Spam-Reports bei Google - Was du jetzt wissen musst
Wer Spam bei Google meldet, sollte die eigenen Meldungen ab sofort sorgfältiger formulieren. Google hat seine Richtlinien für Spam-Reports innerhalb weniger Wochen gleich zweimal geändert und die zweite Änderung ist eine direkte Reaktion auf scharfe Kritik aus der SEO-Community.
Was am Anfang stand und warum es für Aufruhr sorgte
Vor einigen Wochen sorgte Google für Aufsehen, als es bekannt gab, dass alle Informationen, die in einem Spam-Report eingegeben werden, direkt an den Website-Betreiber weitergeleitet werden, nämlich dann, wenn Googles manuelle Überprüfung aufgrund des Reports eine Massnahme gegen die gemeldete Seite einleitet.
Das klingt zunächst nach einem vernünftigen Schritt in Richtung Transparenz. In der Praxis bedeutete es jedoch: Wer in seiner Meldung persönliche Details erwähnte, den eigenen Namen, den Namen des Unternehmens, eine E-Mail-Adresse oder sogar nur eine erkennbare Beschreibung der eigenen Situation, riskierte, dass genau diese Informationen beim gemeldeten Website-Betreiber landeten.
SEO-Experte Glenn Gabe machte zudem öffentlich auf ein weiteres Problem aufmerksam: Das alte System öffnete die Tür für Missbrauch. Theoretisch hätte jeder den Namen einer fremden Person in das Freitextfeld eines Spam-Reports eintragen können und damit eine falsche Identität als Melder vortäuschen. Die Reaktion der Community war entsprechend heftig.
Was Google jetzt geändert hat
Google hat seine Spam-Report-Seite erneut aktualisiert und klargestellt: Spam-Reports, die persönlich identifizierbare Informationen enthalten, werden künftig weder verarbeitet noch verwendet.
Die neue Formulierung lautet sinngemäss: Persönlich identifizierbare Informationen dürfen nicht in der Meldung enthalten sein. Um gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen, muss Google den Meldetext an den Website-Betreiber übermitteln, wenn eine manuelle Massnahme eingeleitet wird. Deshalb wird eine Meldung, die persönliche Daten enthält, zum Schutz der Privatsphäre nicht verarbeitet.
Das ist eine deutliche Kehrtwende. Wer versehentlich persönliche Daten in einen Spam-Report aufgenommen hat, muss sich keine Sorgen machen, dass diese Informationen an die gemeldete Seite weitergeleitet werden. Der Report wird schlicht nicht verarbeitet und kann anschliessend neu eingereicht werden.
Warum dieses Update wichtiger ist als es klingt
Auf den ersten Blick wirkt das nach einer technischen Randnotiz Tatsächlich hat die Änderung aber direkte Auswirkungen auf die Art und Weise, wie Spam-Reports formuliert und eingereicht werden sollten – und auf das Verständnis, was ein Spam-Report überhaupt ist und was er bewirken kann.
Die Annahme, dass Spam-Reports funktional anonym seien, solange Google die Identität des Meldenden nicht separat offenbart, war bisher weit verbreitet. Das stimmt aber nur dann, wenn der Report selbst keine identifizierenden Informationen enthält. Eine Erwähnung eines Firmennamens, eine erkennbare Beschreibung einer internen Situation oder sogar ein spezifischer Schreibstil können ausreichen, um auf die Quelle hinzuweisen.
Das bedeutet: Auch mit der neuen Regelung bleibt ein gewisses Risiko bestehen. Wer einen Spam-Report einreicht, sollte sich bewusst sein, dass der Freitext unter Umständen weitergeleitet werden kann, nämlich dann, wenn er keine persönlichen Daten enthält und Google eine manuelle Massnahme einleitet.
So formulierst du einen korrekten Spam-Report
Um sicherzustellen, dass ein Report erfolgreich verarbeitet wird, gelten ab sofort folgende Grundsätze: Keine persönlichen Informationen – weder Name, Firmenname, E-Mail-Adresse noch andere identifizierende Angaben dürfen im Freitextfeld erscheinen. Der Fokus sollte auf der konkreten Richtlinienverletzung liegen, also etwa Keyword-Stuffing, Cloaking, manipulative Linkstrukturen oder andere klar benennbare Verstösse gegen Googles Spam-Richtlinien. Belege sollten sachlich und faktenbasiert sein, konkrete URLs, Beobachtungszeiträume und nachprüfbare Informationen.
Ein guter Spam-Report liest sich wie eine sachliche Beschwerde, nicht wie eine persönliche Abrechnung. Wer die spezifische Richtlinienklausel benennt, gegen die verstossen wurde, und das mit konkreten Belegen untermauert, gibt Google eine klare Grundlage für eine manuelle Überprüfung.
Was das für Agenturen und SEO-Profis bedeutet
Für Agenturen erhöht dieses Update die Anforderungen an interne Prozesse. Wer im Auftrag von Kunden Spam-Reports einreicht, sollte sicherstellen, dass alle Meldungen auf persönliche Informationen geprüft werden, bevor sie abgeschickt werden. Das gilt insbesondere dann, wenn Reports zu Wettbewerbern oder Partnerseiten eingereicht werden, bei denen eine Verbindung zum eigenen Unternehmen erkennbar sein könnte.
Die übergeordnete Botschaft ist klar: Google verfeinert sein Spam-Meldesystem kontinuierlich und reagiert dabei, was in diesem Fall positiv zu bewerten ist, auf direktes Feedback der Community. Das Update zeigt, dass Google bereit ist, kontroverse Entscheidungen schnell zu revidieren, wenn die Kritik berechtigt ist und Datenschutzbedenken im Vordergrund stehen.
Fazit
Googles Kehrtwende beim Umgang mit Spam-Reports ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell sich die Spielregeln im SEO-Umfeld ändern können und wie wichtig es ist, solche Änderungen aktiv zu verfolgen. Wer Spam meldet, sollte ab sofort konsequent auf persönliche Informationen verzichten und sich auf sachliche, belegbare Fakten konzentrieren. Das ist nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch der einzige Weg, damit ein Report überhaupt verarbeitet wird.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



