Lisa-Marie Unger • 1. September 2026

Google – Neue Kategorien bei Local Services Ads

Google erweitert die Kategorien für Local Services Ads bei Restaurants, Autowerkstätten und Beauty-Anbietern deutlich. Gleichzeitig bereitet Google die Migration der LSA-Kampagnen in Google Ads vor. Wir zeigen dir, was sich ändert und wie du dich als KMU vorbereitest.


Google hat die Liste der für Local Services Ads (LSA) berechtigten Geschäftskategorien deutlich erweitert. Betroffen sind vor allem die Bereiche Restaurants, Automotive und Beauty, die nun deutlich granularer unterteilt werden können. Ein Vergleich der bisherigen und der aktuellen Google-Dokumentation «Getting started with Local Services Ads» zeigt: Das grundlegende LSA-Modell bleibt weitgehend unverändert, doch die Anzahl und Spezifität der unterstützten Kategorien ist stark gewachsen. Die Änderung kommt zu einem strategisch wichtigen Zeitpunkt, denn Google bereitet parallel die grosse Migration der LSA-Kampagnen in Google Ads vor.


Was sich konkret ändert

Die auffälligste Neuerung betrifft Googles Berechtigungsliste für LSA. Bisher waren zahlreiche Branchen durch breite Sammelkategorien abgedeckt – etwa «Restaurant», «Dessert and coffee», «Auto repair shop», «Car wash and detailing» sowie eine überschaubare Auswahl an Beauty-Dienstleistungen.


Die aktualisierte Dokumentation teilt viele dieser Branchen nun in deutlich spezifischere Kategorien auf. Im Restaurantbereich reicht die Auswahl künftig von amerikanischer, chinesischer und italienischer Küche über Pizza- und Sushi-Restaurants bis hin zu Steakhäusern, veganen Restaurants und Dutzenden weiteren Kategorien.

Mobile App für lokale Dienstleistungen und Navigation mit Markierungen auf der Karte sowie Symbolen für Autos, Restaurants und Schilde.

Mehr Granularität im Automotive-Bereich

Auch im Automotive-Segment hat Google die Klassifizierung über die bisherigen Sammelkategorien Autoreparatur und Autowäsche hinaus deutlich ausgebaut. Die aktuelle Liste umfasst nun unter anderem Kategorien wie Klimaanlagen-Service, Autoglas-Reparatur, Bremsen-Service, Autobatterie-Geschäfte, Fahrzeugprüfungen, Ölwechsel-Service, Reifenhändler und Getriebe-Werkstätten.


Gegenüber Search Engine Land bestätigte Google, dass diese erhöhte Spezifität bewusst gewählt wurde. Die Trennung etwa einer Getriebe-Werkstatt von der allgemeinen Fahrzeugwartung erlaubt es Unternehmen, ihre konkreten Dienstleistungen präziser zu benennen – und damit potenziell gezielter jene Kundschaft zu erreichen, die tatsächlich nach genau dieser Leistung sucht.


Änderungen bei Google Verified

Die überarbeitete Dokumentation führt zudem einen neuen Abschnitt zu «Pre-badge ads» ein. Unternehmen, die vorläufige Prüfungen bereits bestanden haben, können demnach schon Leads über LSA erhalten, während sie die verbleibenden Anforderungen für das Google-Verified-Abzeichen noch abschliessen. Diese Einträge erscheinen unterhalb jener Anbieter, die den vollständigen Onboarding-Prozess bereits abgeschlossen haben.


Gleichzeitig hat Google den Geltungsbereich ausgeweitet, in dem das Verified-Abzeichen grundsätzlich nicht verfügbar ist. Die bisherige Dokumentation nannte hier nur den Gastronomiebereich. Die aktuelle Version schliesst nun auch Automotive- und Beauty-Kategorien explizit mit ein.


Warum der Zeitpunkt entscheidend ist

Die Erweiterung der Kategorien fällt mitten in einen deutlich grösseren Umbau von Local Services Ads: Google verlagert die Kampagnenverwaltung schrittweise bis ins Jahr 2027 in Google Ads. Bestätigt wurde gegenüber Search Engine Land, dass weiterhin in LSA investiert wird, auch wenn sich die Verwaltungsstruktur ändert.


