Google Ads – Test mit neuem Format für lokale Suche
Google experimentiert kontinuierlich mit neuen Anzeigenformaten und ein aktueller Test zeigt, wohin die Reise im lokalen Bereich geht. In den Google-Suchanzeigen ist ein neues Format aufgetaucht: ein wischbares Karussell, das mehrere Unternehmensstandorte direkt innerhalb einer einzigen Anzeige anzeigt. Für Unternehmen mit mehreren Filialen oder Standorten könnte das eine spannende neue Möglichkeit sein, lokale Sichtbarkeit zu steigern.
Was Google gerade testet
Das neue Format ersetzt die bisher übliche statische Darstellung einzelner Standort-Assets durch ein horizontales Karussell. Nutzer können direkt in der Suchanzeige durch verschiedene Unternehmensstandorte wischen, ohne die Suchergebnisseite zu verlassen. Zu jedem Standort werden dabei relevante Informationen angezeigt, darunter Bewertungen und die Entfernung zum jeweiligen Nutzer.
Erstmals aufgetaucht ist das Format in einem LinkedIn-Post von Anthony Higman, Gründer von Adsquire, der den neuen Anzeigentyp dokumentiert und geteilt hat. Bislang handelt es sich noch um einen Test, kein offiziell ausgerolltes Feature.
Vom statischen Asset zum dynamischen Erlebnis
Der Unterschied zum bisherigen Format ist deutlich. Bisher wurden mehrere Standorte untereinander als einzelne Einträge angezeigt, kompakt, aber wenig interaktiv. Das neue Karussell-Format bündelt alle Standorte in einer einzigen, scrollbaren Einheit. Das wirkt deutlich moderner und orientiert sich am Nutzungsverhalten auf mobilen Geräten, wo wischen intuitiv und vertraut ist.
Für den Nutzer bedeutet das: Er kann direkt im Suchergebnis verschiedene Filialen vergleichen, die Entfernung abschätzen und Bewertungen einsehen, ohne extra klicken zu müssen. Die Hürde bis zum ersten Kontakt mit dem Unternehmen sinkt weiter.
Warum das für Werbetreibende relevant ist
Für Unternehmen mit mehreren Standorten, etwa Handelsketten, Franchisebetriebe, Fitnessstudios, Banken oder Gastronomiebetriebe, öffnet dieses Format eine interessante neue Möglichkeit. Statt eine Anzeige pro Standort schalten zu müssen, könnte künftig eine einzige Kampagne alle relevanten Filialen prominent in einem kompakten, ansprechenden Format präsentieren.
Das hat mehrere potenzielle Vorteile: mehr Sichtbarkeit innerhalb einer einzigen Anzeigeneinheit, eine bessere User Experience für Suchende und möglicherweise höhere Klickraten, weil der Nutzer direkt das für ihn nächstgelegene Angebot findet.
Gleichzeitig bringt das Format neue Dynamiken mit sich. Wenn mehrere Standorte desselben Unternehmens in einem Karussell erscheinen, entsteht intern eine Art Wettbewerb um die Aufmerksamkeit des Nutzers, welcher Standort schafft es zuerst ins Bild? Welcher Eintrag hat die bessere Bewertung? Das erhöht den Druck, alle Standortdaten aktuell, vollständig und mit möglichst vielen positiven Bewertungen zu pflegen.
Local SEO und Google Ads: Zwei Seiten derselben Medaille
Dieses Test-Format unterstreicht einmal mehr, wie eng Google Ads und Local SEO miteinander verknüpft sind. Wer gute Bewertungen hat, vollständige Standortdaten pflegt und sein Google Business Profile aktuell hält, wird auch in einem solchen Anzeigenkarussell besser dastehen als die Konkurrenz.
Für Werbetreibende, die lokale Kampagnen betreiben, ist das ein weiteres Argument dafür, Standort-Assets in Google Ads sorgfältig zu pflegen und mit dem Google Business Profile zu verknüpfen. Denn je besser die Datenqualität, desto besser die Darstellung, egal in welchem Format Google die Anzeigen letztendlich ausspielt.
Was jetzt zu tun ist
Das Format befindet sich noch in der Testphase, und es ist nicht klar, wann oder ob es breit ausgerollt wird. Trotzdem lohnt es sich, jetzt die Grundlagen zu legen: Standort-Assets in Google Ads vollständig einrichten, Bewertungen aktiv managen und das Google Business Profile aller Standorte auf dem neuesten Stand halten.
Denn wenn das Karussell-Format kommt, werden jene Unternehmen als erste profitieren, die bereits gut aufgestellt sind.
Fazit
Googles Test eines wischbaren Standort-Karussells in Search Ads zeigt, in welche Richtung sich lokale Suchanzeigen entwickeln: interaktiver, nutzerfreundlicher und stärker auf mobile Nutzung ausgerichtet. Für Unternehmen mit mehreren Standorten könnte dieses Format ein echter Gamechanger werden, vorausgesetzt, die Datenbasis stimmt.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



