Lisa-Marie Unger • 9. März 2026

Microsoft Ads - Negative Keywords selbst verwalten 

Wer Microsoft Ads aktiv nutzt, kennt das Problem: Negative Keywords waren bisher umständlich zu verwalten, und für die Erstellung gemeinsamer Listen war oft ein Support-Ticket nötig. Damit ist jetzt Schluss. Microsoft hat Self-Serve Negative Keyword-Listen eingeführt.


Was sind Negative Keywords und warum sind sie so wichtig?

Bevor wir ins Detail gehen, ein kurzer Überblick für alle, die neu in der Welt der Suchmaschinenwerbung sind: Negative Keywords sind Suchbegriffe, bei denen deine Anzeige ausdrücklich nicht erscheinen soll. Sie verhindern, dass irrelevante Suchanfragen dein Budget belasten.



Ein Beispiel: Du betreibst einen Online-Shop für Premium-Kaffeemaschinen. Ohne negative Keywords könnte deine Anzeige auch bei Suchanfragen wie „günstige Kaffeemaschine" oder „Kaffeemaschine gratis" ausgespielt werden, Nutzer, die wahrscheinlich nicht zu deinen Wunschkunden gehören. Mit dem richtigen Einsatz von negativen Keywords filterst du solche Streuverluste gezielt heraus und sorgst dafür, dass dein Budget nur dort fliesst, wo echtes Interesse besteht.

Benutzer-Admin-Panel des Dashboards mit Statistiken in verschiedenen farbigen Feldern, Diagrammen und Symbolen.

Was hat Microsoft Ads neu eingeführt?

Werbetreibende können ab sofort geteilte Negative Keyword-Listen direkt in der Benutzeroberfläche von Microsoft Advertising erstellen und verwalten, ohne Umwege über den Support. Das war bisher ein häufiger Kritikpunkt, denn gerade bei grösseren Accounts oder Agenturen mit mehreren Kundenkonten war die fehlende Selbstverwaltung ein echter Workflow-Blocker.


Die neuen Listen bieten konkret folgende Möglichkeiten: Pro Liste können bis zu 5.000 negative Keywords hinterlegt werden, jeweils ein Begriff pro Zeile. Die Listen lassen sich wahlweise auf Kampagnen- oder Kontoebene anwenden. Das bedeutet, du kannst eine zentrale Liste erstellen und sie über mehrere Kampagnen hinweg gleichzeitig einsetzen, eine enorme Zeitersparnis gegenüber der manuellen Pflege auf Einzelkampagnen-Basis.


Bestehende Listen lassen sich jederzeit bearbeiten, als CSV-Datei exportieren oder von Kampagnen entfernen. Ausserdem funktionieren die Match-Typen in Performance Max genauso wie in klassischen Suchkampagnen, ein wichtiger Hinweis für alle, die beide Kampagnentypen parallel betreiben.


Auf die Formatierung kommt es an

Ein technischer Hinweis, den Microsoft explizit kommuniziert: Die Formatierung der Match-Typen erfolgt nicht über Bindestriche, sondern über eckige Klammern für Exact Match und Anführungszeichen für Phrase Match. Wer diesen Unterschied übersieht, riskiert, dass Keywords nicht wie gewünscht ausgeschlossen werden. Es lohnt sich daher, bestehende Listen beim Import sorgfältig zu prüfen.


Warum ist das relevant für deine Microsoft Ads-Strategie?

Negative Keywords gehören zu den wirkungsvollsten Optimierungshebeln in jeder Paid-Search-Kampagne. Sie verbessern nicht nur die Klickqualität, sondern senken direkt die Kosten pro Conversion, denn weniger irrelevante Klicks bedeuten ein effizienteres Budget. Gleichzeitig steigt die Relevanz der Anzeigen für die verbleibenden Suchanfragen, was sich positiv auf den Quality Score und damit auf die Anzeigenpositionen auswirken kann.


Mit der neuen Self-Serve-Funktion entfällt der bürokratische Aufwand, der bisher mit der Listenverwaltung verbunden war. Gerade für Agenturen, die mehrere Konten gleichzeitig betreuen, ist das eine wesentliche Vereinfachung im Tagesgeschäft. Anpassungen können sofort vorgenommen werden, ohne auf Rückmeldungen vom Support warten zu müssen.


Was solltest du jetzt tun?

Falls du Microsoft Ads aktiv nutzt, empfiehlt es sich, die neue Funktion direkt in deinem Konto zu testen. Überprüfe zunächst deine bestehenden Suchanfragenberichte: Welche irrelevanten Begriffe haben in letzter Zeit Budget verbraucht? Diese lassen sich jetzt einfach und strukturiert in einer zentralen Liste zusammenfassen und kontoübergreifend ausspielen.


Microsoft macht mit dieser Neuerung einen weiteren Schritt in Richtung mehr Eigenständigkeit für Werbetreibende und signalisiert gleichzeitig, dass die Plattform weiterhin aktiv weiterentwickelt wird. Für alle, die Bing & Co. als ernstzunehmende Alternative zu Google Ads sehen, ist das ein positives Zeichen.



Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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