents und Referral-Quellen fälschen, um wie echte Google- oder Bing-Besucher auszusehen. Ghost Traffic ist besonders tückisch: Hierbei werden Measurement Protocol Hits serverseitig gefälscht und direkt an GA4 gesendet, ohne dass jemals eine echte Seite geladen wird. Diese Sessions können komplett erfundene Engagement-Daten enthalten.
Eine weitere Kategorie sind fehlkonfigurierte Measurement Protocol Hits. Dabei senden andere Websites oder Apps versehentlich oder absichtlich Daten an deine Measurement ID. Wichtig zu wissen: Nicht jeder Bot-Traffic ist Spam. Bekannte Bots und Suchmaschinen-Crawler wie der Googlebot werden von GA4 normalerweise automatisch herausgefiltert.
So erkennst du Spam-Traffic
Es gibt mehrere Warnsignale, an denen du Spam-Traffic identifizieren kannst. Sessions mit null Sekunden Engagement bei vorhandenen Page Views sind ein klares Indiz. Echte Nutzer verbringen zumindest etwas Zeit auf deiner Website. Du kannst diese Sessions finden, indem du einen GA4-Exploration-Report erstellst und nach Engagement Time gleich null filterst.
One-Page-Sessions im grossen Stil sind ein weiteres Warnzeichen. Ein paar einzelne Besuche, die nach einer Seite abspringen, sind normal. Hunderte von Sessions, die alle auf derselben Seite landen, identische Aktionen ausführen und sofort wieder verschwinden, deuten auf Bot-Verhalten hin. Allerdings solltest du auch legitime Erklärungen in Betracht ziehen. Vielleicht ist eine LinkedIn-Kampagne viral gegangen und sendet massenhaft Traffic auf eine Landing Page.
Präventionsmassnahmen und Best Practices
Um deine Analytics-Daten zu schützen, solltest du ein internes Playbook erstellen, das definiert, wie sauberer Traffic für deine Website aussieht, wie du Spam erkennst und welcher Prozess zur Untersuchung und Blockierung neuer Spam-Quellen gilt. Diese Dokumentation sorgt für Konsistenz, auch wenn Teammitglieder wechseln.
Dokumentiere die normalen Traffic-Muster deiner Website: typische Engagement Rates, durchschnittliche Session-Dauer, wichtigste geografische Quellen und erwartetes Traffic-Volumen nach Stunde und Tag. Dies gibt deinem Team einen Referenzpunkt, um Anomalien schnell zu erkennen.
Richte Alerts für ungewöhnliche Traffic-Muster ein. Diese Benachrichtigungen ermöglichen es dir, Veränderungen schnell zu bewerten und festzustellen, ob sie legitim sind oder auf Spam zurückzuführen. In manchen Fällen gibt es berechtigte Erklärungen. Eine virale Kampagne kann plötzlich eine Flut von Besuchern auf eine Landing Page leiten. Die Alerts stellen sicher, dass du solche Situationen zeitnah analysieren kannst.
Filter richtig einsetzen
GA4 bietet verschiedene Filtermöglichkeiten, um Spam-Traffic auszuschliessen. Du kannst IP-Adressen von bekannten Bot-Netzwerken blockieren, verdächtige Referral-Domains ausfiltern und Segmente erstellen, die nur qualifizierten Traffic zeigen. Wichtig ist, dass du diese Filter regelmässig aktualisierst, da Spammer ständig neue Taktiken entwickeln.
Erstelle ausserdem separate Views oder Data Streams. Eine ungefilterte für vollständige Daten und eine gefilterte für deine Analysen. So kannst du jederzeit nachvollziehen, wie viel Traffic tatsächlich herausgefiltert wurde und ob deine Filter korrekt arbeiten.
Langfristige Strategie gegen Spam
Der Kampf gegen Spam-Traffic ist ein fortlaufender Prozess. Spam-Angreifer passen ihre Methoden ständig an, weshalb du deine Überwachungssysteme kontinuierlich weiterentwickeln musst. Investiere Zeit in die regelmässige Überprüfung deiner Traffic-Quellen und halte dein Team über neue Spam-Taktiken auf dem Laufenden.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



