Google Ads - Display & Video im Planner gestrichen
Google räumt weiter auf. Nach zahlreichen Änderungen an Kampagnentypen, Gebotsstrategien und Reporting-Tools trifft es nun den Performance Planner: Display- und Video-Kampagnen werden aus dem Planungstool entfernt. Eine Änderung, die auf den ersten Blick klein wirkt.
Was genau sich geändert hat
Seit März 2026 unterstützt der Google Ads Performance Planner keine Display- und Video-Kampagnen mehr. Wer bisher Budgets und Prognosen für diese Kampagnentypen im Tool geplant hat, schaut in die Röhre: Bestehende Pläne, die Display- oder Video-Kampagnen enthalten, können weder eingesehen noch bearbeitet werden.
Gleichzeitig fallen drei wichtige Kennzahlen aus dem Planner heraus: Impression Share, Top Impression Share und Absolute Top Impression Share. Diese Metriken messen, wie oft eine Anzeige im Vergleich zur maximalen Anzahl möglicher Einblendungen ausgespielt wurde und waren bisher ein zentrales Planungsinstrument für Reichweiten- und Awareness-Kampagnen.
Im Performance Planner unterstützt Google künftig nur noch Kampagnentypen wie Search, Shopping, App, Demand Gen, Local und Performance Max.
Warum Google diesen Schritt geht
Diese Änderung ist kein isoliertes Update, sondern Teil eines grösseren Trends: Google verschiebt seinen Fokus konsequent weg von impressionsbasierter Werbung hin zu conversionorientierten Kampagnenstrategien und Automatisierung. Der Performance Planner wird damit zu einem reinen Werkzeug für performance-getriebene Kampagnentypen und spiegelt damit Googles übergeordnete Plattformstrategie wider.
Das ist kein Zufall. In den letzten Jahren hat Google schrittweise alle Tools und Funktionen vereinfacht oder eingeschränkt, die manuelles, kanalspezifisches Planen ermöglichen. Stattdessen sollen Werbetreibende zunehmend auf Automatisierung, Smart Bidding und kampagnenübergreifende Lösungen wie Performance Max setzen, Systeme, die Google intern optimiert und bei denen die Planung nach traditionellem Muster weniger relevant ist.
Was das für dich als Werbetreibender bedeutet
Wenn du bisher den Performance Planner für die Budgetplanung deiner Display- oder Video-Kampagnen genutzt hast, brauchst du künftig eine alternative Planungsmethode. Das kann bedeuten, dass du auf externe Forecasting-Tools ausweichst, eigene Modelle aufbaust oder die Planung stärker auf historische Performance-Daten stützt.
Besonders bei der Planung von Awareness-Kampagnen, also Kampagnen, bei denen Reichweite und Sichtbarkeit im Vordergrund stehen, nicht direkte Conversions, entsteht eine spürbare Lücke. Impression-Share-Metriken waren hierfür ein wichtiger Kompass. Wer diese Kennzahlen weiterhin nutzen möchte, muss sie ausserhalb des Performance Planners tracken und auswerten.
Für Agenturen, die mehrere Kundenkonten betreuen, bedeutet das zusätzlichen manuellen Aufwand, zumindest bis sich geeignete Alternativen etabliert haben.
Der grössere Kontext: Googles klare Richtung
Dieses Update ist eines von vielen Signalen, die Google in letzter Zeit sendet. Ob die Vereinfachung von Enhanced Conversions, die Einschränkung manueller Gebotsstrategien oder der Ausbau von Performance Max, die Richtung ist eindeutig: Google will, dass Werbetreibende stärker auf automatisierte, conversionorientierte Systeme setzen und weniger auf manuelle Steuerung und kanalspezifische Planung.
Das ist für viele Werbetreibende eine Umgewöhnung. Reichweiten- und Branding-Kampagnen lassen sich nun mal schlecht mit Conversion-Metriken planen. Die Herausforderung besteht darin, trotz weniger nativer Planungsunterstützung sinnvolle Prognosen und Budgetentscheidungen für Upper-Funnel-Kampagnen zu treffen.
Fazit
Der Rückzug von Display und Video aus dem Performance Planner ist mehr als ein technisches Update, er ist ein weiteres Zeichen, dass Google die Kontrolle über die Kampagnensteuerung zunehmend zentralisiert und standardisiert. Für Werbetreibende, die stark auf Awareness-Kampagnen setzen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigene Planungs- und Messstrategie zu überdenken. Wer frühzeitig alternative Forecasting-Methoden entwickelt, ist sicherlich gut gerüstet.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



