Google Ads Konto gesperrt – Was du jetzt wissen musst
Das rote Banner oben im Google Ads-Konto ist für viele Werbetreibende ein Albtraum: «Dein Konto wurde gesperrt.» Kampagnen laufen nicht mehr, Anzeigen werden nicht ausgespielt, und der Traffic bricht von einem Moment auf den anderen ein. Was steckt hinter solchen Kontosperrungen?
Warum Google Ads Konten sperrt
Google sperrt Konten, wenn es Verstösse gegen seine Werberichtlinien oder Nutzungsbedingungen feststellt. Dabei kommen sowohl automatisierte Systeme als auch manuelle Prüfprozesse zum Einsatz. Bewertet werden dabei nicht nur die Anzeigen selbst, sondern auch Kundenbewertungen, Geschäftspraktiken und der Inhalt der verlinkten Website.
Google hat laut eigenen Angaben sein Erkennungssystem Ende 2025 deutlich verbessert: Fehlsperrungen wurden um über 80 % reduziert und 99 % der Sperrungen werden inzwischen innerhalb von 24 Stunden gelöst. Trotzdem bleibt eine Sperrung für betroffene Werbetreibende eine akute Krisensituation.
Die verschiedenen Arten von Kontosperrungen
Nicht jede Sperrung ist gleich und je nach Art unterscheiden sich die Handlungsmöglichkeiten erheblich.
Richtlinienverstösse sind die häufigste Ursache. Darunter fallen unpassende oder eingeschränkte Inhalte, Verstösse gegen redaktionelle Anforderungen oder ein unzulässiger Umgang mit Nutzerdaten. In diesen Fällen erhältst du in der Regel mindestens sieben Tage Vorwarnung, bevor die Sperrung in Kraft tritt.
Schwerwiegende Verstösse betreffen Fälle, die Google als gesetzeswidrig oder schädlich einstuft, etwa betrügerische Geschäftspraktiken, Fälschungen, Schadsoftware oder illegale Aktivitäten. Diese Sperrungen sind meist permanent und kaum anfechtbar. Sie richten sich in der Regel gegen das Unternehmen als Ganzes, nicht nur gegen einzelne Kampagnen.
Sonstige Sperrungen entstehen häufig durch Zahlungsprobleme: offene Rechnungen, abgelehnte Zahlungsmethoden oder verdächtige Zahlungsaktivitäten.
Ebenfalls möglich ist eine Sperrung wegen unbefugter Kontoaktivität, also wenn jemand ohne deine Erlaubnis Zugriff auf dein Konto hatte.
Was du sofort tun solltest
Sobald eine Sperrung aktiv ist, kannst du zwar keine neuen Kampagnen oder Anzeigen erstellen, hast aber weiterhin Zugang zu historischen Daten und Berichten.
Bei Richtlinienverstössen gilt: Bevor du einen Einspruch einreichst, musst du das zugrundeliegende Problem beheben. Google stellt dazu detaillierte Hilfetexte bereit, lies sie sorgfältig durch. Prüfe Anzeigentexte auf Gross-/Kleinschreibung, Rechtschreibfehler und unzulässige Symbole. Nutze den Account-Troubleshooter, wenn du dir über die genaue Ursache unsicher bist.
Bei Zahlungsproblemen hast du 30 Tage Zeit, das Problem zu lösen. Überprüfe die Abrechnungseinstellungen, aktualisiere deine Zahlungsmethode und stelle sicher, dass alle ausstehenden Beträge beglichen sind.
Bei unbefugter Kontoaktivität solltest du sofort dein Google-Passwort ändern, unbekannte Geräte aus deinem Konto entfernen und das entsprechende Formular für kompromittierte Konten einreichen.
Bei schwerwiegenden Verstössen hast du nur einen einzigen Versuch für einen Einspruch. Nutze diese Chance sorgfältig, überprüfe ehrlich deine Geschäftspraktiken und dokumentiere alle vorgenommenen Änderungen, bevor du den Einspruch einreichst.
Best Practices beim Einspruchsverfahren
Warte nicht zu lange: Zwar hast du grundsätzlich mindestens sechs Monate Zeit für einen Einspruch, aber je länger du wartest, desto schwieriger wird es, die damaligen Vorgänge lückenlos zu rekonstruieren.
Reiche keine mehrfachen Einsprüche gleichzeitig ein. Das verzögert die Bearbeitung und kann das Verfahren um sieben Tage blockieren. Liefere stattdessen beim ersten Einspruch so viele Informationen, Nachweise und Kontext wie möglich.
Stelle zudem sicher, dass deine Advertiser-Verifizierung abgeschlossen ist, sie hilft Google, deine Identität und die Legitimität deines Unternehmens zu bestätigen, und kann den Prozess beschleunigen.
Fazit
Eine Google Ads Sperrung ist unangenehm, aber in den meisten Fällen lösbar. Wer die Ursache versteht, konsequent handelt und den Einspruch sorgfältig vorbereitet, hat gute Chancen auf eine Reaktivierung. Noch wichtiger ist jedoch die Prävention: Wer Googles Richtlinien regelmässig überprüft und sein Konto proaktiv pflegt, vermeidet die meisten Sperrungen von vornherein.
Quelle: Searchengineland.com
Über die Autorin

Lisa-Marie Unger
Lisa-Marie hat 2018 Publizistik und Kommunikationswissenschaften abgeschlossen und arbeitet bei netpulse AG als Projektleiterin für Google Ads. Sie informiert über SEO (Suchmaschinenoptimierung) und führt Schulungen durch.



