OpenAI - Neue Budget- und Targeting-Optionen
OpenAI erweitert den Ads Manager im Beta-Stadium: Tagesbudgets, präzisere geografische Ausrichtung und übersichtlichere Reportings geben dir mehr Kontrolle über deine ChatGPT-Kampagnen. Wir zeigen dir, was die Updates bedeuten und worauf du achten solltest.
Werbung in ChatGPT wird erwachsen
OpenAI arbeitet weiter daran, ChatGPT zu einer ernstzunehmenden Werbeplattform zu machen. Mit dem jüngsten Update für den Ads Manager Beta bekommst du als Werbetreibende oder Werbetreibender mehr Steuerungsmöglichkeiten – bei Budget, Standort-Ausrichtung und Reporting. Gleichzeitig testet OpenAI im Hintergrund neue Anzeigenformate direkt im Chat. Für Unternehmen, die früh mit KI-nativer Werbung experimentieren wollen, sind das spannende Neuigkeiten.
Bisher war der Ads Manager von ChatGPT recht schlank aufgestellt. Genau das ändert sich jetzt Schritt für Schritt. Die neuen Funktionen orientieren sich an dem, was du von etablierten Plattformen wie Google Ads oder Meta bereits kennst. Wir schauen uns die wichtigsten Änderungen genauer an.
Tagesbudgets sorgen für mehr Kontrolle
Die wohl praktischste Neuerung: Du kannst beim Erstellen einer neuen Kampagne jetzt zwischen einem Tagesbudget und einem Laufzeitbudget wählen. Bisher gab es diese Flexibilität nicht.
Ein Tagesbudget hilft dir besonders dann, wenn du Kampagnen dauerhaft laufen lässt oder neue Ansätze mit engem Kostenrahmen testen möchtest. Du behältst die Ausgaben pro Tag besser im Griff und vermeidest, dass dein Budget zu schnell aufgebraucht ist. Wichtig zu wissen: Aktuell stehen Tagesbudgets nur für neu erstellte Kampagnen zur Verfügung. Bestehende Kampagnen lassen sich also vorerst nicht umstellen.
Für KMU ist das eine willkommene Verbesserung. Gerade wer mit einem überschaubaren Werbebudget arbeitet, profitiert von einer planbaren, gleichmässigen Ausspielung über den Tag. Du kannst Kosten besser kalkulieren und musst weniger befürchten, dass eine Kampagne dein Budget innert weniger Stunden verbraucht.
Geografische Ausrichtung wird präziser
Auch beim Standort-Targeting legt OpenAI nach. Bisher waren die Möglichkeiten begrenzt – jetzt kannst du Kampagnen in den USA deutlich feiner ausrichten. Konkret stehen drei neue Ebenen zur Verfügung: Bundesstaat, Designated Market Area (DMA) und Postleitzahl.
Die Ausrichtung lässt sich entweder direkt beim Einrichten der Kampagne festlegen oder später in den Kampagneneinstellungen anpassen. Damit nähert sich ChatGPT den Standortoptionen an, die du von Google und Meta längst gewohnt bist.
Für regionale Kampagnen und lokale Unternehmen ist das ein grosser Schritt. Wer nur in einer bestimmten Region sichtbar sein will, muss sein Budget nicht länger mit der Giesskanne verteilen, sondern erreicht gezielt die passende Zielgruppe. Aktuell gilt diese feinere Steuerung allerdings nur für den US-Markt. Für die Schweiz bleibt abzuwarten, wann und in welcher Form vergleichbare Optionen folgen.
Übersichtlicheres Reporting
Eine kleine, aber nützliche Änderung betrifft das Reporting. Die Tabellenansichten im Ads Manager zeigen jetzt Gesamtsummen für zentrale Kennzahlen an, darunter Impressionen, Klicks und Ausgaben.
Diese Summen erscheinen über alle Ebenen hinweg: auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Anzeigenebene. Der Vorteil liegt auf der Hand. Du musst die Daten nicht erst exportieren, um einen schnellen Überblick über die Performance zu bekommen. Ein Blick in die Tabelle genügt, um einzuschätzen, wie deine Kampagnen laufen.
Das spart Zeit im Arbeitsalltag, besonders, wenn du mehrere Kampagnen parallel betreust und regelmässig Zwischenstände prüfst. Solche Detailverbesserungen wirken unscheinbar, machen die tägliche Arbeit mit der Plattform aber spürbar angenehmer.
OpenAI testet neue Anzeigenformate
Neben den Updates im Ads Manager hat OpenAI bestätigt, dass erste Tests mit neuen Anzeigenformaten direkt in ChatGPT laufen. Ein kleiner Teil der Anzeigen zeigt dabei dynamische Handlungsaufforderungen, sogenannte Calls-to-Action.
Dazu gehören Schaltflächen wie «Jetzt kaufen», «Jetzt buchen», «Registrieren» oder «Mehr erfahren». Welcher CTA angezeigt wird, entscheidet das System automatisch, abhängig vom Anzeigeninhalt und der Zielseite. Eine manuelle Auswahl durch Werbetreibende ist aktuell noch nicht möglich, OpenAI schliesst sie für die Zukunft aber nicht aus.
Das Unternehmen beschreibt die Funktion als leichte Erweiterung, die Nutzerinnen und Nutzern helfen soll, Anzeigen besser zu verstehen und mit ihnen zu interagieren. Im Hintergrund deutet sich damit aber mehr an: ChatGPT bewegt sich in Richtung performanceorientierter Werbung, bei der konkrete Aktionen wie Käufe oder Anmeldungen im Mittelpunkt stehen. Genau dieser Fokus auf messbare Ergebnisse macht eine Plattform für viele Unternehmen erst richtig interessant.
Was bedeutet das für dich?
Die Updates zeigen klar, in welche Richtung sich ChatGPT als Werbekanal entwickelt. Funktionen wie Tagesbudgets und feineres Geo-Targeting gehören auf reiferen Plattformen längst zum Standard. Dass OpenAI sie nun nachreicht, ist ein deutliches Signal: Aus dem frühen Testbetrieb wird Schritt für Schritt ein ernstzunehmender Werbekanal.
Für dich heisst das vor allem, dass es sich lohnt, die Entwicklung im Auge zu behalten. Noch sind viele Funktionen auf den US-Markt beschränkt, und das Anzeigensystem steckt im Beta-Stadium. Wer aber frühzeitig Erfahrungen sammelt, verschafft sich einen Vorsprung, ähnlich wie damals bei den ersten Schritten mit Google Ads oder Social Ads.
Unsere Empfehlung: Beobachte, wie sich ChatGPT-Werbung weiterentwickelt, und prüfe, ob der Kanal zu deiner Zielgruppe passt. Sobald die Funktionen auch in der Schweiz und im DACH-Raum verfügbar sind, kann sich ein früher Einstieg auszahlen. Bis dahin gilt: informiert bleiben, kleine Tests einplanen und die eigene Strategie offen für neue Kanäle halten.
Hast du Fragen dazu, wie KI-gestützte Werbung in deine Marketingstrategie passt? Wir bei der netpulse AG begleiten dich gerne von der ersten Einschätzung bis zur konkreten Umsetzung.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