Die erste Phase dieser Migration betrifft ausgewählte US-amerikanische Advertiser aus den Bereichen Home Services und stationäre Dienstleistungen und startet bereits im August 2026. Im weiteren Jahresverlauf sollen zusätzliche Advertiser folgen, bevor die Migration 2027 auch Konten ausserhalb der USA sowie die verbleibenden Kategorien erreicht. Für Schweizer Unternehmen bedeutet das: Die Umstellung betrifft den hiesigen Markt voraussichtlich erst in einer späteren Phase – es lohnt sich aber, die Entwicklung frühzeitig zu beobachten, da grössere Google-Migrationen erfahrungsgemäss auch international spürbare Auswirkungen auf Kampagnenstrukturen haben können.


Was unverändert bleibt

Trotz der bevorstehenden Migration betont Google, dass das grundlegende LSA-Modell nicht verschwindet. Advertiser zahlen weiterhin für qualifizierte Leads statt für Klicks, Kampagnen bleiben keywordlos, und Anzeigen erscheinen weiterhin ausschliesslich an ihren bisherigen lokalen Platzierungen auf Google Search und Google Maps.


Bestehende Setups sollen automatisch in Google Ads migriert werden, sodass Advertiser ihre Kampagnen nicht allein deshalb neu aufbauen müssen, weil sich die Verwaltungsplattform ändert. Das ist eine wichtige Zusicherung für alle, die bereits Zeit und Budget in den Aufbau ihrer LSA-Präsenz investiert haben.


Warum das für dich relevant ist

Die erweiterten Kategorien geben lokalen Advertisern deutlich präzisere Möglichkeiten, Google gegenüber genau zu definieren, welche Dienstleistung sie anbieten – noch bevor ihre Kampagnen in Google Ads überführt werden. Das ist besonders wertvoll für Unternehmen, die bisher in breiten Sammelkategorien wie Autoreparatur oder Restaurant geführt wurden, obwohl die Suchintention dahinter sehr unterschiedlich sein kann. Wer beispielsweise nach einem Getriebe-Spezialisten sucht, hat ein anderes Bedürfnis als jemand, der eine allgemeine Fahrzeugwartung braucht – und dasselbe gilt für die Suche nach einem Sushi-Restaurant im Vergleich zu einem generischen Restaurant-Eintrag.


Handlungsempfehlung für dein Unternehmen

Wenn du oder deine Kundschaft bereits Local Services Ads nutzen, lohnt sich jetzt ein Blick in die eigene Kategorisierung: Prüfe, ob eine der neuen, spezifischeren Kategorien besser zum tatsächlichen Angebot passt als die bisherige Sammelkategorie. Eine präzisere Zuordnung kann helfen, relevantere Leads zu generieren und die eigene Sichtbarkeit gezielter auszurichten. Wer im Automotive-, Beauty- oder Gastronomiebereich tätig ist und noch nicht mit LSA arbeitet, sollte angesichts der feineren Kategorisierung einen Einstieg in Erwägung ziehen, da sich das eigene Angebot nun deutlich präziser abbilden lässt als bisher.


Was das für die Migrationsphase bedeutet

Da bestehende Setups laut Google automatisch in Google Ads überführt werden sollen, lohnt es sich, die eigene Kategorisierung idealerweise schon jetzt zu bereinigen – und nicht erst, wenn die eigene Kampagne tatsächlich migriert wird. Eine präzise Kategorie, die schon vor der Umstellung korrekt gesetzt ist, reduziert das Risiko, dass bei der Migration Unklarheiten entstehen oder Leads über die falsche Unterkategorie generiert werden. Gerade für Betriebe mit mehreren Standorten oder unterschiedlichen Dienstleistungsschwerpunkten kann sich zudem eine Aufteilung auf mehrere, spezifischere LSA-Profile lohnen, statt weiterhin alles unter einer einzigen, breiten Kategorie zu führen.


Fazit

Googles überarbeitete LSA-Dokumentation ist mehr als eine reine Erweiterung der Kategorienliste. Sie zeigt, wie Google Local Services Ads über mehrere Branchen hinweg granularer gestaltet – zu einem Zeitpunkt, an dem gleichzeitig die grundlegende Verwaltungsstruktur des Produkts in Richtung Google Ads verschoben wird. Das bewährte Pay-per-Lead-Modell mit seiner hohen Kaufabsicht bleibt dabei erhalten, während sich Ort und Art der Kampagnenverwaltung verändern. Für lokale Unternehmen lohnt es sich, die eigene Kategorisierung jetzt zu überprüfen und die weitere Migration aufmerksam zu verfolgen.


Quelle: Searchengineland.com

Über die Autorin

Eine Frau mit lockigem Haar trägt ein weißes Hemd und lächelt.

Lisa-Marie Unger

Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.


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